ArcelorMittal Eisenhüttenstadt
: Protest in Berlin, Kritik an Katherina Reiche

Die Stahlindustrie in Deutschland steckt in einer tiefen Krise. Die Beschäftigten haben Angst um ihre Zukunft. In Berlin ist eine Demonstration geplant. Auch Stahlwerker aus Eisenhüttenstadt sind dabei.
Von
Janet Neiser
Eisenhüttenstadt
Jetzt in der App anhören
Eine Kundgebung von Stahlwerkern im September 2025

Kämpfen für ihre Zukunft in der Stahlbranche: Mitarbeiter und Azubis bei einer Kundgebung auf dem Werksgelände von ArcelorMittal Eisenhüttenstadt im September 2025. Nun geht es im Juni 2026 zu einer Demonstration nach Berlin.

Janet Neiser
  • Beschäftigte der Stahlbranche demonstrieren in Berlin – Start am Brandenburger Tor.
  • Anlass ist die anhaltende Krise mit hohen Energiepreisen und Billigimporten aus China.
  • ArcelorMittal Eisenhüttenstadt beteiligt sich.
  • Der Zug beginnt um 10 Uhr, um 11 Uhr folgt die zentrale Kundgebung am Wirtschaftsministerium.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Es kriselt in der deutschen und in der europäischen Stahlindustrie, schon seit Jahren. Die Auswirkungen sind auch bei ArcelorMittal Eisenhüttenstadt zu spüren. Hohe Energiepreise, Billigimporte – vor allem aus China – und Kosten für den Umbau hin zu einer klimafreundlicheren Stahlproduktion gehen einher mit einer Krise in der Autoindustrie und einer gesunkenen Nachfrage nach Stahl.

Die Wirtschaftsvereinigung Stahl erklärte jüngst: „Die europäische Stahlindustrie steht unter erheblichem Druck durch die schädlichen Auswirkungen ungebremst wachsender globaler Überkapazitäten, durch staatlich verzerrte Wettbewerbsbedingungen in Drittstaaten und zunehmende handelspolitische Abschottungen auf anderen Märkten.“

Am 12. Juni 2026 werden Beschäftigte aus ganz Deutschland für die Belange der Stahlbranche demonstrieren und vom Brandenburger Tor zum Bundeswirtschaftsministerium ziehen. Die IG Metall hat unter dem Motto „Stahl hat Zukunft – bei uns!“ zu einem Boxenstopp in Berlin aufgerufen. Tausende werden erwartet. Auch von ArcelorMittal Eisenhüttenstadt machen sich Beschäftigte auf den Weg. „Wir fahren mit zwei Bussen“, erklärt Dirk Vogeler, der Betriebsratsvorsitzende.

Um 10 Uhr startet der Demonstrationszug vom Brandenburger Tor zum Bundeswirtschaftsministerium. Dort soll dann um 11 Uhr die zentrale Kundgebung stattfinden. Die Forderungen seien nicht neu, sagt Dirk Vogeler. Aber sie werden immer wichtiger, um einen Weg aus der Krise zu finden.

Die wichtigsten Forderungen laut IG Metall sind: „Energiepreise runter! Industrie stärken! Kein Platz für Dumpingstahl!“ Die Gewerkschaft hofft, mit der Kundgebung ein sichtbares und kraftvolles Signal zu setzen – „aus den Betrieben heraus, laut, entschlossen und solidarisch, um unseren berechtigten Forderungen Nachdruck zu verleihen“. Und dann folgt sofort auch Kritik an der aktuellen Wirtschaftsministerin. Da heißt es, „bei vielen Regelungen bremst uns das Wirtschaftsministerium unter Katherina Reiche aus“.