ArcelorMittal Eisenhüttenstadt: Transport-Innovation mit der Bahn hat Test bestanden

Ein kleiner Schritt im Produktionsalltag: ArcelorMittal Eisenhüttenstadt und DB Cargo haben erfolgreich eine Transportinnovation getestet.
Andreas Berger / InnocubeDerzeit gibt es mehrere gute Nachrichten zu dem Vorhaben, bei ArcelorMittal Eisenhüttenstadt eine klimaneutrale Stahlherstellung zu realisieren. Zum einen wurden finanzielle Voraussetzungen geschaffen, um die Transformation zu ermöglichen, zum, anderen konnte ein konkretes Projekt erfolgreich getestet werden.
Mitte Februar kam die Meldung, dass die EU-Kommission die Förderung von 24 deutschen Wasserstoffprojekten genehmigt hat. Dazu gehört eine Wasserstoffpipline von Rostock durch Brandenburg bis in den Leipziger Raum. Auch ein Abzweig nach Eisenhüttenstadt ist vorgesehen. Mit grünem Wasserstoff sollen später Elektrolichtbogenöfen im Werk von ArcelorMittal betrieben werden.
Fördermittel für Eisenhüttenstadt genehmigt
Dass unter anderem zwei Elektrolichtbogenöfen in Eisenhüttenstadt bei ArcelorMittal mit Fördermitteln errichtet werden können, dafür gab es am 26. Februar die offizielle Genehmigung der EU-Kommission. Insgesamt 2,5 Milliarden Euro sollen an den beiden Stahlstandorten von ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt (AMEH) und Bremen investiert werden, davon 1,3 Millionen Euro Fördermittel.
Während die finanziellen Voraussetzungen abgesichert sind, geht es nun an die Umsetzung. Ein kleiner Schritt in der künftigen klimaneutralen Herstellung wurde jetzt erfolgreich absolviert. „ArcelorMittal Deutschland hat erfolgreich einen ersten Testwaggon aus Hamburg mit dem Vorprodukt Eisenschwamm für die Produktion der Zukunft im Werk in Eisenhüttenstadt entladen“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von ArcelorMittal Deutschland sowie der DB Cargo. Ziel sei es gewesen, die Entlademöglichkeiten für Eisenschwamm in den Eisenhüttenstädter Anlagen zu analysieren.
Speziell entwickelte Container
Was sich auf den ersten Blick einfach anhört, ist in der Umsetzung aber aufwendig. Denn Eisenschwamm, der künftig bei der klimaneutralen Stahlherstellung zum Einsatz kommen soll, ist ein empfindliches Transportgut. Für den Transport mit der Bahn – von Hamburg aus – wurden speziell entwickelte Container, sogenannte DryTrainern des österreichischen Unternehmens Innofreight eingesetzt.
„Die pyramidenförmigen Stahlbehälter bieten ein optimiertes Transportvolumen für feuchtigkeitsempfindliche Schüttgüter wie Eisenschwamm und können mit standardisierten Tragwagen auf der Schiene transportiert werden“, heißt es in der Pressemitteilung. Dr. Richard Schanner, Entwickler des DryTainer-Systems und Senior Engineer & Researcher von Innofreight, konkretisiert die Herausforderung: „Eisenschwamm hat besondere Sicherheits- und Qualitätsanforderungen, die bei der Entwicklung des DryTainers berücksichtigt wurden. Dieser Container bietet die weltweit erste Lösung für einen zuverlässigen Transport auf der Schiene.“
Neue Entladestation wurde für ArcelorMittal gebaut
Am Standort Eisenhüttenstadt war 2022 eine neue Entladeanlage in Betrieb gegangen, die auch dafür ausgelegt ist, dass dort Eisenschwamm entladen werden kann. Mit dem Testergebnis zeigte sich Dr. Ralf-Peter Bösler, Mitglied der Geschäftsführung bei ArcelorMittal Eisenhüttenstadt und verantwortlich für den Bereich Primärstahlherstellung zufrieden: „Der Test ist erfolgreich verlaufen, der Transport hat reibungslos funktioniert – ein weiterer kleiner Schritt auf unserem Weg der Dekarbonisierung. Die Spezialcontainer ermöglichen einen sicheren, umweltfreundlichen Transport und eine zügige Entladung.“
Pierre Timmermans, Vorstand Vertrieb DB Cargo, kommentierte die Testfahrt: „DB Cargo und ArcelorMittal verbindet eine langjährige Partnerschaft. Schon heute ist DB Cargo ein wichtiger Bestandteil der Logistik von ArcelorMittal und bietet grüne Lieferketten auf der umweltfreundlichen Schiene – ein wichtiger Beitrag zur CO₂-Reduktion bei der Stahlherstellung. Die Stahlindustrie ist auf dem Weg zur grünen Transformation und DB Cargo strebt an, sie dabei im engen Schulterschluss als leistungsfähiger und bevorzugter Partner zu begleiten.“
ArcelorMittal ist schon heute im Wortsinn ein sehr gewichtiger Kunde für die DB Cargo. „DB Cargo fährt für ArcelorMittal im Erzverkehr die schwersten konventionellen Züge: Jeder Zug, bestehend aus InnoWaggons und MonTainer von Innofreight, befördert 96 Container mit einer Zuladung von 35 Tonnen Eisenerz oder künftig 34,5 Tonnen Eisenschwamm“, teilt das Bahnunternehmen mit.
Künftig kann sogar gespart werden: „Bei der Transportumstellung auf den Rohstoff der Zukunft kann DB Cargo also weiterhin etwa dieselbe Nettolast pro Zug befördern. Aufgrund des hohen Eisengehalts bei Eisenschwamm müssen zudem deutlich weniger Güterzüge fahren“, heißt es vonseiten der DB Cargo.
Auf Schienen kamen im vergangenen Jahr 4,3 Millionen Tonnen als Rohstoffe (100 Prozent) bei AMEH an




