Bergmannsfest 2024: Sommerfest in Brieskow-Finkenheerd neu belebt – Infos zum Programm

Tradition in Brieskow-Finkenheerd: Nun gibt es in diesem 2500-Einwohner-Ort nach vielen Jahren auch wieder ein Bergmanns-Fest.
Hagen BernardAm 6. und 7. Juli wird am Gemeindezentrum in Brieskow-Finkenheerd zum Bergmannsfest geladen. An ein Bergmannsfest in dieser vom Bergbau geprägten Gemeinde können sich jedoch nur noch die Älteren in diesem 2500-Einwohner-Ort erinnern. Schließlich sind in Brieskow-Finkenheerd bereits 1959 die letzten Loren aus dem Schacht gefahren. Daran erinnert eine restaurierte Elektro-Gruben-Bahn am Kreisel in Brieskow-Finkenheerd.
„Wir wollten für unsere Gemeinde ein Sommerfest. Dabei sollte es einen eigenen auf den Ort zutreffenden Namen erhalten, wie beispielsweise die Zeidelkirmes im Nachbarort Wiesenau. Da am ersten Juli-Sonntag der Tag des Bergmanns ist, haben wir unser Fest auf dieses Wochenende gelegt. Früher wurde hier auch ein Bergmannsfest gefeiert, doch das ist schon sehr lange her. Ich bin seit 1998 in diesem Ort und kann mich nicht daran erinnern“, erklärt Mario Rückert aus dem Festkomitee. In ihm sind Mitglieder aller Vereine des Ortes organisiert, die nunmehr im Auftrage der Gemeinde dieses Bergmannsfest organisieren. Mario Rückert ist Präsident des Finkenheerder Fastnachtsclubs und im Festkomitee Ansprechpartner für alle.
Das Braunkohletagebau in Brieskow-Finkenheerd
„Mit dem Fest feiern wir nicht nur 670 Jahre Brieskow-Finkenheerd. Wir erinnern zugleich an die Bergbau-Tradition“, informierte Mario Rückert aus dem Festkomitee. Übrigens könnte es am Wochenende auch gut und gern Energiearbeiter-Fest heißen. Denn ab 1975 war in der DDR der Tag des Bergmanns gleichzeitig auch der Tag des Energiearbeiters. Auch auf diesem Gebiet gibt es in dieser Gemeinde eine große Tradition.
Schließlich wurde im Juni 2021 am Briesker See das damals modernste Braunkohlekraftwerk Mitteleuropas. Bis zu seiner Stilllegung 1992 waren ab 1923 über 90 Millionen Tonnen Rohbraunkohle verbrannt worden. Bis Juni 1959 hatte die Braunkohle aus den Finkenheerder Gruben gestammt, ab 1906 waren dort etwa 45 Millionen Tonnen Braunkohle in insgesamt sieben Schächte abgebaut worden. Anschließend wurde Braunkohle aus der Lausitz in Brieskow-Finkenheerd verfeuert.

Blickfang am Kreisel: Eine Grubenbahn erinnert an die Bergarbeiter-Tradition von Brieskow-Finkenheerd.
Hagen BernardDer Finkenheerder Braunkohletagebau umfasste eine Fläche von 1100 Hektar. Zunächst lieferten die Gruben Margarethe, Wilhelm I, Hedwig, der Tagebau Wilhelm II, ab den 1920er-Jahren Karl, Georg, Catja und später Kurt, Schacht der Jugend, Wilhelm III, Heinrich, 13. Oktober und die Tagebaue Katja und Helene. Von den Bergarbeitern zeugen jetzt noch die Wochenendsiedlung Margarethe und die 1927/28 von Heinrich Tessenow entworfene und errichtete Glück-Auf-Siedlung.
Das Programm zum Bergmannsfest in Brieskow-Finkenheerd
Vieles aus der Orts-Geschichte ist am Freitag (5. Juli) ab 18 Uhr vom Historiker Marcel Höhne in seinem 90-minütigen Vortrag zur Bergbau-Geschichte im Bürgersaal zu erfahren. Eröffnet wird das Bergmanns-Fest am Sonnabend ab 14 Uhr durch Bürgermeister Horst Siebke. Gleichzeitig wird im Gemeindezentrum eine Ausstellung zur Bergbau-Geschichte mit Quiz eröffnet.
Parallel dazu wartet am Sonnabend ein buntes Kinderprogramm mit der Kinderparty-Band „Rabauken & Trompeten“ aus Hamburg, Ponyreiten, Rummel, Hüpfburg und vieles mehr. Die Schausteller sind dieselben wie eine Woche zuvor bei der Zeidelkirmes. Zudem steht am Sonnabend von 14 bis 17 Uhr ein Kleinfeldfußball-Turnier auf einem mobilen Soccerfeld von 15 mal 10 m an. Zu einem Team gehören drei Feldspieler. Zugelassen sind Spieler ab 16 Jahren, schließlich erhält das Siegerteam ein Fass Bier.
Freier Eintritt an allen drei Tagen vom Sommerfest
Ab 15.45 Uhr wird Entertainer Bob Lehmann vor allem gesanglich für Stimmung sorgen, ab 16.45 Uhr sind Jana und Kindertänze dran. Ab 17.30 Uhr will Sängerin und Moderatorin Nicole Freytag das Publikum unterhalten. Für 19.30 Uhr haben sich die „Oktoberfest Spitzbuben“ angesagt. Bis um 2 Uhr am frühen Sonntag kann getanzt werden. Zum Tag des Bergmanns am Sonntag ist von 10 bis 14 Uhr ein Familienfest mit Livemusik mit „Die Band“ aus der Region im Programm. Neben Rummel, Hüpfburg und Ponyreiten gibt es an diesem Tag noch einen Märchentruck mit Puppentheater. Der Einritt an allen drei Tagen ist übriges für alle frei.
