Bürger-Vorschlag: Überlegungen zu Markt in der Lindenallee

Ausreichend Platz: Dort, wo sonst Autos parken, könnten Marktstände aufgebaut werden. Allerdings müsste dafür womöglich die Straße gesperrt werden.
Stefan LötschEin- oder zweimal Markt pro Woche in der Lindenallee: Diese Idee brachte Claus Tuchen ein, dem in der Lindenallee ein Büro- und Geschäftshaus gehört. Ein Vorteil wäre, dass der Markt besser zu finden wäre und sichtbarer ist, als am jetzigen Standort, dem Bauernmarkt hinter dem Friedrich-Wolf-Theater.
Wobei die Überlegungen nicht neu sind, sondern vor Jahren schon einmal eine Rolle gespielt haben, wie Martina Harz, Fachbereichsleiterin Bürgerservice sagte. Konkret ging es damals um die Fläche zwischen der Puschkinstraße und Straße der Republik, die momentan als Parkfläche genutzt wird. Dort könnten die Marktstände aufgebaut werden. Doch Martina Harz nannte auch gleich die Probleme, die das mit sich bringt. Vor allem sprach sie die Verkehrssicherheit an. Rechts und links seien Geschäfte. Wer zum Markt will, müsste die Straße überqueren. Die sicherste Variante wäre, den Straßenabschnitt für die Zeit des Marktes komplett zu sperren.
Auch Gabriele Haubold, Leiterin des Bereiches Stadtentwicklung, erinnerte an die Überlegungen Anfang der 1990er-Jahre. Damals war als möglicher Standort auch der Abschnitt vor dem Friedrich-Wolf-Theater im Gespräch. Das würde bedeuten, dass dann die Lindenallee zwischen Eichendorffstraße und Rosa-Luxemburg-Straße gesperrt werden müsste. Und das war auch einer der Hauptgründe, warum die Idee dann wieder in den Schubladen verschwunden ist. „Alle Diskussionen stehen und fallen mit dem Thema Verkehr“, erklärte Gabriele Haubold.
Aber müsste ein Markt zwangsläufig auf die Straße verlegt werden, gibt es nicht auch an anderer Stelle in der Lindenallee ausreichend Platz? Uta Häusler von der IHK Ostbrandenburg, die dort verantwortlich ist für die City-Offensive Ostbrandenburg, brachte die Seitenbereiche der Lindenallee ins Spiel. „Sie haben sehr breite Bürgersteige.“ Sie regte an, Teile der Gehwege für einen Markt zu nutzen. Märkte würden zur Belebung der Innenstadt beitragen. Und es wäre sicherlich für die Geschäftsinhaber interessant, wenn durch einen Markt mehr Leben in die Lindenallee käme. Sie regte an, den Vorschlag von Claus Tuchen noch einmal zu prüfen.
Die Versorgung mit Medien fehlt
Allerdings hat auch dieser Vorschlag seine Hacken. Ein wichtiges Gegenargument brachte Bernd Koop ein, derzeitige Betreiber des Marktes auf dem Bauernmarkt. Denn welcher Standort auch gewählt wird, die Medienversorgung für die Händler mit Strom und Wasser müsse gewährleistet sein. Auch müsse es eine Toilette geben, die die Händler während ihrer Standzeit nützen können. Inzwischen seien die Auflagen für Händler gestiegen, die frische Waren anbieten. Sie brauchen ein Waschbecken. Auf dem Bauernmarkt gibt es eine Toilette, auch Anschlüsse für den Strom.
Gabriele Haubold gab zu bedenken, dass die Fahrzeuge der Händler auf die Gehwege fahren müssten. Das könnte dazu führen, dass die Gehwege beschädigt werden.
Dass der Standort des Marktes zur Diskussion steht, liegt daran, dass die Stadt derzeit überlegt, wie sie den Bauernmarkt neu gestalten kann. In diesem Zusammenhang ist auch vorgesehen, die Betreibung des Marktes zum Ende dieses Jahres neu auszuschreiben. Eine Variante für den Bauernmarkt sieht vor, dass nur noch eine Teilfläche für den Markt dauerhaft reserviert ist, der Rest dann als Parkfläche zum Beispiel für Veranstaltungen im Friedrich-Wolf-Theater zur Verfügung stehen würde.
