Bundestagswahl 2025: Wer ist der Linke-Kandidat Leon Turi Kley (Wahlkreis 63)?

Aus Erkner in den Bundestag: Leon Turi Kley (26) - hier neben einem Wahlplakat in Fürstenwalde/Spree - tritt zur Bundestagswahl 2025 im Wahlkreis 63 für die Partei Die Linke als Direktkandidat an. Was will der angehende Lehrer im Bundestag für die Region erreichen, welche Themen bewegen ihn?
Frank Groneberg- Leon Turi Kley (26) kandidiert im Wahlkreis 63 für Die Linke bei der Bundestagswahl 2025.
- Er ist Lehramtsstudent aus Erkner und seit September 2024 in der Partei.
- Kley setzt sich für ein einheitliches Bildungssystem und kostenlosen ÖPNV ein.
- Er fordert mehr Bahngleise zwischen Berlin und Frankfurt (Oder).
- TikTok, Instagram und Facebook sollten erst ab 16 Jahren erlaubt sein.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Er ist jung und hat große Lust auf Politik: Leon Turi Kley, Lehramtsstudent aus Erkner, 26 Jahre alt. Zur Bundestagswahl tritt er im Wahlkreis 63 als Direktkandidat der Partei Die Linke an. Als Direktkandidat einer Partei, für die er vor allem die jungen Menschen erreichen möchte. Und der er erst seit September 2024 angehört.
Politisch aktiv ist der junge Mann aber schon viel länger. „Als Jugendlicher war ich oft auf Demos“, erzählt er, „anfangs bei ‚Fridays for Future‘, dann auch auf Demos gegen Rechts.“ Vor allem „der Rechtsruck in der Gesellschaft“ habe ihn dazu animiert, sich noch stärker politisch zu engagieren. Warum in der Partei Die Linke?
Geborten in Berlin, aufgewachsen in Erkner
„Die Linke hat mich da am meisten angesprochen“, erklärt er. „Sie bietet meiner Meinung nach die besten langfristigen Lösungen für die Zukunft der Menschheit – mit ihrer Kapitalismuskritik und mit ihren Grundsätzen zur weltweiten Ressourcenverteilung.“ Denn: Rohstoffe und andere Ressourcen sollten nicht nur in privater Hand sein.
Leon Turi Kley wurde in Berlin geboren, ist aber schon seit seinem zweiten Lebensjahr in Erkner zu Hause. Dort wuchs er auf, ging zur Schule, legte sein Abitur ab und spielte bis 2023 im FV Erkner 1920 Fußball. Seit 2019 studiert er an der Universität Potsdam Lehramt für Sport und W-A-T (Wirtschaft-Arbeit-Technik). Im April 2026, so sein Ziel, will er das Studium mit dem Bachelor abschließen.
Student unterrichtet als Vertretungslehrer in Erkner
Der Lehrerberuf – für den 26-Jährigen ist der ein echter Traumberuf. Praktische Erfahrung hat Leon Turi Kley inzwischen drei Jahre lang als Vertretungslehrer an einer Grundschule gesammelt. Und nach der Erlangung des Bachelors möchte er auch nicht sofort den Masterstudiengang dranhängen, sondern „erst mal Berufserfahrung sammeln“, wie er sagt. Auf eine Schulform will er sich nicht festlegen: „Ich würde gern jede Schulform mal ausprobieren.“
Einheitliches Bildungssystem für ganz Deutschland
Im Bundestag wäre für den angehenden Lehrer die Bildung einer der Themenschwerpunkte. Wo hakt es da in Deutschland? „Unser Bildungssystem, unsere Bildungsstrukturen müssen vereinheitlicht werden“, betont der Direktkandidat und meint damit die Überwindung der zum Teil recht großen Unterschiede zwischen den Bundesländern. Ein bayrisches Abitur müsse genauso viel wert sein wie eines in Brandenburg. Und auch die Dauer der Grundschule „sollte bundesweit einheitlich sein“.
Was ihm ebenfalls am Herzen liegt: „Meiner Meinung nach müssen wir in der Schule weg vom generellen Leistungsprinzip. Wir brauchen mehr Worteinschätzung, mehr Förderung der individuellen Interessen der Schüler.“ Außerdem würde er sich dafür einsetzen, dass in den Klassen verstärkt Sozialarbeiter und Psychologen arbeiten, gemeinsam mit den Lehrern.
Mehr Bahngleise zwischen Berlin und Frankfurt (Oder)
Wo sieht Leon Turi Kley für seinen Wahlkreis Handlungsbedarf? „Wir brauchen mehr Investitionen in die Infrastruktur“, sagt er. Besonders die Bahn-Infrastruktur müsse ausgebaut werden. Beispiel RE1: „Es wäre gut, wenn die Züge tatsächlich dreimal pro Stunde zwischen Frankfurt (Oder) und Berlin führen und es trotzdem genügend Kapazität dafür gäbe, mehr Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu holen.“
Wie das erreicht werden könnte? „Ein separates Gleis für den Güterverkehr, vielleicht auch für die Fernzüge wäre nötig“, erklärt der Linke-Politiker. Weiterhin müsse der Bund mehr Geld für die Finanzierung des ÖPNV zur Verfügung stellen – damit zum Beispiel der Landkreis Oder-Spree in die Lage versetzt werden könne, die Anbindung der Kreisstadt Beeskow zu verbessern, vor allem in den Abendstunden.
Kostenloser ÖPNV für alle Menschen
Wie könnte der ÖPNV in Sachen Fahrpreise attraktiver gemacht werden? „Langfristiges Ziel muss es sein, dass der ÖPNV irgendwann kostenlos ist“, betont der Student. Und kurzfristig? „Für Senioren, Studenten, Azubis und Schüler sollte es sofort ein 0-Euro-Ticket geben“, sagt er. Die Mehrwertsteuer für Fahrkarten im Nahverkehr müsse gestrichen werden.
Das Deutschlandticket müsse auf jeden Fall erhalten werden, dürfe aber nicht noch teurer werden – im Gegenteil: Seine Partei setze sich ein „für die Wiedereinführung des 9-Euro-Tickets“, erläutert Leon Turi Kley – inklusive sechs Gratis-Fernfahrten pro Jahr für jeden Ticketinhaber.
TikTok erst ab 16 Jahre in Deutschland
Ein Thema, über das aktuell viel gestritten wird, ist die Nutzung sogenannter „sozialer Medien“ durch Kinder und Jugendliche. Welche Haltung vertritt er als angehender Pädagoge? „Ich würde das Mindestalter für die Nutzung von TikTok, Instagram und Facebook auf 16 Jahre festsetzen“, erklärt er. Warum? „Der Zugang zu Fake-Infos ist dort viel zu leicht und es wird leider auch nicht kontrolliert, ob Informationen echt sind.“
Noch wichtiger aber sei die präventive Arbeit, vor allem in der Schule. „Ich könnte mir vorstellen, dass dafür ein neues Unterrichtsfach eingeführt wird“, sagt Leon Turi Kley, „für digitale Kompetenz und Medienkompetenz.“
Dass er für seine Partei als Direktkandidat antritt, hat sich der 26-Jährige nicht selbst ausgesucht. „Ich wurde aus dem Kreisverband Oder-Spree heraus gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, zu kandidieren“, erzählt er. „Ich denke, damit sollen vor allem junge Menschen angesprochen werden.“
Haustürgespräche im Wahlkreis 63
Politik will er aber nicht nur für junge, sondern für alle Menschen machen. Im Wahlkampf setzt er aktuell vor allem auf Haustürgespräche: an Wohnungstüren klingeln und persönliche Gespräche anbieten, den Leuten zuhören. „Da konnte ich schon viele gute Gespräche führen“, berichtet Leon Turi Kley. „Das hat auch mir selbst viel gegeben.“





