Erste Hilfe ist zwar immer überlebenswichtig, aber in Zeiten des Corona-Virus liegt den jungen Leuten des Vereins noch etwas am Herzen: "Wir wollen den Kindern zeigen, wie man sich richtig verhält", erklärt Konrad Bohm. "Wie man vermeidet, andere Menschen anzustecken, wie man sich selbst schützt, wie man die Hände wäscht und desinfiziert." Es gehe aber auch darum, den Kinder nahezubringen, warum es wichtig ist, in diesen Zeiten zusammenzuhalten, fügt Anika Dietrich hinzu. Letztlich sei die Aktion eine Gemeinschaftsidee gewesen: Erste-Hilfe-Schulungen können aufgrund der Pandemie aktuell nicht laufen, die Heldenmacher wollten aber dennoch etwas Sinnvolles machen. Also griffen sie das Coronavirus auf und wollen so für mehr Aufklärung in Klassenräumen sorgen – "bei dem ganzen Informationsdurcheinander, das oft kursiert", sagt Bohm.
Die Goetheschule war sofort interessiert. "Es ist zwar gut und wichtig, wenn wir die Kinder auf die geltenden Regeln hinweisen, aber es ist noch besser, wenn das Externe machen, die sich damit richtig gut auskennen", sagt Simona Schmöche, die Schulleiterin. Denn unter den Heldenmachern gibt es beispielsweise Medizinstudenten, Apotheker, Rettungssanitäter. Man habe im Vorfeld viel gesprochen und die Vereinsmitglieder wurden mit den aktuellen Schulregeln vertraut gemacht. "Das ist ja alles nicht so leicht. Wir haben jetzt unter anderem viel kleinere Gruppen. Aber es lief super", freut sich die  Schulleiterin.
"Es hat richtig Spaß gemacht", bestätigt Stella. "Es war aufschlussreich und spannend." Die Heldenmacher hätten eine interaktive Tafel genutzt und dargestellt, wie sich Infektionsketten bilden. Die Elfjährige gehörte am Mittwoch zu den Schülern, denen beim Waschen der Hände genau über die Schulter geschaut wurde. Die Kinder haben eine fluoreszierende Lotion bekommen, mit der sie sich die Hände eingecremt haben, dann wurden diese eingeseift und gewaschen. Doch erst der dann folgende Gang zur UV-Lampe zeigte, ob die Hände tatsächlich überall sauber geworden sind. Dort, wo noch Lotion drauf war, leuchtete es auf. Im wahren Leben hätten dort Bakterien oder eben Viren aller Art überleben können. Die Stellen, wo das am häufigsten vorkam, benennt Anika Dietrich: "Fingernägel, Handkante, Handrücken und Daumenoberseite." Es sei bei vielen Kindern noch was dran gewesen, berichtet Leonie. "Auch bei mir." Schlimm sei das nicht gewesen, aber gelernt habe man viel.

Tröpfchen-Explosion gedämpft

Auch Niesen und Husten wurde thematisiert. Mithilfe einer Sprühflasche haben die Heldenmacher gezeigt, wie sich Tröpfchen in der Luft verbreiten. Danach ging der Sprühstoß ins Taschentuch – was die Tröpfchen-Explosion dämpfte. "Wie wir uns und andere schützen können, das ist das Wichtigste, was ich mir gemerkt habe", sagt Jonas (11). Abstand halten sei da wichtig. "Manche Schüler wussten schon vieles", sagt Konrad Bohm. "Bei anderen hat man gemerkt, dass das Thema Coronavirus nicht so präsent ist." Das dürfte sich nach dem Einsatz von Pépinière geändert haben. Auch Schutzmasken wurden angesprochen, die spielen aber in der Schule selbst keine Rolle. "Wir haben uns darauf geeinigt, es vorerst ohne zu versuchen", sagt Simona Schmöche. Im Unterricht und in den Pausen setze man auf die Vernunft der Schüler. Neben den Stufen 5 und 6 sind aktuell 70 bis 80 Kinder aller Klassen in der Notbetreuung da.
Die Heldenmacher führen ihre Corona-Mission fort. In Eisenhüttenstadt wollen sie noch in die Astrid-Lindgren-Schule, in Frankfurt in die Grundschule Mitte.

Wer sind die Heldenmacher?


Der Verein Pépinière wurde 2016 in Frankfurt gegründet. Hauptziel ist die Etablierung von Laien-Maßnahmen der Ersten-Hilfe im Alltag. Das Hauptprojekt ist dabei "Jeder kann ein Held sein". Zehn bis zwölf Schulen werden pro Jahr besucht. Die Ausbilder kommen aus vielen Berufsrichtungen, sogar Abiturienten sind dabei. Nicht alle  sind zwingend hauptberuflich im medizinischen Bereich tätig. Weitere Informationen und Kontakt gibt es auf: https://heldenmacher.org/ red