Engagement: Bündnis für aktiven Klimaschutz gegründet

Abgesägt: Die Allee in der Biegenbrücker Straße hat Lücken, da mehrere junge Linden vertrocknet sind.
Frank GronebergZusammenarbeit mit Schulen
Etwa 15 interessierte Bürger sind am Mittwochabend in das Tagungsgebäude des „Haus Katharinensee“ gekommen, um an der ersten Zusammenkunft des neu zu gründenden „Aktionsbündnis Klima- und Umweltschutz Schlaubetal“ teilzunehmen. Eines Bündnisses, das ein gemeinnütziger Verein werden will. „Die Klimaveränderung hat längst Auswirkungen auch auf unsere Region“, sagt Jürgen Fritzsche und verweist auf „Hitze, Dürre und immer höhere Temperaturen“ in den vergangenen Jahren. „Geht das so weiter, wird das enorme Auswirkungen haben auf unsere Gesundheit, auf unsere Wirtschaft, auf unser gesamtes Leben.“ Darin seien sich wohl alle Anwesenden einig: „Es besteht Handlungsbedarf – ganz klar.“
Das neue Aktionsbündnis will vor allem „eigene aktive Beiträge für Klimaschutz“ leisten. So steht es in der Vereinssatzung für den noch zu gründenden Verein. Aktive Beiträge – das sollen schwerpunktmäßig Baumpflanzungen inklusive Pflege der Bäume, das Anlegen von Streuobstwiesen und Blühwiesen, das Herstellen von kleintier- und insektenfreundlichen Feldrainen sein. Das alles wollen die Mitstreiter nicht nur anregen, sondern selbst aktiv durchführen – immer in Absprache mit der Stadt Müllrose und später, wenn das Tätigkeitsfeld erweitert wird, mit den Gemeinden im gesamten Schlaubetal. Und: „Es ist ganz, ganz wichtig, dass wir mit den Schulen zusammenarbeiten.“ Denkbar seien gemeinsame Projekte. In Müllrose habe es bereits Gespräche mit der Schulleiterin und mit Vertretern des Schulfördervereins gegeben.
Ideen für konkrete Aktivitäten haben Siegfried Schulz und Jürgen Fritzsche bereits. Ein Beispiel: Auf der Wiese am Wohngebiet „Porths Land“ in Müllrose könnte eine Streuobstwiese angelegt werden. Ein zweites Beispiel: die Allee auf der Biegenbrücker Straße. "Da sind viele junge Bäume vertrocknet“, ärgert sich Jürgen Fritzsche. Dort könnte die Lückenbepflanzung aktiv unterstützt werden. Die Stadt Müllrose „muss wieder mehr begrünt werden, wir müssen jetzt möglichst viele Bäume pflanzen“, betont er und merkt kritisch an, dass in der Stadt in Sachen Klima- und Umweltschutz „in den vergangenen Jahren wirklich sehr wenig passiert“ sei. „Es wundert mich zum Beispiel, dass es auf der Schule noch immer keine Photovoltaikanlage gibt.“
Kritik an der Stadt Müllrose
Das Aktionsbündnis will aber nicht nur Bäume pflanzen. Es gehe um den Klimaschutz insgesamt, betonen die Initiatoren, also auch um die Einsparung von Kohlendioxid und die Erhöhung der Energieeffizienz. „Unser Ziel ist ganz klar, hier in der Region etwas zu tun“, sagt Siegfried Schulz. Man wolle die Menschen weiter sensibilisieren für die Problematik Klimawandel. „Alle Bürger sind dazu aufgefordert, sich darüber Gedanken zu machen: Wie können wir dazu beitragen, die Klimaziele zu erreichen?“
Eine Forderung an die Politik lautet: Die Baumschutzsatzung dahingehend überarbeiten, dass bei Fällungen eine Ersatzpflanzung auch für die Kommune verpflichtend ist. „In den vergangenen Jahren hat die Stadt viele Bäume gefällt – es gab aber keine Ersatzpflanzungen!“ Die Stadtverordnete Angelika Peter ergänzt: „Wir brauchen eine Grünflächenkonzeption für die Stadt.“ Dann könnte man endlich auch offensiv um Baumspenden werben.
