Ersatzteil-Notstand: Feuerwehr in Vogelsang freut sich auf neues Löschfahrzeug
Erleichterung bei den 27 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr (FF) in der Gemeinde Vogelsang: Ihre Wehr mit 16 aktiven Einsatzkräften bekommt mittelfristig ein neues Löschfahrzeug. Das entschied am 28. November der Amtsausschuss. Einstimmigkeit herrschte unter den Politikern, „schnellstmöglich“ ein Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser (TSF-W) für den Feuerwehrstandort Vogelsang zu beschaffen. „Wir sind sehr froh“, stimmten am Montag Vogelsangs Ortswehrführer Torsten Ribbe (57) und Maschinist Maik Wilpert (52) überein, denn für ihr 1994 gebautes Daimler-Tragkraftspritzenfahrzeug gibt es keine Ersatzteile mehr.
Alle Fahrzeuge technisch okay
Nur der Improvisation „des Amtswehrführers Michael Lyszczok, der in seiner Firma mit Autowerkstatt und Abschleppdienst das Fahrzeug immer wieder „flott zaubere“, sei die volle Einsatzfähigkeit zu verdanken. Ribbe und Wilpert wissen aus Erfahrung, dass bis zu dem Zeitpunkt der Fahrzeug-Übergabe, ein bis zwei Jahre vergehen können.
Der verheerende Waldbrand zwischen Wiesenau und Ziltendorf ab dem 26. Juni 2019 hatte den Politikern und der Amtswehrführung Anlass gegeben, über modernere Fahrzeugtechnik nachzudenken. Amtswehrführer Michael Lyszczok verdeutlichte in der jüngsten Amtsausschuss-Sitzung nochmals, dass „im Zuge des Hochwassers 1997 ein Großteil der Feuerwehrfahrzeuge angeschafft“ worden war. Technik, die noch funktioniert, aber allmählich veraltet. Davon können auch die ehrenamtlichen Feuerwehrleute in Groß Lindow berichten. „Wir freuen uns für die Kameraden in Vogelsang“, sagt deren Vize-Wehrführer Fabian Kahl, der voraussichtlich Ende Januar 2020 die Nachfolge von Wehrführer Jens Rabethge antreten wird. Er nennt den Beschluss des Amtsauschusses „richtungsweisend“.
In allen Wehren des Amtsbereichs halten die Wehren ihre Einsatzfahrzeuge technisch in Schuss, gleichwohl ist das nicht immer leicht. So etwa bei dem Löschgruppenfahrzeug 8/6 der FF Groß Lindow, gebaut um 1997/98. Dieses Löschfahrzeug von Magirus Iveco ist das Zweitälteste unter den 15 Bestands-Fahrzeugen im Amt, die alle zwischen 13 und 24 Jahre alt sind. „Die Ersatzteilversorgung ist schwierig, aber noch lösbar“, sagt Fabian Kahl, der pro Jahr mit weiteren 27 aktiven Kameraden (insgesamt: 35) zwischen 30 bis 40 Einsätze fährt.
Beratungen über Ausrüstung
Wie geht es jetzt weiter? „Unter Beteiligung der Amtswehr- und der Ortswehrführung wird jetzt ein Leistungsverzeichnis erstellt, das dem Feuerwehrausschuss zur Beratung vorgelegt werden soll“, erläutert Amtsdirektor Danny Busse. Nach der Empfehlung des Feuerwehrausschusses werde der Amtsausschuss dieses Verzeichnis per Beschluss bestätigen. Danach erfolgen Ausschreibung und Vergabe.
Amtswehrführer Michael Lyszczok wollte sich gegenüber der MOZ nicht festlegen, wann der Auftrag 2020 ausgelöst werden kann. In etwa klar scheint aber die Investitionshöhe: Im letzten Amtsausschuss teilte er mit, dass der Kaufpreis eines voll bestückten TSF-W (Tragkraftspritzenfahrzeug) bei zirka 155.000 Euro liegt. Michael Lyszczok sieht offenbar Sparpotential, wenn bei der Neuanschaffung auf die komplette Ausstattung verzichtet wird und man auf dem neuen Fahrzeug bereits vorhandene Technik verbaut und weiter nutzt.
Vom Antrag zum Beschluss
Der Beschlussvorschlag, den der Amtsausschuss am 28. November 2019 einstimmig, ohne Gegenstimme und ohne Enthaltung annahm, basierte auf einem Antrag. Diesen hatten am 4. November 2019 die Mitglieder des Amtsausschusses Lars Wendland, Niels-Hagen Giesa und Björn Brinkmann gestellt. Sie sind auch Mitglieder des Feuerwehrausschusses. In einem Anhörungsschreiben hatte die Amtswehrführung die "vorrangig zu behandelnde Beschaffung" des neuen Tragkraftspritzenfahrzeugs-Wasser für Vogelsang bestätigt. Folge: Die Beschaffung eines TSF-W für den Standort Groß Lindow und eines Einsatzleitwagens ist zurückgestellt.⇥dpu

