Gefahr
: Abgebrannter Wald kommt nicht zur Ruhe

Zwischen Ziltendorf und Wiesenau flammen nach dem Großbrand immer wieder neue Feuer auf.
Von
Frank Groneberg
Ziltendorf
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Soforthilfe gegen Glutnester: Roman Reincke, Geschäftsführer der Bauerngesellschaft Ziltendorfer Niederung GbR, zeigt einen der vom Unternehmen aufgestellten Wassertanks.

Frank Groneberg

Der Wald zwischen Ziltendorf und Wiesenau kommt einfach nicht zur Ruhe. Jeden Tag müssen neue kleine Brände schnell gelöscht werden. Auch am Freitag — eine Woche nach dem offiziellen Ende der Bekämpfung des Großfeuers — lodern wieder Flammen aus dem Boden heraus.

Um 7.10 Uhr entdeckt Roman Reincke auf seinem morgendlichen Kontrollgang den ersten Brand, ein paar Stunden später muss ein anderer Waldbesitzer an anderer Stelle ein Glutnest, aus dem kleine Flammen schlagen, ablöschen. Das Gefährliche daran: Beide Feuer sind direkt an der Kante zwischen jenem Bereich, in dem das Großfeuer gewütet hat, und den bisher verschonten Baumbeständen entstanden. Wären sie nicht rechtzeitig entdeckt worden, hätte der starke Wind, wie er momentan weht, die Feuer womöglich hineingetrieben in das trockene Gras und das Unterholz, wo schnell das nächste Großfeuer hätte ausbrechen können.

Zum Glück aber sind nicht nur die Brandwächter mehrmals am Tag auf Kontrollgang, zum Glück steht seit Mittwoch auch direkt im abgebrannten Wald Löschwasser zur Verfügung. Die Bauerngesellschaft Ziltendorfer Niederung GbR aus Wiesenau hat an drei Stellen große, jeweils 1000 Liter Wasser fassende Wassertanks aufgestellt. Auf eigene Kosten.

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„Am Dienstagabend hatte es hier erneut auf größerer Fläche gebrannt“, erzählt Roman Reincke, einer der Geschäftsführer der Bauerngesellschaft. Um 18.45 Uhr war die Alarmierung erfolgt, Feuerwehren aus den Ämtern Brieskow–Finkenheerd und Schlaubetal waren ausgerückt und etwa vier Stunden lang im Einsatz. „Danach haben wir dann am Mittwoch entschieden, die Wassertanks aufzustellen. So können wir kleine Glutnester, die wir finden, schnell bekämpfen.“

Wir — das sind die Waldbesitzer und andere Helfer, die täglich im abgebrannten Wald unterwegs sind, um nach Glutnestern und Flammen zu suchen. Bis Mittwochabend waren diese Brandwachen regelmäßig alle zwei Stunden unterwegs, seit Donnerstag so, wie jeder Helfer Zeit findet. „Wir laufen immer an den Brandkanten entlang“, sagt Roman Reincke. So solle verhindert werden, dass zusätzlich zu dem Wald, der bereits durch das Großfeuer vernichtet worden ist, weitere Waldflächen jenseits der Brandkante verbrennen.

Das Wort „vernichtet“ darf dabei durchaus wörtlich genommen werden, denn: Die Brandfläche, die etwa 65 bis 75 Hektar groß ist, muss komplett abgeholzt werden. "Da ist nichts mehr zu retten“, bestätigt der Geschäftsführer der Bauerngesellschaft, die Eigentümer eines Teils der verbrannten Fläche ist. Würden die geschädigten Bäume stehen bleiben, hätten Schädlinge leichtes Spiel. Und mit der Wiederaufforstung könne der Wald gleich umgestaltet werden — sprich: Der neue Wald könnte als Laub– oder Mischwald angelegt werden.

Von dem Großbrand, der hier bis vor einer Woche gewütet hat, zeugen nicht nur die vielen verkohlten Baumstämme und die Asche, die mehrere Zentimeter hoch den Boden bedeckt. Die Luft ist im abgebrannten Wald nach wie vor deutlich wärmer als außerhalb dieses Bereiches. Der Brandgeruch ist nach wie vor deutlich riechbar. Die Baumstämme strahlen noch immer Wärme ab. „Bis Donnerstag hat es hier noch überall gequalmt“, erklärt Roman Reincke und ergänzt, dass die Feuerwehr auch am Donnerstag noch mal anrücken musste: Um 13 Uhr hatte die Freiwillige Feuerwehr am Donnerstag alarmiert werden und ein Feuer mit 9000 Liter Wasser löschen müssen.

Es wird noch Tage dauern, bis die Gefahr gebannt ist. Und die Gefahr könnte sogar wachsen: Inzwischen ist der Boden im abgebrannten Wald stellenweise mit trockenem Laub von Robinien bedeckt — für auflodernde Flammen ein ideales Futter. „Wenn nicht bald Regen kommt, haben wir auch noch nächste Woche zu tun“, befürchtet Roman Reincke.