Giftköder in Groß Lindow: Gefahr für Hunde - neue Funde am Katjasee

Giftköder mit Weintrauben, Schokolade und rohem Fleisch: Das lag unter anderem am Mittwoch am Katjasee aus.
Viktoria Klose- In Groß Lindow wurden nach Rattengift-Funden an der Radrennbahn nun am Katjasee weitere Köder entdeckt.
- Gefährliche Köder lagen mit Weintrauben, Schokolade, rohem Fleisch und weißem Pulver aus.
- Eine Hundebetreiberin meldete acht Stellen am Mittwoch und informierte Polizei und Ordnungsamt.
- Behörden warnen Eltern und Hundehalter, Funde nicht zu berühren und Fotos mit Ort zu senden.
- Ordnungsamt koordiniert mit Naturschutz und Veterinäramt; Strafanzeige gegen unbekannt ist geplant.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Seit fast zwei Wochen warnt an der Radrennbahn in Groß Lindow ein privat angebrachtes Holzschild eindringlich vor einer unsichtbaren Gefahr. In roten Buchstaben steht dort: „Achtung! Giftköder“. Was zunächst wie ein einzelner Vorfall wirkte, bereitet inzwischen immer mehr Menschen in der Region Sorgen. Denn betroffen ist längst nicht mehr nur das Areal rund um die Fünf-Kilometer-Radrennbahn: Wenige hundert Meter weiter nördlich, am Katjasee, wurden am Mittwoch (6. August 2026) an mehreren Stellen ebenfalls verdächtige Köder entdeckt.
Der erste Fund an der Radrennbahn geht auf den 27. Juli 2026 zurück. Damals war ein Mann beim Spaziergang mit seinem Hund auf rotes Granulat gestoßen – es handelte sich um Rattengift. Nun wächst die Angst, dass gezielt weitere gefährliche Stoffe ausgelegt worden sein könnten.
Öffentlich gemacht hatte den neuen Fund zunächst Viktoria Klose in den sozialen Medien. Die 38-Jährige betreibt an der Grubenstraße in Frankfurt (Oder) eine Hundetagesstätte und Pension. Allein am Mittwoch betreute sie 35 Hunde. Viele der Tiere führt sie gemeinsam mit ihren Mitarbeitern im Laufe des Tages aus. Als sie mit einem Airedale Terrier und einem Mischling am Katjasee unterwegs war, stieß sie auf verstörende Funde: Köder mit Weintrauben, Schokolade, rohem Fleisch und weißem Pulver.
Giftköder Katjasee und Rennbahn: Hundehalter in großer Sorge
„Eine Freundin hatte mich schon vor dem Rattengift an der Radrennbahn gewarnt. Nun sind am ganzen Strand verteilt am Katjasee Giftköder gelegt worden. Ich weiß von acht Stellen. Ich habe sie heute früh gefunden. Auch Schokolade und Weintrauben sind für Hunde hochgefährlich“, berichtet die Hundeexpertin.
Weil ihre beiden Hunde zuvor einige Zeit im Schilf geschnüffelt hatten, ließ Viktoria Klose die Tiere vorsichtshalber sofort tierärztlich untersuchen. Die Erleichterung war groß: Der Tierarzt konnte Entwarnung geben. Offenbar hatten die Hunde nichts von den ausgelegten Stoffen aufgenommen.
Trotzdem sitzt der Schreck tief. „Vorerst werde ich den Katjasee meiden“, sagt die Frankfurterin. Gerade weil sie oft mit acht bis zwölf Hunden gleichzeitig unterwegs sei, wäre das Risiko für sie viel zu groß. Über Bekannte habe sie die Polizei und das Ordnungsamt in Brieskow-Finkenheerd über den Vorfall informiert.
Giftköder Katjasee: Hunde wohl unverletzt, Angst bleibt
Dort hat inzwischen der Brandschutz- und Sicherheitsbeauftragte Mark Langhammer den Fall übernommen. „Ich habe gerade von einer Mitarbeiterin von diesem Vorfall erfahren. Ich werde mich umgehend darum kümmern“, sagte er. Noch am Donnerstagmittag nahm er Kontakt zur Unteren Naturschutzbehörde und zum Veterinäramt des Landkreises Oder-Spree auf, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Das Gebiet an der Radrennbahn wird nach dem ersten Giftfund bereits regelmäßig durch die Kreisverwaltung kontrolliert.
Sowohl die Kreisverwaltung Oder-Spree als auch die Amtsverwaltung Brieskow-Finkenheerd mahnen nun dringend zur Vorsicht. Vor allem Hundehalter, aber auch Eltern sollten wachsam sein, damit Kinder und Tiere keine unbekannten Substanzen vom Boden aufnehmen. Verdächtige Funde sollten keinesfalls berührt werden.
Giftköder melden: Polizei, Amt und Strafanzeige
Nach Auskunft der Polizeidirektion Ost lag bis Donnerstagmittag (6. August 2026) noch keine Strafanzeige in diesem Zusammenhang vor. Das dürfte sich aber bald ändern. „Ich werde Strafanzeige gegen unbekannt stellen“, kündigte Mark Langhammer an.
Zugleich appelliert er an die Bürger, verdächtige Beobachtungen nicht nur in sozialen Medien zu teilen, sondern direkt an das Amt zu melden. „Für uns sind Informationen in den sozialen Medien keine offiziellen Angaben. Außerdem können wir nicht gleichzeitig alle Informationsquellen auswerten“, sagt Mark Langhammer. Seine Bitte: Wer etwas Auffälliges entdeckt, sollte eine E-Mail mit einem oder zwei Fotos schicken, auf denen auch der genaue Fundort erkennbar ist. Zudem rät er dazu, auch bei der Polizei Anzeige zu erstatten. Das sei wichtig, um die Vorfälle offiziell zu erfassen und Häufungen an bestimmten Orten nachvollziehen zu können.
Kontakt für Anzeigen beim Ordnungsamt Brieskow-Finkenheerd: ordnungsamt@amt-b-f.de; Telefon 033609 88227


