Handball: Beide reaktivierte Joker stechen

Nehmen auch in Fredersdorf ihren Part in der Defensive ein: Daniel Heine, Mateusz Krzyzanowski, Marcel Jüterbock und Torwart Lars Möbus wie hier im Heimspiel gegen den HC Bad Liebenwerda.
michael benkWie die HSG-Trainer betonten, handelte es sich dabei eine nur auf dieses Spiel ausgerichtete Maßnahme. Zusätzlich positiv hinsichtlich der Personalsituation auch die Gesundmeldung des Abwehrstrategen Bernt Kratkey.
Dennoch war diese personelle Verbesserung noch lange kein Garant für eine in allen Abläufen funktionierende Mannschaft, die in der Lage sein sollte, hochklassigen Handball in Perfektion zu bieten. Die kurzfristigen Verstärkungen brachten die erhoffte Verbesserung. Dennoch fuhr die Mannschaft mit dem festen Willen zu den Randberlinern, dieses Spiel für sich zu entscheiden. Es wurde das erwartete Spitzenspiel, zumindest was die Spannung und Dramatik von der ersten bis zur letzten Minute angeht.
Die Partie begann für die Müllroser erfolgversprechend. Sie gingen mit 2:0 in Führung. Diese behaupteten die Gäste bis zum 7:5 durch Daniel Heine in der 15. Minute, der damit bereits seinen 4. Treffer in diesem Spiel erzielte. Danach brachten sich die Müllroser trotz ihrer weiterhin spielerischen Überlegenheit selbst in Bedrängnis. Und zwar in Form einer zunehmend nachlassenden Chancenverwertung. So holten die Gastgeber den Rückstand auf, glichen zum 7:7 aus und sich bis zur 20. Minute eine 10:8-Führung erspielten. Die letzten zehn Minuten gehörten dann wieder den Schlaubetalern, die sich bis zur Halbzeit erneut eine Zwei-Tore-Führung zum 15:13 erspielen konnten.
Obgleich die HSG-Trainer in der Halbzeitpause die mangelnde Chancenverwertung angesprochen und mehr Konzentration beim Abschluss gefordert hatten, blieb es zunächst dabei, dass die HSG-Akteure selbst klarste Einwurfmöglichkeiten mit schwachen Abschlüssen vergaben. Das nutzten die Gastgeber nicht nur zum Ausgleich, sondern zur erstmaligen Drei-Tore-Führung nach nicht einmal fünf Minuten der 2. Halbzeit. Diese Führung behaupteten die Gastgeber bis zum 21:18 in der 41. Minute.
In Unterzahl verkürzt
Ausgerechnet während einer Zeitstrafe gegen Bernt Kratkey verkürzten die Schlaubetaler in Unterzahl auf 20:21. Tim Truschel glich in der 44. Minute zum 21:21 aus. Ab da war es dann ein reines Kampfspiel. Die Gastgeber legten vor und die HSG glich aus. So beim 24:24 und beim 26:26 in der 57. Minute durch Marcel Jüterbock. Anschließend brachte Robert Kaberidis die Müllroser per Siebenmeter erstmals in Halbzeit II mit 27:26 in Führung.
Als die Gastgeber im Gegenzug ausglichen und nach 58:56-Minuten die Führung zum 28:27 erzielten, stand die Halle Kopf. HSG-Co Trainer Junghanns reagierte prompt mit einer Auszeit, nach der Nico Laeufer 18 Sekunden vor dem Ende den Ausgleich zum 28:28 erzielte. Dagegen gelang den Gastgebern trotz ebenfalls zwölf Sekunden vor dem Ende genommener Auszeit nicht mehr der Siegtreffer.
HSG-Trainer Robert Kaberidis: „Heute können wir in Anbetracht des Spielverlaufs zufrieden sein, nicht verloren zu haben. Dennoch haben wir in den letzten beiden Spielen einen durchaus möglichen Sieg verschenkt. Heute waren es meines Wissens 15 Fehlwürfe und fünf nicht verwandelte Siebenmeter und im Spiel gegen Bad Liebenwerda etwa zehn Chancen, die oft leichtfertig nicht genutzt wurden. Das ist unter dem Strich einfach zu viel, wenn man den Anspruch hat, um den Aufstieg mitspielen zu wollen. An der Einstellung der Mannschaft und ihrem Willen zum Sieg gibt es überhaupt keine Abstriche zu machen.“
HSG Schlaubetal-Odervorland: Lars Möbus, Fiete Skrypczak (beide im Tor), Mateusz Krzyzanowski 8/4, Paskal Korau, Marcel Jüterbock 1, Robert Kaberidis 3/1, Marc Eschenbach 2, Nico Laeufer 5, Daniel Heine 3, David Krüger 2, Tim Truschel 1, Bernt Kratkey 3
Siebenmeter: HSG 10/5, OSG 2/2 – Zeitstrafen: HSG 5, OSG 5