Bis zur 40. Minute war es ein Spiel auf Augenhöhe mit etlichen Fehlern der Gastgeberinnen und einem Gegner, der eines seiner besten Saisonspiele ablieferte. Die meisten der Zuschauer in der Müllroser Schlaubetal-Halle erwarteten von diesem Spiel des Tabellendritten gegen den Letzten der Verbandsliga Süd eine Partie mit spielerisch deutlichen Vorteilen für die Gastgeberinnen. Aber diese gerieten in den ersten beiden Minuten mit 0:1 beziehungsweise 1:2 in Rückstand. Nachdem Caroline Hallert und Jasmin Henkelmann mit zwei Treffern die 3:2-Führung erzielt hatten, schien alles seinen normalen Gang zu gehen. Doch die Gäste konterten und gingen dann auch mit 4:3 in Führung.
In der Folge entwickelte sich ein völlig ausgeglichenes Spiel. Die Gastgeberinnen versuchten mit einer offensiven Deckung den Spielfluss des Gegners zu unterbrechen und durch ein schnelles Umkehrspiel einen deutlichen Vorsprung heraus zu spielen. Das gelang nur in Ansätzen. Die Gründe dafür lagen sowohl in der Deckung der Müllroserinnen als auch im Angriff. Zum einen wurde in der Deckung zu unbeweglich und statisch agiert und zum anderen leistete man sich im Angriff zu viele Fehlabspiele und unplatzierte Torwürfe. Das nutzte der Tabellenletzte, der durch das Einlaufen der Außen und präzise Anspiele immer wieder Lücken in der HSG-Abwehr fand und dies konsequent zu Treffern nutzte. Das führte dazu, dass die Gastgeberinnen ab der 16. Minute zwar ständig mit ein, zwei Toren führten, sich jedoch zu keiner Zeit entscheidend absetzen konnten. So ging es dann auch nur mit einer knappen 13:11-Führung der Schlaubetalerinnen in die Halbzeit.
Umstellung der HSG-Abwehr
Nach der Halbzeit setzten sich die Gastgeberinnen mit einem Doppelpack von Luisa Lehmann und einem Treffer von Sina-Sophie Schübler bis zur 34. Minute bei nur einem Gegentor auf 16:12 ab. Doch das war es dann auch schon, denn bis zur 41. Minute kämpfte sich das Gästeteam wieder auf einen Treffer zum 18:19 heran. Jetzt reagierte HSG-Trainer Tobias Hallert rigoros mit der Umstellung der HSG-Abwehr auf ein passives 6:0 und brachte mit der Einwechslung von Sarah Regen als Abwehrorganisatorin mehr Struktur in die Deckung. Das führte sofort zu mehr Stabilität, mehr Ballgewinnen und auch mehr Sicherheit im Angriff.
Die Folge war, dass den nun auch konditionell nachlassenden Gästen bis zur 48. Minute nur noch ein Treffer gelang, während die Gastgeberinnen sich entscheidend auf 27:19 absetzen konnten. Damit war der Widerstand der Gäste endgültig gebrochen und die Müllroserinnen konnten bis zum Ende doch noch einen deutlichen Vorsprung von elf Toren auf 33:22 herausspielen.
Unbewusst Gegner unterschätzt
HSG-Coach Tobias Hallert: "Das war nicht eines unserer besten Spiele. Sicher hatten einige Spielerinnen unterbewusst im Kopf, dass es leicht sein würde zu gewinnen. Dann klappt das nicht wie gewünscht, der Gegner steigert sich und schon kommt man ins Schwimmen. Entscheidend war dann aber die Deckungsumstellung, über die wir zu unserem eigentlichen Spiel gefunden haben."
HSG Schlaubetal-Odervorland: Marianne Schulz, Melanie Dahms (beide im Tor), Marie-Luise Otto, Sina-Sophie Schübler 1, Caroline Hallert 6, Lysianne Kersten 2, Jasmin Henkelmann 2, Luisa Lehmann 10/1, Sarah Regen, Nora Reinhardt 9/2, Anika Weber 4
Siebenmeter: HSG 4/3, HV 8/4 – Zeitstrafen: HSG 6, HV 5