Harald Selle ist tot
: Wie der Tanzlehrer aus Eisenhüttenstadt Generationen prägte

Mit dem Tod von Harald Selle verliert Eisenhüttenstadt einen prägenden Kopf der Tanzszene, dessen kreatives Engagement für „Tanzlust Jung und Alt“ und das EKO-Ensemble Maßstäbe setzte.
Von
Hagen Bernard
Eisenhüttenstadt
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Auftritt im ehemaligen EKO-Ensemble: Bernd Selle (Hintergrund)

Auftritt im ehemaligen EKO-Ensemble: Harald Selle (Hintergrund/1943-2025) prägte die Tanzszene in Eisenhüttenstadt wie kein Zweiter.

Repro Hagen Bernard
  • Harald Selle, prägender Tänzer aus Eisenhüttenstadt, starb mit 82 Jahren nach schwerer Krankheit.
  • Gründete 1995 den Tanzverein „Tanzlust Jung & Alt“ und prägte die Tanzszene über Generationen.
  • Erfolg im EKO-Ensemble, später Mitgründer des Vereins „Fire & Flame“.
  • Sein Motto: „Tanzen ist Träumen mit den Beinen“ – zahlreiche Preise mit Choreografien erreicht.
  • Beerdigung am 10. November um 11 Uhr in Langewahl.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Harald Selle ist 82-jährig nach einer schweren Krankheit gestorben. Sein Name ist in Eisenhüttenstadt eng mit dem Tanz verbunden. Er hat mehrere Generationen für den Tanzsport begeistert, gründete 1995 den Verein Tanzlust „Jung und Alt“, half vor allem mit Choreografien dem Schneemann Snowy auf die Beine und ist einer der Väter der Eisenhüttenstädter Tanzwoche. Harald Selle wird am 10. November um 11 Uhr in Langewahl beerdigt.

„Er war ein sehr disziplinierter und leidenschaftlicher Tänzer. Er war immer eine treibende Kraft, um traditionelle und moderne Tänze mit den Kindern und Jugendlichen auf die Bühnen zu bringen. Sein Motto ‚Tanzen ist Träumen mit den Beinen‘ wird von den Mitgliedern des Tanzvereins gelebt. Mit hervorragenden Choreografien ist es ihm unter anderem gelungen, viele erste Preise bei Landesmeisterschaften zu erreichen“, erklärt die Vorstandsvorsitzende von Tanzlust, Elke Purps. Den Vorsitz hatte Harald Selle vor fünf Jahren abgegeben.

Harald Selle: Von Thüringen nach Eisenhüttenstadt 

Mit dem Tanzen in Eisenhüttenstadt hatte Harald Selle im EKO-Ensemble begonnen. Im Frühjahr 1968 war der gelernte Grubenelektriker von Sondershausen nach Eisenhüttenstadt gezogen. Dort wollte er sich neben seiner Arbeit als Elektriker im EKO sportlich noch etwas betätigen. Da war sein Weg in dieses Ensemble nahezu folgerichtig.

Schließlich brachte Harald Selle einige tänzerische Erfahrungen mit. In Thüringen hatte er bereits als Karnevalsprinz fungiert und der FDJ-Tanzgruppe des Kalibergbaus angehört.

EKO-Ensemble und Tanzlehrer – Harald Selle feiert Erfolge

Im EKO-Ensemble hatte er schnell Erfolg. So holte er bei den Arbeiterfestspielen in Suhl und Magdeburg mit dieser Formation Gold. Dem Ensemble blieb er bis zur politischen Wende als Tänzer und Tanzlehrer treu. Selbst als 50-Jähriger hatte Harald Selle bei den Vorführungen noch im Mittelpunkt gestanden. Dabei hatte er sich auch einiges an theoretischem Rüstzeug zugelegt. So absolvierte Harald Selle in den 1970er-Jahren ein Fernstudium zum Tanzlehrer.

Harald Selle als Vorsitzender des Vereins von Tanzlust Jung und Alt

Harald Selle als Vorsitzender des Vereins von Tanzlust Jung und Alt

Gerrit Freitag

Auch in seinem privaten Umfeld ging es sehr künstlerisch zu, wie seine Tochter Dana Selle bestätigt. „Wenn Familientreffen anstanden, wurden in der Regel Liedtexte und Instrumente hervorgeholt, wurde getanzt, gesungen und auch gefeiert.“ Natürlich hatten sein Sohn und seine Tochter so wie viele andere Kinder in Eisenhüttenstadt über ihn zum Tanzsport gefunden.

Harald Selle und die Entwicklung von Fire & Flame und Tanzlust

Die tragenden Kräfte im EKO-Ensemble waren Harald Selle und Manfred Hoffmann. Ihr Engagement setzte sich auch in den 1990er-Jahren fort. So ging aus dem EKO-Ensemble der später sehr erfolgreiche und präsente Verein „Fire & Flame“ mit dem Vorsitzenden Manfred Hoffmann hervor und der ebenfalls hoch angesehene Verein Tanzlust „Jung & Alt“. Harald Selle hatte Manfred Hoffmann jahrelang auch bei „Fire & Flame“ zur Seite gestanden.

Ab 1995 änderte sich das etwas, als Harald Selle mit seiner Frau Simone den Verein Tanzlust „Jung und Alt“ ins Leben rief. Er fungierte dort als Mann für alles. So als Choreograf und Tanzlehrer und über viele Jahre als Vereinsvorsitzender. Dort konnte sich der gelernte Elektriker auch als Handwerker betätigen und beispielsweise erfolgreich seine Kenntnisse zur Herrichtung der Trainingsstätte in der ehemaligen Kantine des Plattenwerks im Ortsteil Fürstenberg einbringen.

Arbeiterfestspiele

Die Arbeiterfestspiele waren kulturelle Veranstaltungen in der DDR, bei denen Arbeiter und Künstler aus verschiedenen Betrieben und Regionen zusammenkamen, um sich in Theater, Tanz, Musik und anderen Künsten zu messen und auszutauschen.

Quellen: Kultur in der DDR

Außerhalb des Vereins hatte er auch zusammen mit seiner Frau Zumba-Kurse organisiert und zahlreiche Tanzstunden an Schulen in Beeskow, Mixdorf, Frankfurt, Fürstenwalde und Eisenhüttenstadt gegeben.