Hochwasser an der Oder: Höchste Alarmstufe auch bei Eisenhüttenstadt möglich

Beim Hochwasser im Februar dieses Jahres waren die Oder-Wiesen bei Eisenhüttenstadt überflutet. Damals galt Warnstufe 1. Jetzt schließt das Land die höchste Warnstufe 4 nicht aus.
Stefan LötschNoch sind die Pegelstände an der Oder zwischen Ratzdorf, Eisenhüttenstadt und Frankfurt eigentlich weit von einer Hochwasseralarmstufe entfernt. Doch die Wasserstände werden ab Montag (16. September) sehr schnell steigen und bald die Hochwasserwarnstufen erreichen.
Nach der Beratung mit Land, Landkreisen, THW und Bundeswehr erklärte der zuständige Umweltminister Axel Vogel am Sonntag (15. September), dass ab Mitte der Woche (ab 19. September) an Elbe und Oder in Brandenburg Hochwasserwarnstufe 3 erreicht werden könne, auch Stufe 4 sei nicht ausgeschlossen.
In Eisenhüttenstadt würde ab einem Pegelstand von 5,85 Meter die Warnstufe 3, ab 6,30 Meter die Warnstufe 4 ausgerufen werden. Am Sonntag lag der Pegel am Abend um die 2,40 Meter, wird ab Montag aber sehr deutlich ansteigen. Für Dienstagabend sind nach derzeitigem Stand (Sonntag) vier Meter prognostiziert.
Wir berichten hier im Newsblog zur aktuellen Hochwasserlage in Brandenburg.
Hochwasser an der Oder: Was ab Warnstufe 4 passiert
In Ratzdorf liegen die Grenzwerte bei 5,60 Meter (Warnstufe 3) bzw. 5,90 Meter (Warnstufe 4). Der Wasserstand lag am Sonntag um 2,20 Meter. Ähnlich sieht es in Frankfurt aus. Ab Warnstufe 3 wird unter anderem ein Wachdienst an den Deichen eingerichtet und es ist mit Überflutungen zu rechnen. Ab Warnstufe 4 ist mit Überflutung größerer Flächen einschließlich Straßen und Anlagen in bebauten Gebieten zu rechnen.
„Für die Lausitzer Neiße, die Schwarze Elster und die Spree entscheidet die Menge der noch fallenden Niederschläge, ob Stufe 2 erreicht oder gar überschritten wird. Die Hochwassermeldezentrale und das Pegelportal Brandenburg unter https://pegelportal.brandenburg.de/start.php informieren über den aktuellen Stand“, teilte das Landesumweltamt mit. Genauere Prognosen können am Montag (16. September) gegeben werden. Die Lausitzer Neiße fließt bei Ratzdorf in die Oder.
Angesichts möglicher Hochwasser auch in Brandenburg haben sich am Sonntagnachmittag Landesregierung, Landkreise und kreisfreie Städte in einer Telefonkonferenz auf ein abgestimmtes Vorgehen verständigt. Die Telefonkonferenz hatte Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke aufgrund der sich in den Flusszuläufen nach Brandenburg in Polen und Tschechien zuspitzenden Lage kurzfristig einberufen. An der Beratung nahmen auch Vertreter des Technischen Hilfswerks, des Landeskommandos der Bundeswehr und der Feuerwehr teil. Zugleich wurde vereinbart, beiden Ländern, aber auch eventuell betroffenen Bundesländern, technische Hilfe anzubieten und bei Bedarf umgehend zu handeln.

