Hochwasser an der Oder
: Vorwarnung – höchste Warnstufe am Oderbruch möglich

Das Odergebiet bereitet sich auf eine Herbst-Flut vor. Das Hochwassermeldezentrum hat eine Vorwarnung herausgegeben.
Von
Ulf Grieger
Seelow
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Die Idylle an der Oder bei Hohensaaten trügt: In der kommenden Woche werden erheblich steigende Pegel an der Oder erwartet.

Die Idylle an der Oder bei Hohensaaten trügt: In der kommenden Woche werden erheblich steigende Pegel an der Oder erwartet.

Ulf Grieger

Die Warn-App Nina hat eine amtliche Hochwasserwarnung des Hochwassermeldezentrums Brandenburg versandt. Darin wird die Bevölkerung an der Oder aufgefordert, sich regelmäßig über die aktuelle Wetter- und Hochwasserentwicklung zu informieren. Im Hochwasserentstehungsgebiet der Oder in Tschechien und Polen wurden in den letzten vier Tagen bis Freitag (13. September) um 11 Uhr Niederschlagssummen zwischen 30 und 100 mm gemessen. Bis einschließlich Sonntag (15. September) werden weitere ausgiebige Niederschläge erwartet (lokal bis 250 mm).

Nach heutigem Kenntnisstand können an den Pegeln im oberen Grenzoderabschnitt Mitte der kommenden Woche die Richtwerte der Alarmstufe 1 erreicht werden. Höchststände bis in den Bereich der Alarmstufe 3 sind zu erwarten und ein Erreichen der Richtwerte der Alarmstufe 4 ist nicht auszuschließen.

Die Aussagen zu den Höchstständen seien noch mit erheblicher Unsicherheit behaftet und werden mit der Hochwasserinformation am Montag (16.September) bei präziseren Vorhersagen aktualisiert, so das Meldezentrum. Aussagen zum Scheiteleintritt an den Pegeln im Grenzoderabschnitt könnten noch nicht getroffen werden.

Kreis sieht noch keinen Grund zur Sorge

Im Kreis Märkisch-Oderland bereite man sich auf die anstehende Situation vor, erklärt Johanna Seelig, Sprecherin der Kreisverwaltung: „Wir nehmen die Situation ernst und entsprechende Vorbereitungen finden statt. Aktuell besteht kein Grund zur Sorge.“ Sollte sich die Situation über das Wochenende ändern, werde der Kreis entsprechend früh informieren und die betroffenen Regionen im Oderbruch darauf vorbereiten. Am Montag gibt es dazu eine Lagebesprechung in Seelow.

Der Landkreis verfüge über ein abgestimmtes Abwehrdokument zum Oderhochwasser. In diesem sind die Handlungsanweisungen für die Kreisverwaltung, aber auch für betroffene Kommunen sowie weitere beteiligte Partner beschrieben. Dieser Plan werde regelmäßig aktualisiert und mit allen Beteiligten abgestimmt. Gleiches gilt für die Stabsarbeit im Allgemeinen. Die hier notwendig werdenden Führungsstrukturen sind allen Beteiligten bekannt und erprobt.

Baustelle wird gesichert

Derzeit werde die letzte Baumaßnahme am Deich abgeschlossen. Somit ist der Deich auf seinen 78 Kilometern vollständig gesichert. Der Gewässer- und Deichverband Oderbruch (GEDO) führe derzeit Maßnahmen durch, um den Deichbereich für den Einsatz der Deichläufer vorzubereiten.
Der Deichwachdienst mit seinen Deichläufern wird im Fall der Fälle durch die betroffenen Kommunen gestellt und wurde regelmäßig geschult.

Der für das Oderbruch wichtige Pegel Kienitz zeigt aktuell noch keinen großen Anstieg. Er liegt mit 2.10 Metern am Freitag (13. September) auf Mittelwasserniveau. Erst bei 4,80 Meter erreicht er die Alarmstufe 1. Bei Alarmstufe III, die bei 5,80 Meter ausgerufen wird, kommen die Deichläufer zu Einsatz. Bereits vorher ist der Deich unter ständiger Beobachtung, da niemand genau weiß, wie es Biberschäden gibt.