Hund in Eisenhüttenstadt: Warum Eva nicht sofort umziehen darf

In der Kennenlernphase: Kai-Uwe Krenz führt Tierheimhündin Eva fast täglich aus. Im September möchte er die zweijährige Hündin zu sich nach Hause nehmen.
Hagen Bernard- In Alinas Tierheim in Eisenhüttenstadt entsteht zwischen Eva und Gassigänger Kai-Uwe Krenz eine enge Bindung.
- Er führt die zweijährige Hündin fast täglich aus – Spaziergänge dauern 60 bis 90 Minuten.
- Adoption ist für September geplant, da er vorher eine Woche verreist und eine zeitweise Rückgabe vermeiden will.
- Eva lernt schnell, ist leinenführig und reagiert auf Kommandos; Ruhe beim Start übt sie noch.
- Krenz verlor kürzlich zwei Hunde und sucht nun für Eva ein dauerhaftes Zuhause.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Wohl kaum ein Tierheim kommt ohne seine Gassigänger aus. Für viele Hunde sind diese Ehrenamtler weit mehr als Menschen, die sie nur kurz vor die Tür bringen. Sie schenken Zeit, Aufmerksamkeit und ein Stück Freiheit. Gleichzeitig profitieren auch die Helfer selbst: Wer keinen eigenen Hund halten kann, findet auf diese Weise dennoch Nähe zu einem geliebten Vierbeiner.
Für die Tiere bedeuten die Spaziergänge Bewegung, Abwechslung und wichtige soziale Erfahrungen außerhalb des Tierheimalltags. Denn so engagiert die Mitarbeiter auch sind – für jedes einzelne Tier bleibt im oft hektischen Alltag nur begrenzt Zeit.
In Alinas Tierheim an der Oderlandstraße in Eisenhüttenstadt gibt es derzeit fünf Gassigänger, auf die regelmäßig Verlass ist. Tierheimmitarbeiterin Kathleen Bonack sagt, dass es zwar noch weitere Helfer gebe, doch mit diesen fünf könne man fest planen.
Tierheim Eisenhüttenstadt: Fünf Gassigänger geben Hunden Halt
Einer von ihnen ist Kai-Uwe Krenz. Fast täglich kommt er zwischen 9 und 10 Uhr ins Tierheim – und das aus einem ganz besonderen Grund.
Er ist erst seit wenigen Wochen als Gassigänger dort unterwegs. Seine Verbindung zu Hunden reicht jedoch viel weiter zurück. „Ich halte seit 40 Jahren Hunde. Derzeit keinen. Am 5. Mai 2026 musste ich meine große Hündin, einen Mischling, wegen Krebs einschläfern lassen. Da war leider nichts mehr zu machen. Drei Wochen später starb auch die Kleine, ein reinrassiger Royal Corgi. Sie hatte so um die Große getrauert, dass sie nichts mehr fraß“, erzählt er.
Der doppelte Verlust innerhalb kurzer Zeit hat ihn tief getroffen. Zwar war er mit der kleinen Hündin noch beim Tierarzt und versuchte alles, damit sie wieder zu Kräften kommt. Doch weder Ergänzungsfutter noch Infusionen konnten ihr helfen. Die Trauer war stärker.
Gassigänger: Trauer um Hunde prägt Kai-Uwe Krenz
Inzwischen hat Kai-Uwe Krenz wieder Hoffnung gefasst – und die hat einen Namen: Eva. Die zweijährige Hündin aus der Ukraine hat sein Herz im Sturm erobert. „Ich habe nur Mädchen. Die sind etwas anders als Rüden“, sagt er mit einem leichten Lächeln.
Dass Eva, wie im Tierheim üblich, bereits kastriert ist, stört ihn nicht. „Das hätte ich auch gemacht. Mit der Zeit hat man so seine Erfahrungen. Sie sind dann pflegeleichter.“
Für ihn ist längst klar: Eva soll ein neues Zuhause bei ihm bekommen. „Ich habe sie gesehen und sie hat mir sofort gefallen. Die will ich haben. Sie ist ein sehr sportlicher Hund. Doch man muss noch ein bisschen mit ihr üben. Jetzt bin ich für sie nur irgendwer, der mit ihr spazierengeht. Doch sie muss zu mir auch Vertrauen fassen“, sagt der sportlich wirkende Mann. Er vermutet, dass in ihr ein Stafford-Mischling steckt.
Tierheim-Hund: Eva soll bald ein neues Zuhause bekommen
Jeden Tag geht der Erzieher mit Eva 60 bis 90 Minuten spazieren. In dieser Zeit wächst sichtbar eine Bindung. „Eva lernt sehr schnell. Ich stelle ihr regelmäßig Suchaufgaben. Es ist ein Kopfhund, ein Arbeitstier.“ Auch auf Kommandos wie „Sitz“ höre sie bereits gut.
Nur eines beschäftigt ihn noch: Wenn er ins Tierheim kommt, ist Eva oft völlig aus dem Häuschen. Sie springt herum, ist aufgeregt und will am liebsten sofort los. „Ich muss sie dazu bringen, ruhig abzuwarten, bis ich mit ihr spazieren gehe. Sie kommt aber schnell wieder runter. Wenn wir das Tierheim verlassen haben, ist sie ein völlig anderer Hund. Sie ist leinenführig. Das sieht schon sehr gut aus.“
Hund Eva: Warum die Adoption erst im September erfolgt
Noch aber muss Eva warten. Erst im September will Kai-Uwe Krenz sie endgültig zu sich holen. Der Grund ist ihm wichtig – und zeigt, wie ernst er es meint: „Ich muss vorher noch für eine Woche weg und kann sie nicht mitnehmen. Wenn ich sie für eine Woche wieder ins Tierheim bringe, denkt sie, dass sie erneut abgeschoben wird. Das möchte ich nicht.“
Dann fügt er einen Satz hinzu, in dem viel Verantwortung und Zuneigung mitschwingen: „Ansonsten bleibt ein Hund bei mir, solange er lebt.“


