Hund in Neuzelle: Viele Stunden wartete sie an der L45 auf Rettung

Versteckte sich in dieser Röhre: eine unbekannte Mischlingshündin. Tierheimmitarbeiter aus Eisenhüttenstadt retteten sie zusammen mit Tierfreunden.
Jana Feister- In Neuzelle wartete ein ausgesetzter Hund tagelang an der L45 auf seinen Halter.
- Er kroch immer wieder in eine zehn Meter lange Straßenunterführung – die Situation war riskant.
- Das Tierheim am See in Eisenhüttenstadt fing die verängstigte Hündin nachts mit einer Falle.
- Beim Tierarzt erfolgte eine Gebärmutter-Operation, danach zeigte sie sich freundlich.
- Nach 14 Tagen ohne Besitzer meldet das Tierheim: Die Mischlingshündin wird zur Adoption freigegeben.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Viele Stunden irrte ein Hund auf der Landesstraße L45 zwischen den Neuzeller Ortsteilen Bahro und Göhlen umher – offenbar verloren, verängstigt und in der Hoffnung, doch noch von seinem Herrchen abgeholt zu werden. Jedes Mal, wenn ein Auto kam, näherte sich das Tier. Immer wieder kroch der Hund in eine etwa zehn Meter lange Röhre, die als Unterführung der Straße diente.
Auch Gassigänger beobachteten das über einen längeren Zeitraum und meldeten es schließlich dem Tierheim am See in Eisenhüttenstadt. Die von Jana Feister geführte Einrichtung ist für die Fundtiere im Amt Neuzelle zuständig.
„Anscheinend wurde der Hund dort ausgesetzt und wartete vergeblich auf seinen Halter. Doch für das Tier sind die Kontaktversuche mit den vorbeifahrenden Autos sehr gefährlich“, erklärt die Tierheimleiterin. Am späten Abend machte sie sich deshalb selbst auf den Weg zu der beschriebenen Röhre, konnte das Tier dort jedoch zunächst nicht entdecken. Kaum war sie wieder zurück, erreichte sie erneut die Mitteilung: Der Hund sei an der Röhre und belle.
Tierheim rettet ausgesetzten Hund nach dramatischer Suche
Beim zweiten Versuch entdeckte Jana Feister den Hund schließlich – doch das völlig verängstigte Tier verkroch sich sofort in die Röhre. Jana Feister folgte ihm, konnte ihm in der engen Unterführung jedoch keine Leine anlegen. „Das war auch für mich gefährlich, schließlich hätte der Hund auch in mein Gesicht beißen können, ich hätte keine Ausweichmöglichkeit gehabt.“ Trotz der Mithilfe zweier Frauen und eines hilfsbereiten Motorradfahrers gelang dem Hund erneut die Flucht in den Wald.
Jana Feister holte daraufhin eine Hundefalle, die sie gemeinsam mit einer Begleiterin an der Röhre aufstellte. Zunächst kam der Hund zwar noch zu ihrem Auto, doch als sie ausstieg, rannte er wieder davon. Erst nach stundenlangen Bemühungen lief das Tier gegen Mitternacht endlich wieder in die Röhre. Jana Feister kroch erneut in die Röhre und trieb damit den Hund am anderen Ende in die Falle. „Da haben wir Glück gehabt. Draußen war sie völlig verängstigt. Bei uns hat sie erst einmal sehr lange getrunken. Danach reagierte sie auf uns sehr freundlich. Das ist eine super liebe Hündin“, erzählt Jana Feister.
Hündin kann nach Gebärmutter-Operation vermittelt werden
„Zunächst einmal musste sie zum Tierarzt. Sie hatte einen grünen Ausfluss, das passiert bei einer hormonellen Veränderung. Sie wurde an der Gebärmutter operiert.“ Weil sich auch nach 14 Tagen kein Besitzer gemeldet hat, will Jana Feister die Mischlingshündin nun zur Adoption freigeben. Theoretisch könnte ein Besitzer den Hund innerhalb eines halben Jahres zurückfordern. Er müsste dann jedoch für alle Kosten aufkommen.
Für Jana Feister ist der Fall leider kein Einzelfall. Innerhalb kurzer Zeit sei es bereits das zweite Mal, dass im Amt Neuzelle ein frei laufender Hund angetroffen wurde, den offenbar niemand vermisst. „Vielleicht wollte sich jemand wegen des Ausflusses die Behandlungskosten sparen, wir können es nur vermuten“, sagt sie. Dabei sei die Hündin nicht nur besonders freundlich, sondern auch einfach eine sehr schöne Hündin. Sie hat eine Schulterhöhe von 60 Zentimetern und wiegt etwa 25 Kilogramm.

