Immobilien Eisenhüttenstadt
: Das hat die EWG im Club am Anger vor – das wird gesucht

Die Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft hat im Jahr 2024 den Club am Anger am Platz der Jugend gekauft. Das ist geplant, das wird gesucht.
Von
Janet Neiser
Eisenhüttenstadt
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Ehemaliger Club am Anger am Platz der Jugend in Eisenhüttenstadt

Der ehemalige Club am Anger auf dem Platz der Jugend in Eisenhüttenstadt wird wieder geöffnet. Jeder ist willkommen und darf auch etwas mitbringen.

Janet Neiser
  • Der Club am Anger in Eisenhüttenstadt soll als Nachbarschaftstreffpunkt wiederbelebt werden.
  • Die EWG hat die Immobilie Ende 2024 gekauft und mit Modernisierungen begonnen.
  • Am 21. Juli 2025 findet eine Planungswerkstatt zur zukünftigen Nutzung statt.
  • Bürger können ihre Ideen einbringen und werden um alte Fotos des Clubs gebeten.
  • Ziel ist ein lebendiger Ort für Begegnungen im Wohnkomplex V.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Nein, ein „Lost Place“ ist der Club am Anger auf dem Platz der Jugend in Eisenhüttenstadt nicht mehr. Seit die Eisenhüttenstädter Wohnungsbaugenossenschaft (EWG) die Immobilie von der früheren Betreiberin der Bierbar gekauft hat – das war Ende des vergangenen Jahres – hat sich einiges getan. Damit sind nicht nur die pinkfarbenen Fenster- und Türverkleidungen an der Außenhülle gemeint, die im Vorfeld des Tages der Baukultur im Mai entstanden sind.

Mit „Fünf für Hütte“ gab es bereits zum Jahresende 2024 eine bemerkenswerte und nachhallende Ausstellung im ehemaligen Club, die genaugenommen „Neun für Hütte“ hätte heißen müssen. Denn es wurden so viele Ideen und Zukunftsvisionen für Eisenhüttenstadt präsentiert, dass es letztlich mehr als geplant wurden.

In unmittelbarer Nachbarschaft führte die EWG zudem ihren Weihnachtsmarkt durch – alles zur Belebung des Platzes und damit dieser endlich wieder wahrgenommen wird und eben kein Lost Place, also kein verlorener Ort, mehr ist.

Es gab bereits mehrere Initiativen auf dem Platz

All das wurde bereits ein Jahr zuvor durch Martin Maleschka angestoßen, der am 1. Mai 2023 einen Subbotnik auf dem Platz der Jugend durchgeführt hatte. Dessen gesamtes Gebäudeensemble hat nicht nur verschiedene Eigentümer, sondern steht auch unter Denkmalschutz. In dessen Folge gab es dort dann auch das Kulturlandfestival. Die EWG nahm diesen frischen Wind auf, zumal die ehemalige Schule V an diesem Platz lange Zeit im Gespräch gewesen ist, was den Aufbau eines Bildungscampus' der Schule für Gesundheits- und Pflegeberufe angeht.

Seit wenigen Wochen verfügt der ehemalige Club über einen Fernwärmeanschluss und neue Anschlüsse für Wasser und Strom, alles im Auftrag der EWG, die von Beginn an vorhatte, die Immobilie wieder einer Nutzung zuzuführen. Aus diesem Grund gab es im bereits im März ein spannendes Politik-Experiment. „Voll auf die 12“ hieß es da. Es ging darum, dass Bürger sich selbst und ihre Ideen einbringen, wie der Club und der Platz wieder schöner und belebter werden können.

Planungswerkstatt im Club am Anger Eisenhüttenstadt

Wirklich gut besucht war die damalige Veranstaltung im Club am Anger nicht. Der Austausch vor Ort allerdings war nichtsdestotrotz sehr intensiv und sehr gut. So gut, dass Stanley Fuls, der Vorstandsvorsitzende der EWG jetzt einen weiteren Versuch der Bürgerbeteiligung unternimmt. Am  21. Juli 2025 ab 16 Uhr wird im Club am Anger eine Planungswerkstatt durchgeführt. Dazu hat sich die Wohnungsbaugenossenschaft Unterstützung geholt, von CoWorkLand, einer Gemeinschaft für Coworking-Spaces im ländlichen Raum und der Kienbaum Stiftung. Und auch diesmal sind die Eisenhüttenstädter gefragt.

In der Einladung heißt es: „Der Club am Anger steht leer – doch er wartet nicht still. Wir laden alle Anwohnerinnen und Anwohner herzlich ein, unsere Ideen für diesen besonderen Ort kennenzulernen und gemeinsam darüber ins Gespräch zu kommen, was es braucht, damit hier ein neuer, lebendiger Treffpunkt für die Nachbarschaft entstehen kann.“

Lob für Platz der Jugend in Eisenhüttenstadt

Mit dabei wird dann auch Tobias Kremkau von CoWorkLand sein. Er erinnert sich an seinen ersten Eindruck vom Platz der Jugend. „Als jemand, der in den 1990er-Jahren im Magdeburger Plattenbauviertel Neu-Olvenstedt aufgewachsen ist, war der Besuch des Platzes für mich eine kleine Zeitreise – und zugleich ein äußerst spannender Termin.“ Die ursprünglich sehr durchdacht angelegten Strukturen seien bemerkenswert gut erhalten, was selten geworden sei. „Insbesondere die Funktionsgebäude wie die Schule, der Club und die Kaufhalle am Anger zeugen von einer baulichen Qualität, die auch heute noch überzeugt. Würden diese Orte wieder mit Leben gefüllt, könnten sie einen erheblichen Beitrag zur Lebensqualität im Wohnkomplex V leisten.“

Er kenne das Gefühl, „wenn funktionale Räume plötzlich leer stehen, Begegnungsorte verschwinden und das Leben sich zunehmend in den privaten Rückzug verlagert“. Umso mehr berühre es ihn, wenn sich die Chance biete, diesen Orten neues Leben einzuhauchen, sie nicht als Relikte der Vergangenheit, sondern als sogenannte Mehr-Wert-Orte der Zukunft zu verstehen.

Die Veranstaltung ist der EWG zufolge offen für alle – jung oder alt, neu im Wohnkomplex V oder schon lange verwurzelt. Die Perspektive eines jeden Einzelnen zähle. Teilnehmer der Planungswerkstatt sollen auch gern alte Fotos vom Anger oder vom Club mitbringen. Und die Hauptfrage dort wird sein: Was soll der Club am Anger können?

Wer vorab noch Fragen hat, kann sich per E-Mail an Tobias Kremkau von CoWorkLand wenden.

Planungswerkstatt im Club am Anger, Platz der Jugend, Eisenhüttenstadt: 21. Juli 2025, 16 Uhr.