Klimaschutz
: Klima-Beirat für grüne Offensive

Gartenbau-Ingeniuer Siegfried Schulz stellte auf seiner Geburtstagsfeier in Müllrose sein Klima-Projekt für die Region vor.
Von
Jörg Kotterba
Müllrose
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Mit 88 voller Ideen: Siegfried Schulz präsentiert sein Klima-Projekt.

Jörg Kotterba

Der jetzt 88-jährige Gartenbau-Ingenieur Siegfried Schulz, auch Baumdoktor genannt, hat in Müllrose sein Projekt „Klimafreundliche Region – Alternativen zum Klimawandel“ vorgestellt. In Präsenz von Stadtpolitikern und Unternehmern sprach sich das langjährige Mitglied im Ratgeber-Team der „Märkischen Oderzeitung“ am Sonnabend für die Gründung eines zehnköpfigen Klima-Beirats aus.

„Der Klimawandel, vor Jahren von der Politik und der Bevölkerung noch als Zukunftsproblem angesehen, ist global mit voller Wucht zur Tagesaufgabe geworden“, erläuterte Schulz, der seit 27 Jahren in Müllrose lebt. Die Bewohner Ost-Brandenburgs könnten – wenn auch in kleinen Schritten – etwas gegen den Klimawandel tun. „Ich plädiere für eine grüne Offensive. Denn Grün ist Leben und Bäume die Lebensversicherung der Menschen.“ Deshalb sollten in den Städten und Dörfern mehr Bäume und Gehölze gepflanzt werden, „zur Stärkung der Fotosynthese, Feinstaubbindung, Wasserregelung und Temperaturgestaltung. In jeder Gemeinde sollten die in den letzten 15 Jahren gepflanzten Bäume in einem Baumkataster erfasst und ein Pflegekonzept erstellt werden. Anwohner sollten Baumpatenschaften übernehmen und Unternehmer Bäume für eine saubere Luft sponsern.“

Schulz, der über lange Jahre Betriebsleiter von Gartenbaubetrieben und Vorsitzender Bezirksverband der Kleingärtner war, plädiert unter anderem auch für die Schaffung von Streuobstwiesen für die Insektenförderung und fordert die Schuldirektoren auf, in ihren Einrichtungen die Unterrichtsfächer Physik, Chemie und Biologie intensiver mit dem Thema Klimawandel zu verbinden. Sein Projekt „Klimafreundliche Region“ solle Mut machen, „aufzuzeigen und zu helfen, sich den Herausforderungen des Klimawandels zu stellen.“

Der Klima-Beirat für Müllrose, Brieskow-Finkenheerd und die Region werde in Abstimmung mit den Ämtern von Naturwissenschaftlern, einem Arzt, Unternehmern und einer Schuldirektorin gegründet, versicherte  Siegfried Schulz. Namen von Gründungsmitgliedern nannte er nicht. Da sich aber Jürgen Fritzsche, Facharzt für Allgemeinmedizin, ebenso mit Hingabe in die Diskussion einbrachte wie Ullrich Zimmer, Chef der Müllroser Hoch-, Tief- und Straßenbau GmbH, „outeten“ sich zwei der Mit-Initiatoren. Fritzsche forderte mehr Transparenz und die Einbeziehung möglichst vieler Bürger. „Ich wünsche mir auch ein Flächenkataster, das uns zeigt, wo weitere Bäume gepflanzt werden können.“ Auch Ullrich Zimmer wünscht sich die Baum-Bepflanzung von freien Flächen, die nicht als Bauland deklariert sind. „Da beziehe ich auch Ackerflächen mit ein, die sich wirtschaftlich nicht tragen.“

Zu den Bäumen, die einen trockenen Sommer und einen kalten Winter gut überstehen, zählen nach Auskunft des Ex-Landesgartenfachberaters Siegfried Schulz Feld- und Eschen-Ahorn, Grau-Erle und Vogelkirsche, Echte Mehlbeere, Badische Eberesche, Mandschurische Linde und Sibirische Ulme.