Klosterbrauerei Neuzelle: So entsteht die berühmte rote Fassbrause nach DDR-Art

Die Klosterbrauerei Neuzelle bietet auch Kindern eine spannende Zeit und leckere Getränke. Emilia (v.l.), Leonie aus Neuzelle sowie Arian und Annahita aus Guben lieben die rote Brause namens Himmelspforte und stoßen im Klosterladen damit an. Wo und wie diese hergestellt wird.
Janet Neiser- Die Klosterbrauerei Neuzelle bietet die rote Fassbrause „Himmelspforte“ nach DDR-Rezept an.
- Führungen für Kinder bieten spannende Einblicke – Brauseherstellung ist ein Highlight.
- Die Brauerei setzt auf traditionelle Methoden und verzichtet bei der Brause auf künstliche Farbstoffe.
- Neben Brause und Bier gibt es auch Wasser aus eigenem Brunnen und alkoholfreie Getränke.
- Historische Gebäude und Produktionsgeräte machen die Brauerei auch architektonisch interessant.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Gluck, gluck, weg war sie, könnte man sagen. Lange bleibt die „Himmelspforte“ in keinem der Gläser. Und Emilia, die Kleinste, hat an diesem Tag tatsächlich als Erste ausgetrunken. Kein Wunder: Erstens ist es mächtig heiß draußen, und zweitens schmeckt die rote Brause aus der Klosterbrauerei Neuzelle nun mal besonders lecker.
Das sehen Emilias Schwester Leonie sowie die Geschwister Arian und Annahita offensichtlich genauso. Zumindest gibt es auf die Frage, ob es schmeckt, ein gemeinschaftliches Nicken und dann hängen die Lippen schon wieder am Glas. Zurück vom Genuss bleibt meist ein roter Schnurrbart.
Klosterbrauerei in Neuzelle: Führungen für Kinder
Kinder sind in der Klosterbrauerei unweit des Brandenburger Barockwunders auf dem Klostergelände gern gesehene Gäste. Es gibt sogar extra Führungen für sie – jedenfalls nach Anmeldungen. „Wir stellen uns dann auf diese Altersgruppe ein“, erklärt Anke Maaß, die für die Gästebetreuung zuständig ist. „Das wird dann alles kindgerechter gemacht.“
Schulklassen nehmen dieses Angebot hin und wieder an. Mal geht es darum, einfach ein lokales Unternehmen kennenzulernen, mal sind die Kinder bereits etwas älter und behandeln in der Schule gerade die alkoholische Gärung oder aber es geht konkret um die Ausbildung und die Vorstellung eines traditionellen Handwerks.
Geschichten sowie Informationen über und aus der Brauerei am Brauhausplatz Neuzelle gibt es viele. Aber auch für Familien mit Kindern ist eine Führung lohnenswert.
Wo die rote Brause in der Klosterbrauerei Neuzelle hergestellt wird
Mit Blick auf die Jüngsten würden Frage-Antwort-Spiele super funktionieren, sagt Anke Maaß. Natürlich gehe es bei allen Führungen vor allem ums Bier – schließlich befindet man sich in einer Brauerei. Aber die Frage, die den meisten Kindern tatsächlich auf der Zunge brennt, ist laut der Gästebetreuerin: „Wo wird denn die rote Brause gemacht?“ Klar, dass sie dann auch einen Abstecher in die Abfüllhalle macht und auf den großen silbernen Behälter zeigt, in dem sich das rote Getränk befindet.
Da erklärt sie dann auch gleich, dass Limonade eben nicht durch Gärung entsteht, sondern dass die Zutaten dafür lediglich gemischt werden – nach einer strengen Rezeptur. Und zu der gehört vor allem auch Zucker. Der Bottich dafür ist ebenfalls für jeden Besucher sichtbar. Man habe den Zuckergehalt in den vergangenen Jahren etwas reduziert, sagt Anke Maaß. Aber ganz weglassen könne man ihn nicht, ansonsten wäre die rote Brause eben nicht mehr die bekannte rote Brause aus Neuzelle.
Auf deren tatsächlich unvergleichlichen Geschmack und die kräftige Farbe ohne künstliche Farbstoffe ist Geschäftsführer Stefan Fritsche mächtig stolz. Es handele sich um Himbeer-Kirsch-Fassbrause – die mittlerweile ganz ohne E-Stoffe auskommt. Das ursprüngliche Rezept dafür soll noch aus der DDR stammen, erzählt der Brauereichef. Nachdem die Klosterbrauerei Anfang der 1990er-Jahre privatisiert wurde – Stefan Fritsches Vater Helmut war bis Ende April 2024 Eigentümer und Geschäftsführer –, habe der erste Braumeister, der aus Halle stammte, die Rezeptur mitgebracht, berichtet er.
Klosterbrauerei in Neuzelle: woher der Name der Fassbrause kommt
„Wir wollen genau diesen Geschmack haben“, betont Fritsche und spricht damit Emilia, Leonie, Arian, Annahita und all den anderen Kindern und erwachsenen Brause-Fans aus dem Herzen. Und er ist überzeugt: „Das ist das beste Produkt, das man unter dem Begriff rote Fassbrause machen kann.“
Aber wie kam die Brause zum Namen „Himmelspforte“? „Wir sind nun mal eine Klosterbrauerei. Wir haben überlegt, was mit Kloster und Glauben zu tun hat und kamen auf Himmel.“ Und die Pforte zum benachbarten Kloster ist auch nicht weit. „Wir wollten ein himmlisches Getränk für Kinder machen.“
Dieses Getränk bekommen die Mädchen und Jungen auch nach einer Führung durch die Brauerei, die etwa 30 bis 45 Minuten dauert. Je nachdem, wie wissbegierig die Teilnehmer sind. „Kinder stellen oft die meisten Fragen“, weiß Anke Maaß aus Erfahrung. Wer als Familie kommen möchte, kein Problem. Für die Erwachsenen gibt es Bier, für die Kinder Brause.

Prost: Emilia, Leonie, Arian und Annahita lassen es sich im Laden der Klosterbrauerei schmecken.
Janet NeiserDie Himmelspforte ist übrigens nicht das einzige nichtalkoholische Getränk, das in der Klosterbrauerei abgefüllt wird: Da gibt es unter anderem auch noch Wasser aus einem eigenen Brunnen – sehr empfehlenswert – sowie Bier ohne Alkohol.
Die Klosterbrauerei weiß aber nicht nur durch ihre Getränke zu begeistern, die teilweise sogar nach Asien exportiert werden, sondern auch durch das historische Bauwerk selbst und die dortigen Produktionsgeräte.
Bei der Führung geht es unter anderem in einen kleinen Turm, der die Hülle für eine märchenhafte Wendeltreppe bietet, die verschiedene Bereiche des Unternehmens verbindet. „Die Treppe könnte glatt aus Dornröschen stammen“, sagt Anke Maaß und Annahita fühlt sich beim Herabsteigen der Stufen bestimmt wie eine kleine Prinzessin. Die Neunjährige hat übrigens gegenüber Erwachsenen echte Vorteile in der Brauerei. Sie kann sich nämlich nirgendwo den Kopf stoßen. Bereits ab einer Körpergröße von 1,60 Meter ist das bei so manchem Türrahmen möglich.
Das Herz der Klosterbrauerei in Neuzelle
„Dass hier vieles noch aussieht, wie zu Großvaters Zeiten, das ist Absicht“, macht Anke Maaß klar. Man versuche schließlich auch, so traditionell wie möglich zu brauen, man wolle die Seele des Brauens erhalten. Zur Seele gehört immer auch ein Herz.
Das Herz der Klosterbrauerei Neuzelle ist das Sudhaus. „Wenn wir mit dem Brauen beginnen, fängt alles im Maischebottich an“, erklärt die Gästebetreuerin, die neben dem riesigen Metallbottich richtig klein wirkt. Der werde mit Wasser gefüllt und dann kommt geschrotetes Malz hinzu, erfahren die Besucher. Über der Öffnung hängt übrigens eine vom Papst in Rom gesegnete Flasche Schwarzer Abt.

Die Klosterbrauerei Neuzelle bietet auch Kindern eine spannende Zeit und leckere Getränke. Die rote Brause namens „Himmelspforte“ ist bei Jung und Alt beliebt.
Janet NeisreZurück zum Malz. Wo das getrocknete Getreide gelagert und geschrotet wird, können sich Annahita und andere Besucher ebenfalls ansehen – auch das passiert vor Ort, im Malzlager, wo auch die historische Mühle zum Schroten steht. Weil dieser Vorgang durchaus staubt, gibt es einen Riesenstaubsauger. „Der wecke auch immer das Interesse der Kinder“, berichtet Anke Maaß mit einem Schmunzeln, wird aber sofort wieder sachlich. „Wir schroten aber nicht auf Vorrat, sondern immer nur dann, wenn wir Sud ansetzen.“
Klosterladen der Klosterbrauerei in Neuzelle hat viele Schätze
Über die vielen Farben von Malz – je nach Röstung und Art – staunen nicht nur Kinder. Und Annahita muss grinsen, als Anke Maaß mit Blick auf die großen Kessel berichtet, dass diese gereinigt werden müssen wie Kochtöpfe zu Hause – mit Bürste und Wasser. Allerdings steckt in den Töpfen der Brauerei nicht nur eine Hand, sondern ein Mensch mit Wasserschlauch, Bürste und Gummistiefeln.
Die Besucher – unabhängig vom Alter – können jedenfalls einiges lernen. Sie erfahren beispielsweise auch, dass sich der Hopfenanbau in Brandenburg nicht wirklich lohnt, weil die Böden hierzulande schlicht „nicht schwer genug“ dafür seien. Echte Hopfenregionen hingegen befinden sich im Elbe-Saale-Gebiet und vor allem in Bayern. Die dortige Hallertau ist das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt. Die Hopfen-Pellets, die die Klosterbrauerei verwendet, erinnern manch Kind sogleich an Kaninchenfutter.
Besichtigung der Klosterbrauerei
Brauereibesichtigungen für Gruppen sind nach vorheriger Anmeldung möglich. Anmeldungen sind möglich unter Tel. 033652 8100 oder 0176 10023460 entgegen. Besichtigungen mit Voranmeldung sind täglich zu folgenden Zeiten möglich: 09.30 Uhr, 12.00 Uhr, 14.30 Uhr, 17.00 Uhr. Brauereibesichtigungen ohne Voranmeldung werden von Mai bis Oktober täglich um 13 Uhr angeboten.
Preise gültig ab 10 Personen. Einzelbesucher können sich nach Rücksprache einer Gruppe anschließen. Preise für Gruppen unter 10 Personen auf Anfrage. Es gibt verschiedene Angebote, beispielsweise: Brauereibesichtigung mit Getränk – pro Person 12,00 €, Kind (6-13 Jahre) 7,00 €, Kind unter Jahre frei.
Der Klosterladen der Brauerei hat wie folgt geöffnet: Mo bis Fr 9-18 Uhr, Sa/So 10-17.30 Uhr.
Die Klosterbrauerei Neuzelle befindet sich am Brauhausplatz 1. Parkplätze sind ausgeschildert.
Und es gibt noch viel mehr zu entdecken – in und außerhalb des roten Backstein-Gebäudes mit seinen kupfernen Kesseln. Da ist beispielsweise der Klosterladen der Brauerei. Dort stehen jede Menge Flaschen – unter anderem mit Badebier – und natürlich „Himmelspforte“. Prost!















