Köhlerfest in Groß Lindow: Was das Volksfest am Tag der Einheit so besonders macht

Kulturprogramm vor großer Kulisse: Die Kinder- und Jugendgarde des „Karnevalsklub Groß Lindow 1975“ tanzt beim 17. Köhlerfest in Groß Lindow für Hunderte Festgäste.
Frank Groneberg- Groß Lindow feierte das 17. Köhlerfest am Tag der Deutschen Einheit mit Hunderten Gästen.
- Beliebt war die Köhlersuppe: 180 Liter Eintopf mit Rind, Kassler, viel Gemüse und Schwarzbier.
- Neu dabei: Fischermeister Henry Schneider, mehrere Töpfer und zwei Imbisshütten „Katja“ und „Helene“.
- Frische Holzkohle fehlte, da ein Meiler dieses Jahr nicht möglich war – Restbestand aus 2025 verkauft.
- Der Kienstubbenverein zählt über 50 Mitglieder, rund 100 Helfer unterstützten das Fest.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das Köhlerfest in Groß Lindow – es hat sich längst zu einem der größten Anziehungspunkte am Tag der Deutschen Einheit in der Region entwickelt. Auch die 17. Auflage 2026 zieht am Feiertag nicht nur Besucher aus Groß Lindow und Brieskow-Finkenheerd, sondern auch viele Gäste aus Frankfurt (Oder), Eisenhüttenstadt, Guben und selbst aus Berlin an, wie die Kennzeichen der Autos beweisen.
Der Kienstubbenverein Groß Lindow, seit 25 Jahren im und für das Dorf aktiv, und seine vielen Unterstützer haben natürlich viel Bewährtes für das Fest vorbereitet. Der Einmarsch der Köhlerliesel und der Köhler sowie weiterer Begleiter zu den Klängen der Brandenburghymne gehört genauso dazu wie das Aufstellen des Festbaumes und die Vorführungen der Kita „Lindenbäumchen“ und der Kinder- und Jugendgarde des „Karnevalsklub Groß Lindow 1975“.
Darüber hinaus gibt es beim 17. Köhlerfest aber auch Neues. Zum ersten Mal ist Fischermeister Henry Schneider aus dem Nachbarort Brieskow-Finkenheerd mit einem Verkaufsstand dabei. Zum ersten Mal bieten mehrere Töpfer ihre Handwerksprodukte an. Und zum ersten Mal kann der Verein die neuen Holzhütten „Katja“ und „Helene“, deren Namen an frühere Tagebaue und heutige Seen erinnern, für sein Imbissangebot nutzen.
Köhlerfest: 180 Liter Köhlersuppe aus dem Kessel
Apropos Essen. Das Köhlerfest steht traditionell auch für diverse kulinarische Spezialitäten, die es nicht auf jedem Volksfest gibt. Die bekannteste dürfte die Köhlersuppe sein – ein deftiger Eintopf, gekocht über Holzfeuer in einem riesigen Kessel. Insgesamt 180 Liter Suppe können ausgeschenkt werden. Schon am Vortag sei der Eintopf angesetzt worden, berichtet Simone Rieckmann, zusammen mit Gerhard Siewert seit drei Jahren für das Kochen zuständig.
Was drin ist? Etwa 10 Kilogramm Rindfleisch, 15 Kilogramm Kassler, 100 Kilogramm Gemüse und verschiedene Gewürze, deren Zusammensetzung nicht verraten wird. „Heute haben wir noch die Süßkartoffeln zugesetzt und das Ganze mit Ur-Krostitzer Schwarzbier abgeschmeckt“, nennt die Köchin letzte Details. Und die Festbesucher greifen gern zu: Eine Stunde nach Festbeginn sind bereits 100 Liter Köhlersuppe ausgegeben.

Eröffnung: Die Köhlerliesel alias Kristin Fredeland, Vereinsvorsitzende des Kienstubbenvereins, und der Köhlermeister alias Ralf Raschke begrüßen nach dem Einmarsch zusammen mit den Köhlern und den Kienweibern die Festgäste.
Frank Groneberg„Die Suppe schmeckt wunderbar“, lobt Silke Daßler. Die Frankfurterin ist zum dritten Mal auf dem Köhlerfest und freut sich darüber, dass es immer auch etwas Neues gibt. Für Sigrid Wenzke aus Frankfurt (Oder) ist der Festbesuch eine Premiere. „Ich bin sehr beeindruckt und überrascht von der Atmosphäre hier“, sagt sie. „Das Ambiente ist einfach schön und es gibt wirklich schöne Sachen zu kaufen.“
Die Schlaubetaler Köhlersuppe ist aber längst nicht die einzige regionale Spezialität, die der Kienstubbenverein anbietet. Lange Warteschlangen gibt es zum Beispiel an seinem Eierplinsen-Stand. Auch die Schmalzstullen und Käsestullen, die „Pellknullen“ mit Quark und am Nachmittag der selbst gebackene Kuchen werden gern gekauft. Der Förderverein der Feuerwehr Groß Lindow wiederum schenkt Erbsensuppe aus der Gulaschkanone – wahlweise mit Bockwurst und Sauerkraut – aus.
Die Fischerei Schneider bereichert das kulinarische Angebot gleich mehrfach. Neben der berühmten Schlaubetaler Fischsuppe aus dem heißen Kessel haben Henry Schneider und seine Mitarbeiter Fischbuletten, Fischbrötchen und auch Forellen nach Groß Lindow mitgebracht. Letztere werden vor Ort in einem Ofen geräuchert und können „räucherwarm“ genossen werden.
„Wir wurden angesprochen, ob wir das Fest unterstützen möchten“, erzählt Fischermeister Henry Schneider. In den vergangenen Jahren sei er am 3. Oktober meist mit dem Verband „Pro Agro“ unterwegs gewesen, der bundesweit regionale Produkte aus Brandenburg und Berlin vermarktet. In diesem Jahr aber könne er erstmals beim Köhlerfest mitmachen, und es gefalle ihm sehr. „Wir kommen gern wieder“, versichert er.
Regionale Produkte werden in großer Vielfalt angeboten. Da gibt es beispielsweise Honig aus Groß Lindow und aus Frankfurt (Oder), Filet vom Hausschwein und Wildschweinsalami aus Guben, Holzarbeiten aus Neuzelle und Keramiken aus mehreren Werkstätten der Region. Der Verein Lebenshilfe Oder-Neiße-Werkstätten Eisenhüttenstadt bietet schöne und praktische Dinge aus Holz und anderen Materialien, alle von Hand gefertigt, an. Und ein kleiner Flohmarkt gehört ebenfalls zum Fest.

Begehrter Eintopf: Simone Rieckmann und Gerhard Siewert schenken die selbst gekochte Schlaubetaler Köhlersuppe aus dem Kessel aus. Insgesamt 180 Liter Suppe haben sie gekocht.
Frank GronebergEin Muss auf jedem Köhlerfest sind die frisch gebackenen Brote aus dem Holzbackofen und die Groß Lindower Holzkohle, selbst geköhlert vom Kienstubbenverein. Kohle gibt es zwar auch diesmal zu kaufen, aber nur in begrenzter Menge und auch nicht in diesem Jahr hergestellt. Denn: Der Verein konnte 2026 keinen Holzkohlemeiler anzünden – zum ersten Mal seit der Vereinsgründung vor 25 Jahren.
Holzkohle aus Groß Lindow: Zuwachs beim Kienstubbenverein
Warum nicht? Der Winter sei zu Jahresbeginn „sehr hart gewesen“, erklärt Ralf Raschke, einer der Köhler. „Die Erde war gefroren, das Wasser zum Befeuchten der Meiler ist schnell gefroren.“ Deshalb sei übers Jahr extra fürs Köhlerfest Holzkohle aus dem Jahr 2025 aufgehoben worden. Zum 18. Fest werde es aber wieder neue Holzkohle geben: „Wir wollen noch dieses Jahr einen Meiler aufbauen, wahrscheinlich im November“, informiert Ralf Raschke.
Beim Köhlerfest führt er als Köhlermeister den Festumzug zusammen mit der Köhlerliesel, die im normalen Leben Kristin Fredeland heißt und Vereinsvorsitzende des Kienstubbenvereins ist, an. Kristin Fredeland freut sich darüber, dass der Verein in den vergangenen zwei Jahren „enorm gewachsen“ ist. Vor allem jüngere Leute seien neu dazugekommen.
„Wir sind jetzt mehr als 50 Vereinsmitglieder“, erzählt die Vorsitzende stolz. „Außerdem haben wir ganz viele Nicht-Mitglieder, die uns beim Köhlerfest unterstützen.“ Um die 100 Menschen seien es, die sich engagieren, beim Fest selbst oder im Vorfeld. „Ohne diese vielen Helfer würden wir das Fest gar nicht durchführen können.“
Diese 100 Vereinsmitglieder und Unterstützer sorgen dafür, dass mehrere Hundert Festbesucher einen erholsamen und erlebnisreichen Tag in Groß Lindow verbringen können. So wie Familie Schubel aus Möbiskruge. Sie ist zum ersten Mal auf dem Köhlerfest und „wirklich angenehm überrascht“, wie Astrid Schubel betont. „Es ist einfach schön hier, sehr gemütlich.“ Ihr Mann Frank Schubel verrät, dass er von Groß Lindow bisher nur den Sportplatz gekannt habe. „Ein schönes Fest“, pflichtet er seiner Frau bei. Und die Erbsensuppe vom Förderverein der Feuerwehr sei „sehr lecker“ gewesen.













