Die Initiatoren der Petition kritisieren das mehrheitliche Vorgehen des Amtsausschusses zur Abwahl des Amtsdirektors in drei wesentlichen Punkten. Zum ersten bezeichnen sie die Tatsache, dass eine Abwahl ohne vorherige Anhörung Danny Busses erfolgen soll und diesem auch jede Möglichkeit, sich zu möglichen Vorwürfen gegen ihn zu äußern, verwehrt wird, als "unfair und res­pektlos" an. Zum zweiten prangern sie an, dass die Bürger die Gründe für die Abwahl erst nach erfolgter Abwahl erfahren sollen. Und zum dritten stößt es ihnen auf, dass an den internen Vorabsprachen nur die Amtsausschussmitglieder aus vier der fünf Gemeinden teilnehmen durften, die Vertreter der Gemeinde Ziltendorf im Amtsausschuss dagegen von diesen Vorabsprachen ausgeschlossen worden waren.
Rein aus juristischer Sicht – also mit Blick auf die Bestimmungen der Brandenburger Kommunalverfassung (BbgKVerf) – sei das Vorgehen des Amtsausschusses nicht zu beanstanden, teilte die Kommunalaufsicht des Landkreises Oder-Spree auf Anfrage dieser Zeitung mit. "Der Beschluss über die Abwahl eines Amtsdirektors findet seine rechtliche Grundlage in Paragraf 138 Absatz 3 BbgKVerf. Nach Satz 3 dieser Vorschrift ist über den Antrag ohne Aussprache abzustimmen. Die Entscheidung über die Abwahl des Amtsdirektors stellt sich als Akt der politischen Willensbildung  des Organs der kommunalen Körperschaft, hier des Amtsausschusses des Amtes Brieskow-Finkenheerd, dar und bedarf insofern keiner Begründung", so die Kommunalaufsicht.
Hoher finanzieller Schaden droht
Eine vorherige Anhörung des betroffenen Amtsdirektors "ist gesetzlich nicht ausdrücklich vorgesehen und auch die  Rechtsprechung hält eine Anhörung für entbehrlich", erläutert die Behörde. "Es bleibt dem Amtsausschuss allerdings unbenommen, dem Amtsdirektor Gelegenheit zu einer Äußerung zu geben." Dies müsse aber vor der Sitzung, in der über den Abwahlantrag entschieden wird, erfolgen, da über die Abwahl ohne Aussprache abzustimmen ist. Fazit der Kommunalaufsicht: "Im gegenwärtigen Stand des Verfahrens ist das Vorgehen der Unterzeichner des Abwahlantrages gegen den Amtsdirektor des Amtes Brieskow-Finkenheerd nach den hier vorliegenden Informationen durch die untere Kommunalaufsichtsbehörde derzeit formal rechtlich nicht zu beanstanden."
Landrat Rolf Lindemann (SPD) möchte den Vorgang nicht bewerten und sich dazu auch nicht äußern, teilt die Pressestelle des Landkreises mit und verweist darauf, "dass der Landrat selbstverständlich die kommunale Selbstverwaltung respektiert und auf die politische Willensbildung der kommunalen Körperschaft nicht durch persönliche Erklärungen Einfluss nehmen wird. Wichtig ist Landrat Rolf Lindemann jedoch, dass … die Funktions­fähigkeit des Amtes zu jedem Zeitpunkt des jetzt laufenden Verfahrens gewährleistet bleibt."
Eine Abwahl des Amtsdirektors wird das Amt Brieskow-Finkenheerd deutlich mehr als 250 000 Euro kosten, da dem Amtsdirektor bis Januar 2024 etwa 75 Prozent seiner Bezüge weiter gezahlt werden müssten.