Krankenhaus: Ver.di fordert in Eisenhüttenstadt Corona-Prämie
Forderungen der Gewerkschaft und Angebote der Arbeitgeber liegen momentan noch weit auseinander. Wobei ver.di im Vorfeld ordentlich die Werbetrommel rührt, unter anderem durch eine Presseinformation. Außerdem ruft ver.di in einem Brief Bürgermeister Frank Balzer und die Stadtverordneten dazu auf, sich dafür einzusetzen, dass für die 400 nichtärztlichen Beschäftigten, davon laut ver.di rund 200 Beschäftigte im Pflegedienst, wieder der Flächentarifvertrag für den öffentlichen Dienst Anwendung findet. Zusätzlich fordert die Tarifkommission angesichts der Corona-Krise als besondere Anerkennung der Arbeitsleistung eine steuerfreie Prämie von 1500 beziehungsweise 500 Euro pro Monat für die Monate April bis Juni.
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Till Frohne, Geschäftsführer der städtischen Krankenhaus GmbH, zeigt sich verwundert, dass im Vorfeld der Verhandlungen schon über die Öffentlichkeit Forderungen kommuniziert werden. „Ich sehe darin kein Zeichen von Stärke“, so Frohne. Die Maximalforderungen, die Angleichung an den Tarif des öffentlichen Dienstes, hält er für nicht finanzierbar. Um rund drei Millionen Euro würden die Personalkosten steigen. Die Krankenhaus GmbH hat lauft Geschäftsbericht 2018 gerade einmal ein Plus von 600 000 Euro erwirtschaftet, 2019 war das Betriebsergebnis sogar negativ, auch wenn das Gesamtergebnis schließlich doch positiv ist. Auch die Anerkennungszahlung, wie sie ver.di vorschwebt, würde die Personalkosten um einen sehr hohen sechsstelligen Euro-Betrag belasten. Bisher wurden fünf Patienten im Krankenhaus wegen Corona behandelt. Till Frohne betont seine soziale Verantwortung. Unter anderem hat das Unternehmen keine Kurzarbeit beantragt, lässt auch nicht, wie andere kommunale Krankenhäuser, Sozialversicherungsbeiträge stunden.
Neues Angebot
Frohne weigert sich auch nicht, mehr zu zahlen. Bisher lag das Angebot auf dem Tisch, sich an den Vergütungstabellen des deutlich bettenstärkeren Klinikums Elbe-Elster, zu orientieren. Aus Sicht von ver.di ist das unzureichend. Das würde, so die Gewerkschaft, einer durchschnittlichen Steigerung von lediglich rund 1,6 Prozent bedeuten. Till Frohne kündigt an, ein neues Angebot zu unterbreiten, diesmal orientiert am Klinikum Niederlausitz in Senftenberg, wie Eisenhüttenstadt ein Krankenhaus der Regelversorgung, allerdings der größte Regelversorger im Land.


