Kultur: Im Friedrich-Wolf-Theater Eisenhüttenstadt gibt es wieder Kino
„Wir haben da so eine Kinotruppe“, erzählt die 80-Jährige. „Im Filmpalast sind wir immer zum Lady’s Preview gegangen. Schade, dass es das Kino nicht mehr gibt.“ An diesem Abend ist sie mit Eva aus eben dieser Truppe da. „Welcher Film kommt, das ist zwar wichtig, aber noch wichtiger ist, dass man etwas gemeinsam unternehmen kann“, findet Bruni und ist jetzt schon sicher, dass das nicht ihr letzter Besuch beim Rangkino sein wird. „Ich freue mich schon auf den nächsten Film.“
„Ja, das Programm gefällt uns auch. Das ist nicht so der übliche Mainstream“, sagt Ute Bogutzki, die mit ihrem Mann Burkhard schon im Rang Platz genommen hat. Die Platzwahl ist frei. Eine Mitarbeiterin des Hauses achtet aber darauf, dass aufgrund der Corona-Pandemie die geltenden Abstandsregeln eingehalten werden. Die Besucher richten sich danach – ohne zu klagen.
Etwa 45 Personen würden mit Abstand im Rang Platz finden, erklärt Theaterleiter Jens Zörner, der sich die Aufführung von „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“ auch nicht entgehen lassen möchte. An diesem ersten Kinoabend kommen etwa 25 Personen. Luft nach oben ist also da, "aber ich hätte gedacht, es kommen weniger“, meint Ute Bogutzki. Hitze, Corona, ein anspruchsvoller Film – das ist eine herausfordernde Kombination. „Sollten wirklich mehr als 45 Personen kommen, können wir jederzeit auch das Parkett nutzen“, versichert Zörner.
Auf Hygieneregeln wird geachtet
Im Eingangsbereich kommen derweil die letzten Gäste. Wie selbstverständlich setzen sie beim Betreten des Hauses eine Schutzmaske auf, die darf beim Verzehr von Getränken im Foyer und im Kinosaal aber abgenommen werden. Neben den Türen stehen Desinfektionsmittelspender und vor dem Kartenkauf sind Kontaktdaten aufzuschreiben. Doch das geht alles fix. Die jüngste Besucherin an diesem Abend ist Isabelle Gehrmann. Als Studentin erhält sie Rabatt. Sie und ihre Mutter schmunzeln über die Tickets. Die würden aussehen wie früher. Für beide ist es der allererste Kinobesuch im Friedrich-Wolf-Theater. Sie sind erst seit der Jahrtausendwende in der Gegend. Die Zeit, als das Friwo zu DDR-Zeiten ständig Kinogäste begrüßte, kennen sie nicht mehr. "Wir sind vor allem wegen des Schauspielers Lars Eidinger hier“, sagt Isabelle schmunzelnd.
Jutta Rossow hingegen kann sich noch an lange Schlangen an der Kinokasse des Theaters erinnern. Sie ist 77 Jahre alt, wohnt schon Jahrzehnte in der Lindenallee, die einst noch Leninallee hieß. Auch auf der Freilichtbühne gab es Kino, erzählt sie. „Heißer Sommer“ mit Chris Doerk und Frank Schöbel habe sie dort gesehen. Die Rangkino-Idee gefällt ihr. „Ich habe mich sehr über dieses Angebot des Friedrich-Wolf-Theaters gefreut. Man hat doch mittlerweile richtig Sehnsucht, etwas zu unternehmen.“
Dann ertönt der Gong dreimal. Jetzt geht es los. Ohne Werbung. Film ab im Rangkino!
Am kommenden Wochenende werden folgende Filme gezeigt: 22.8., 20 Uhr: „Lieber Antoine als gar kein Ärger“, 23.8., 15 Uhr: „Die Winzlinge – Abenteuer in der Karibik“.


