Leichtathletik
: „Laufkultur“ übernimmt Oder-Spree-Cup

Die Besten der Oder-Spree-Cup-Serie im Laufen sind in der Eisenhüttenstädter Inselgaststätte ausgezeichnet worden.
Von
Hagen Bernard
Eisenhüttenstadt
Jetzt in der App anhören
  • Gemeinsam in einer Klasse, gemeinsam bei der Auszeichnung: die Besten der Altersklasse M 45 mit Olaf Gärtner (1./MSV Tripoint Frankfurt), Dirk Markus Haby (2./Pneumant Fürstenwalde), Jörg Schladitz (3./Dynamo Hangelsberg) und Frank Witter (5./BSG Stahl Eisenhüttenstadt/von links)

    Gemeinsam in einer Klasse, gemeinsam bei der Auszeichnung: die Besten der Altersklasse M 45 mit Olaf Gärtner (1./MSV Tripoint Frankfurt), Dirk Markus Haby (2./Pneumant Fürstenwalde), Jörg Schladitz (3./Dynamo Hangelsberg) und Frank Witter (5./BSG Stahl Eisenhüttenstadt/von links)

    Hagen Bernard
  • Gewinnt zum sechsten Mal in Folge: M-55-Sieger Andreas Müller (links), Lothar Trojansky (Vierter) und Organisationsleiter Dietmar Kraft (7./von links)

    Gewinnt zum sechsten Mal in Folge: M-55-Sieger Andreas Müller (links), Lothar Trojansky (Vierter) und Organisationsleiter Dietmar Kraft (7./von links)

    Hagen Bernard
  • Zwei Sieger unter sich: Heike Nauck (W 45) und Mitorganisator Dieter Sasse (M 70)

    Zwei Sieger unter sich: Heike Nauck (W 45) und Mitorganisator Dieter Sasse (M 70)

    Hagen Bernard
  • Tauschen sich aus: W-40-Siegerin Anke Schülke (links/LG Nord Berlin) und die Zweite Anissa Witter (BSG Stahl)

    Tauschen sich aus: W-40-Siegerin Anke Schülke (links/LG Nord Berlin) und die Zweite Anissa Witter (BSG Stahl)

    Hagen Bernard
  • Freut sich: M-35-Sieger Christian Kiele (MSV Tripoint)

    Freut sich: M-35-Sieger Christian Kiele (MSV Tripoint)

    Hagen Bernard
1 / 5

Dieses Mal fasste sich Dietmar Kraft, Organisationsleiter des Oder-Spree-Cup-Wettbewerbes, recht kurz. Keine Zahlen zur Gesamtstarterzahl wie gewohnt, kein Anteil von weiblichen Läufern und dergleichen. Kein Wunder – aufgrund eines Staus auf der Autobahn mit den Pokalen und Medaillen im Gepäck hatte sich seine Ankunft in der Inselgaststätte um knapp zwei Stunden verzögert, so dass der Abend für die 90 Sportler mit dem Essen begann. Für den neunjährigen Jannis Bullack vom Verein Leichtathletik in Beeskow war das kein Problem. „Das Essen ist für mich heute das Beste“, bekannte er freimütig, nachdem er sein großes Schnitzel mit Pommes verzehrt hatte. Nachvollziehbar – dieses Mal wartete auf ihn nicht wie im Vorjahr ein stattlicher Pokal, sondern „nur“ eine kleine Silbermedaille. Gegen den um zwei Jahre älteren Richard Grütter aus Königs Wusterhausen hatte er den Gesamtsieg um einen Zähler verpasst.

Ähnlich knappe Entscheidungen hatte es nicht nur in der jüngsten männlichen Altersklasse gegeben. So hatte in der zweithöchsten Männer-Kategorie, die der 75-Jährigen, mit Dieter Börnecke ebenfalls ein Athlet aus Königs Wusterhausen einen Beeskower um einen Zähler verdrängt. Dort hatte es Wilhelm Roggan vom Ruderclub getroffen. Im Gegensatz zu Jannis Bullack dürfte sich seine Enttäuschung in Grenzen gehalten haben. Der 75-Jährige hat, mal angefangen von der Frankfurter Bezirksrangliste, so manchen Pokal geholt. Eine Ein-Punkte-Entscheidung hatte es auch zwischen der siegreichen Golzowerin Diana Schilling und der Frankfurterin Modesta Wenzel gegeben (W 55).

Es gibt erfahrene Sportler, die zwar in ihrer Altersklasse immer vorn mitlaufen, jedoch noch nie die Serie gewannen. So der 64-jährige Wilfried Krüger vom KSC Strausberg, Zweiter in der Klasse M 60. „Nach einigen Jahren Pause bin ich jetzt wieder das dritte Jahr dabei. Gewonnen habe ich noch nie, auch nicht damals in der Bezirksrangliste“, erklärt der Müncheberger. Jahrelang waren sein Metier Bahnwettbewerbe  mit Hauptaugenmerk 1500 Meter und bei Meisterschaften die kürzeren Crossläufe. Seit langem organisiert er den Strausseelauf, der einst zur Bezirksrangliste gehörte sowie die Regionalmeisterschaften. „Vielleicht starte ich wieder bei den deutschen Seniorenmeisterschaften. Das letzte Mal war ich vor vier Jahren dabei.“

Auch andere der Geehrten wie Carolin Mattern (1. W35), Carmen Klebon (3. W40), Liddi Klebon (1. W13), Beate Bernard (2. W17), Jannis Bullack (2. M13), Konstantin Gorodetsky (1. M17), Kevin Rieger (2. M17) haben ihr Hauptbetätigungsfeld im Stadion. Doch für die meisten stehen die Oder-Spree-Cup-Läufe im Mittelpunkt wie beim Eisenhüttenstädter Andreas Müller (1. M55). Als 37-Jähriger hatte er mit dem Laufen begonnen, nun setzte er sich zum sechsten Mal in Folge durch. Spät mit dem Laufen angefangen hat so manch anderer wie die Eisenhüttenstädterin Heike Nauck (W45), die am Freitag zum ersten Mal einen eigenen Pokal in der Hand hielt.

Pokale soll es weiter bei dieser Serie geben, auch wenn der neue Verein „Laufkultur“ die Federführung übernimmt. „Wir wollen die Veranstaltungen nicht vereinnahmen. Aus finanziellen Gründen ist dieser Verein notwendig. Für einen Jahresbeitrag von 24 Euro kann man bei uns Fördermitglied werden“, betont Kraft. Er informierte, dass am 29. Juni der vor einigen Jahren in der Versenkung verschwundene Lauf zum Lindenblütenfest in Groß Lindow organisiert wird. Voraussichtlich über fünf und zehn Kilometer auf der Radtrainingsstrecke. Dieser Lauf könnte 2020 zum Oder-Spree-Cup gehören. „Ich möchte diese Serie nicht zu sehr ausweiten“, stellt jedoch Kraft klar. Bereits jetzt gibt es bei den zehn Läufen erhebliche Diskrepanzen im Leistungsprofil. Während beispielsweise zum Auftakt und Abschluss in Eisenhüttenstadt aufgrund der relativ geringen Beteiligung die Punkte recht leicht einzulaufen sind, wird es damit bei Brandenburg-Cup-Wettbewerben wie in Storkow und Grünheide erheblich schwerer.