Leichtathletik
: Auftakt der 23. Stadtmeisterschaft

64 Starter haben am Sonnabend auf der Eisenhüttenstädter Insel den Auftakt zur 23. Stadtmeisterschaft im Laufen und Walken vollzogen.
Von
Hagen Bernard
Eisenhüttenstadt
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  • Läuft allen davon: der 43-jährige Gesamtsieger über sechs Kilometer Thomas Gogolin (rechts). Ihm folgte anfangs lediglich der 53-jährige Torsten Ledwig, der sich dann nur noch vom 19-jährigen Marius Ziems überholen ließ.

    Läuft allen davon: der 43-jährige Gesamtsieger über sechs Kilometer Thomas Gogolin (rechts). Ihm folgte anfangs lediglich der 53-jährige Torsten Ledwig, der sich dann nur noch vom 19-jährigen Marius Ziems überholen ließ.

    Bernd Pflugh
  • Neulinge bei der Stadtmeisterschaft: die Nordic Walker Hartmut (links) und Anke Krüger beim Betreten der Zielgasse.

    Neulinge bei der Stadtmeisterschaft: die Nordic Walker Hartmut (links) und Anke Krüger beim Betreten der Zielgasse.

    Bernd Pflugh
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Petrus hatte es mit den 64 Startern gut gemeint. Während kleinere Regenschauer die Läufer bei Temperaturen um 7 Grad Celsius beim Anmelden und Erwärmen noch belästigten, lugte zwar mit dem Start nicht unbedingt die pralle Sonne hervor, doch es blieb bei mäßigem Wind nunmehr trocken. So fanden die Starter zum Auftakt der für die drei Auftakt–Wettbewerbe zum ersten Mal deklarierten Winterserie für die Jahreszeit akzeptable Bedingungen vor, die nicht alle Interessenten wahrnehmen konnten. Die Eisenhüttenstädter Kanuten — die in den Vorjahren das Niveau auf der Zwei–Kilometer–Distanz mitbestimmt hatten — weilten noch im einwöchigen Trainingslager im polnischen Szklarska Poreba. Andere wie Seriensiegerin Beate Ledwig verfolgten das Geschehen krankheitsbedingt nur am Rande des Zweikilometer–Rundkurses. Dennoch tauchten viele bei der Serie bekannte Gesichter ganz vorn auf. So der 43–jährige zweimalige Bronzemedaillengewinner bei Duathlon–Europameisterschaften Thomas Gogolin. Derzeit bereitet sich der für den MSV Tripoint Frankfurt startende Athlet auf die am 14. April in Alsdorf ausgetragene Deutsche Meisterschaft auf der Mitteldistanz im Duathlon vor. Seine Frau Carolin Mattern war dieses Mal zu Hause in Königs Wusterhausen geblieben, da die kleine Tochter kurzfristig erkrankt war. Auf der Insel — wo er regelmäßig bei Besuchen seiner Eltern in Eisenhüttenstadt trainiert — ließ er seine gute konditionelle Verfassung erkennen. Nach 7:35 Minuten hatte er bereits die erste der insgesamt drei zu absolvierenden Zwei–Kilometer–Runden durcheilt, der forsch angehende Torsten Ledwig (M50/Diehloer Hügelläufer) hatte da drei Sekunden Rückstand, der spätere Gesamtzweite Marius Ziems (M20/BSG Stahl) ließ es noch etwas langsamer angehen. Letzlich jedoch hatte der später aufkommende Ziems (23:15 min) keine Chance gegen Gogolin, der nach 22:05 Minuten das Ziel neben der Inselgaststätte durcheilte. Als Dritter folgte Ledwig (23:29) vor Stefan Rothe (M40/23:40), David Schulz (M35/23:58) und Andreas Hell (M45/alle OSV Holzinger Sport/24:18). Mit Andreas Müller (M60/25:25/LG Rosenhügel), René Banduhn (1. RuLV Eisenhüttenstadt/25:53), Frank–Michael Hertel (M55/26:20/Eisenhüttenstadt) und Maik Klose (M20/1. RuLV/26:32) folgten Stammstarter dieser Serie.

Schnellste Frau war die Beeskowerin Gudrun Bullack (W50/28:24) vor der Frankfurterin Nicole Hobe (W40/29:28) und der Neuzellerin Christine Holland (W30/31:11). Hobe hatte sich schon mal vor zwei Jahren angemeldet, war jedoch nach ihrem Bekunden „zu faul“, um dann die komplette Serie zu bestreiten. Das will die hochgewachsene gertenschlanke Läuferin nun nachholen.

Völlig neu bei der Stadtmeisterschaft indes ist das Ehepaar Anke (W60) und Hartmut (M65) Krüger. Diese nahmen in forschem Tempo die sechs Kilometer nordic walkend in Angriff. Nach 53:23 Minuten ließ Hartmut generös seiner Frau den Vortritt zu der schmalen Zielgasse. „Wir haben in der Zeitung gelesen, dass man bei der Stadtmeisterschaft auch Walken kann. Nun wollen wir diese Serie bestreiten und vielleicht auch noch andere dafür animieren“, erklärt  Anke Krüger. Samstags treffen sie sich jeweils mit Gleichgesinnten. In den vergangenen Jahren hatten sie jeweils das Walken im Rahmen des Familiensportfestes Grand Prix mit Energie über zwei Kilometer bestritten, im Herbst hatten sich beide zum ersten Mal beim Schlaubetalmarathon an die Viertelmarathondistanz über 10,55 Kilometer herangewagt und diese auch recht flott absolviert.

Mit den „Nordic Wanderern“, so die Vorsitzende des organisierenden Friedenshauses Mechthild Tschierschky, „findet eine Erweiterung des Angebotes statt. Ich sehe einige neue Gesichter. Groß und klein machen mit, nicht nur Spezialisten sind dabei. Das ist etwas für alle.“ In diesem Zusammenhang bedankte sie sich bei den Helfern und dem Hauptsponsor, die Sparkasse Oder–Spree, die solch eine Veranstaltung ermöglichen.

Schnellster unter den 31 Startern über zwei Kilometer war der Beeskower Jannis Bullack (U14/8:20). 23 Sekunden betrug sein Vorsprung vor dem einen Jahr jüngeren Ian Kehder vom SC Frankfurt (U12) und weitere sieben vor seinem Vereinsgefährten Fabian Duner (U14/8:50). Schnellste weibliche Starterin war die für den LC Cottbus startende Eisenhüttenstädterin Beate Bernard (U18/8:53) vor Marie–Luise Ledwig (U14/Diehloer Hügelläufer/9:07) und der Schwimm–Spezialistin von der SG Aufbau Eisenhüttenstadt Nora Bölicke (U12/9:29).

„Ich bin froh, dass ihr gesund über das Jahr gekommen seid“, hatte Tschierschky bereits vor dem Start erklärt und sich gewünscht, dass alle von dieser Veranstaltung auch künftig nur Positives berichten können. In diesem Zusammenhang lobte sie die Stadtverwaltung, die die Anträge zuvorkommend bearbeitet habe. Neu im Vergleich zu den Vorjahren ist der Cross an den Goldfischteichen am 18. Mai. Im nächsten Jahr könnte ein Crosslauf an der Diehloer Schanze hinzukommen, der MSV Diehloer Berge hatte unmittelbar vor der Eröffnung deswegen angefragt.