Leichtathletik
: Bislang enttäuschende Resonanz

Frankfurter Hannes Hähnel könnte sich beim 12. Schlaubetalmarathon auch den dritten Streckenrekord holen.
Von
Hagen Bernard
Eisenhüttenstadt
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Lauf in den Herbst: Auch bei der 13. Auflage des Schlaubetalmarathons erleben die Läufer wie im Vorjahr die sich bunt färbenden Laubwälder in der Region.

Bernd Pflughöft

Da bis dahin die letzten Pfützen vom Regen am Mittwoch getrocknet sein dürften und die Revier–Förster aus dem Amt Schlaubetal auch sonst keine Hindernisse vermelden, sollten die Starter optimale Bedingungen vorfinden. Zumindest ist weit und breit kein Sturmtief wie Xavier vor zwei Jahren in Sicht, als damals  wegen der umgeknickten Bäume der Wettbewerb abgesagt wurde. Doch die Absage vor zwei Jahren scheint lange Schatten zu werfen. 228 Voranmeldungen waren am Donnerstag aus den Starterlisten zu entnehmen. Viel zu wenig, um damit dauerhaft die Unkosten bestreiten zu können und das organisatorische Niveau aufrecht zu erhalten.

Dabei wollten die Organisatoren um Hartmann bei der 13. Auflage die Vierhunderter–Marke angehen. Doch jetzt wäre der Organisationsleiter schon mit der Dreihunderter–Marke zufrieden. „Ich hoffe, dass noch 60, 70 Meldungen kommen. Anschließend müssen wir uns unterhalten, ob wir uns nicht umorientieren.“

Auf alle Fälle soll es auch in einem Jahr den Schlaubetalmarathon noch geben. Allerdings sind immer mehr Einwendungen, ob sich der ganze Aufwand für die derzeit 48 Marathon–Starter überhaupt lohnt. Schließlich glaubt selbst Hartmann nicht, dass sich für die 43 Kilometer noch eine nennenswerte Anzahl kurzfristig entschließt. „Es gibt einfach zu viele Läufe in Brandenburg. Doch wenn wir beispielsweise die Marathonläufer zweimal den Halbmarathonkurs laufen lassen, geht der Charakter dieser Veranstaltung völlig verloren. Schließlich wären die Läufer dann nicht mehr im Schlaubetal. Es soll ein Waldlauf sein. Den Ehrgeizigen ist das wahrscheinlich egal, doch wir haben auch viele, die beim Laufen nach links und rechts schauen.“

Auch wenn die Resonanz bislang enttäuschend ist, verspricht das Starterfeld dennoch eine gewisse Klasse. So hat sich auf dem letzten Drücker der 32–jährige Frankfurter Hannes Hähnel für den Marathon angemeldet. Hähnel ist in der Leichtathletik–Geschichte der beste Ostbrandenburger überhaupt auf der klassischen Distanz. Seine Bestleistung steht seit zwei Jahren bei 2:23:45 Stunden, gelaufen beim Berlin–Marathon. Seitdem versucht sich der Elektronik–Designer vergeblich an dieser Bestmarke, wobei sein läuferisches Niveau seitdem in etwa gleich geblieben ist. Im Frühjahr war er in Düsseldorf 2:25:29 Stunden gelaufen. Beim Schlaubetalmarathon hält er sowohl den Streckenrekord im Viertelmarathon (34:56 min/2016) als auch im Halbmarathon (1:13:19/2015). Auch wenn sich Hähnel seit dem Auftritt in Düsseldorf eine „schöpferische Pause“ gegönnt hat, ist damit zu rechnen, dass er am Sonnabend alle drei Bestmarken besitzt. Die steht im Marathon seit dem Vorjahr bei 2:42:10 Stunden, aufgestellt vom Berliner Tobias Singer. Der wird jedoch in Eisenhüttenstadt nicht starten, auf alle Fälle nicht in der Form des Vorjahres.

Marita Wahl vor viertem Sieg?

Ebenfalls angesagt hat sich die dreifache Schlaubetalmarathonsiegerin Marita Wahl (49) aus Berlin–Blankenfelde. Im Schlepptau ihre 18–jährige Tochter Teresa, die im Vorjahr in Diehlo die Abzweigung für den Viertelmarathon verpasst hatte. Den entgangenen Gesamtsieg will die gertenschlanke Läuferin sicherlich in diesem Jahr nachholen. Allerdings dürfte sie sich noch an dem vor drei Jahren von der Hauptstädterin Carolin Mattern aufgestellten Streckenrekord von 39:10 Minuten die Zähne ausbeißen. Hingegen scheinen die Bestmarken von Nicole Kresse (3:24:32 Stunden/2011) und Karina Besch (1:36:57/2007) im Vergleich dazu verbesserungsbedürftig, auch wenn sie derzeit wie in Stein gemeißelt anmuten.

Eine Bestmarke im Walken hatte im vergangenen Jahr die Merseburgerin Ina Hentzschel mit 1:12:30 Stunden im Viertelmarathon aufgestellt. Um diese Zeit zu verbessern, müsste die in Leipzig als Bibliothekarin arbeitende Seriensiegerin von Walking–Wettbewerben vornehmlich auf der kürzeren Distanz sich gehörig sputen, da die im Vergleich zum Vorjahr auf der Insel eingebaute zusätzliche Schleife im Viertelmarathon den Walkern mindestens drei Minuten kostet.

Kurzentschlossene können sich am Freitag ab 16 Uhr sowie noch am Wettkampftag in der Inselhalle anmelden. Unter anderem erhalten die Anmelder einen Essensgutschein, doch auf die gewohnte Nudelparty am Freitag müssen sie verzichten. Laut Hartmann habe sich zuletzt der Aufwand dafür nicht gelohnt.