Leichtathletik
: Die Sportliche in der Läufer-Familie

Die Familie Ledwig ist seit einem Jahrzehnt aus den breitensportlichen Veranstaltungen der Region nicht mehr wegzudenken.
Von
Hagen Bernard
Beeskow
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Vor der Trophäenecke: Die Familie Ledwig hat für Pokale und Medaillen einen extra Platz. An diese sind viele schöne Erlebnisse geknüpft. So vom Run & Bike 2017, als Beate Ledwig mit ihrem Sohn Felix die Mixed-Wertung über 42 Kilometer gewann.

Hagen Bernard

Die Familie Ledwig ist seit einem Jahrzehnt aus den breitensportlichen Veranstaltungen der Region nicht mehr wegzudenken. Nachdem zur Jahrtausendwende die Söhne Robert und Felix als Tischtennisspieler  für die Öffentlichkeit eher im Verborgenen erfolgreich waren, ist es seit 2008 die ganze Familie. Da hatten ein Jahr zuvor zunächst Felix, Robert und Vater Torsten zum Laufsport gefunden, dann folgte auch Mutter Beate, als die damals einjährige Tochter Marie Luise zu den Wettbewerben mitgenommen werden konnte.

Dabei war schon immer die Mutter die Sportliche in der Familie. „Während die anderen noch schliefen, bin ich bereits Laufen gegangen“, erzählt die 52-Jährige, die zwischen 5 und 6 Uhr aufsteht. „Ich bin schon immer gern für mich gelaufen, war auch in der Schule zum Beispiel beim Cross gut, doch das wurde damals nicht gefördert.“ Stattdessen spielte sie bis zu ihrem 17. Lebensjahr bei Chemie Leipzig als Libera und Rechtsaußen Fußball, während ihrer Lehre in Waren griff sie zu Hand- und Volleyball.

Später hielt Beate Ledwig, die auch auf Skiern und beim Windsurfen eine gute Figur abgibt, sich aus eigenem Antrieb fit. „Was die sportliche Fitness anbetrifft, da sind Dieter Sasse und Horst Fischer für mich so etwas wie Vorbilder. Alle Achtung, was beide in ihrem Alter noch leisten.“ Der 70-jährige Sasse ist Radsportler und Läufer, der 85-jährige Fischer war Läufer und spielt immer noch Tischtennis.

Die Aufstellung als Kandidatin für die Sportlerumfrage hat die Eisenhüttenstädterin, die im vergangenen Jahr Siegerin im Oder-Spree-Cup der Altersklasse W 50 wurde und dabei sogar Gesamtsiegerin über 15 Kilometer in Rauen war, allerdings doch etwas überrascht. Schließlich betreiben dieses Hobby eher ihr Mann und Sohn Felix nach leistungssportlichen Aspekten, sie nicht. „Ich betrachte es als Wertschätzung für mein Bemühen um allgemeine Fitness. So ist der Sport für mich eher eine gute Möglichkeit, gemeinsam als Familie etwas zu erleben. Außerdem lernt man bei den Läufen viele Leute kennen und knüpft Freundschaften. Ich freue mich auch für die anderen, wenn diese sich verbessern.“

So ist Beate Ledwig beispielsweise nicht darauf aus, den Oder-Spree-Cup auf Biegen und Brechen  zu gewinnen. „Mir liegen eher die etwas kürzeren Strecken. Maximal laufe ich einen Halbmarathon.“ So konnte sie regelmäßig bei einigen  Cup-Wettbewerben nicht die Höchst-Punktzahl erreichen. Dafür ist sie bei Distanzen bis 15 Kilometern „eine Bank“. Oder auch beim Neuzeller Run & Bike über die Marathondistanz, wo sich ein Paar gegenseitig beim Laufen und Radfahren abwechselt.  Bei den gemeinsamen Auftritten haben ihr Sohn Felix und Ehemann Torsten gestaunt, mit welch hohem Tempo Beate Ledwig kontinuierlich diese kürzeren Intervalle von einigen hundert Metern absolviert. Der Run & Bike ist auch ihr Lieblingswettbewerb, da hier das Team-Erlebnis hinzu kommt. Seit einigen Jahren ist sie Vorstandsmitglied im Neuzeller Verein, unter anderem kümmert sie sich um die Medaillen und Pokale.

Auch wenn die Projektleiterin im Eisenhüttenstädter Hochbauamt mehr oder weniger das Bindeglied für die ganze Familie ist, bemüht sie sich um ein regelmäßiges Training. „So drei Läufe kommen wöchentlich zusammen“, einmal zusätzlich bewältigt sie gut drei Kilometer mit ihrer mittlerweile elfjährigen Tochter Marie Luise. „Mit ihr möchte ich in fünf Jahren gemeinsam beim Run & Bike starten.“ Neben dem Laufen steht zweimal wöchentlich für etwa 20 bis 30 Minuten Gymnastik an, auch Yoga-Übungen sind darunter. Vor den Höhepunkten unterzieht sie sich auf dem Oderdamm dann dreimal auch einem schärferen Training. „Da gebe ich200 Meter Vollgas, laufe dann 400 Meter ruhig, und das über sechs Kilometer.“

Obwohl ihr auch im vergangenen Jahr einige persönliche Bestzeiten gelangen, ist sich Beate Ledwig darüber im Klaren, dass die Leistungskurve auch bei ihr eines Tages abwarts führt. „Ich komme in das Alter, bei dem ich damit rechnen muss. Da ich jedoch nicht so intensiv trainiere, hoffe ich, noch einige Zeit auf diesem Niveau laufen zu können.“ So war es für sie im Oktober ein schönes Gefühl, beim Straussee-Lauf in Strausberg über 9,2 Kilometer als Gesamtfünfte und Zweite ihrer Altersklasse nun schon zum zweiten Mal neben der ehemaligen Boston-Marathonsiegerin Uta Pippig auf dem Podest stehen zu dürfen.

Für ihre Fitness setzt Beate Ledwig auch auf gesunde Ernährung. So meidet sie zu viel Fleisch und Wurst, nutzt ihren Garten sowie umliegende Wiesen für verschiedene Kräuter. Sie bereitet sich grüne Smoothies, mixt Suppen, Getränke, bereitet Salate. Bücher dienen dabei als Anleitung – Kräuter sind neben dem Sport ihr Hobby.