Leichtathletik: Führungswechsel an der Spitze
Wie bereits seit vielen Jahren stellte der Frankfurter Sportartikelhändler Jürgen Holzäpfel die ansprechend gestalteten Pokale für die Sieger und die Medaillen für die Zweit- und Drittplatzierten zur Verfügung. Der 62-Jährige läuft selbst und will fortan noch aktiver diese Serie prägen. So übernahm er im Rahmen dieser Ehrung den Staffelstab von Dietmar Kraft.
Dietmar Kraft gibt Vorsitz ab
Diese Veranstaltung ist laut Klaus-Stefan Krüger, federführend für die Auswertung der insgesamt zehn Wettbewerbe, ein Projekt von acht Lauf-Veranstaltern. Die Laufkommission Oder-Spree-Cup besteht aus Vertretern dieser Veranstalter. Hauptverantwortlicher dieser Kommission ist nunmehr Holzäpfel als Vertreter des MSV Tripoint Frankfurt. Kraft von Pneumant Fürstenwalde hatte diese Serie fast zwei Jahrzehnte geführt und scheidet aus persönlichen Gründen aus.
„Die Zahlen sind stabil geblieben“, erklärte Kraft zur Eröffnung. „Etwa 100 Läufer sind zur Auszeichnung gekommen, 80 von ihnen haben Essen bestellt. Das ist auch wichtig für die Inselgaststätte.“ Auch die rein sportliche Auswertung reicherte er mit Zahlen an. So habe es bei den Frauen die meisten Starter in den Altersklassen W 35 und W 50 gegeben, bei den Männern sind es die M 45 und M 60. Mit etwa 300 Startern war der Rauener Fontanelauf am meisten frequentiert, da er vielen traditionell als Generalprobe für den Rennsteiglauf dient. Die Wenigsten nehmen zum Ausklang der Serie beim Eisenhüttenstädter Cross teil, wobei für Kraft die 106 Starter zuletzt einen guten Wert darstellen. Den höchsten Anteil weiblicher Starter mit einem Drittel habe es in Lübben geben, dort sei laut Kraft auch der Anteil an Kindern und Jugendlichen am höchsten.
Fünf Sportler haben mit Beate Ledwig, Richard Grütter, Dirk Radoschowski, Andreas Müller und Joachim Paulke die Höchstpunktzahl von 168 erreicht. Für die 14-jährige Seelower Gymnasiastin Tinka Creutzburg war es dabei der erste Oder-Spree-Cup-Sieg und überhaupt der erste Pokal als Läuferin. „Als Schwimmerin habe ich schon fünf Pokale erhalten“, sagt die Zweitplatzierte bei den Landesmeisterschaften über 200 Meter Brust. „Beim Schwimmen sind es die Sprintdistanzen, zum Laufen braucht man hingegen viel Ausdauer. Ausdauer-Wettbewerbe liegen mir zwar, doch in diesem Jahr will ich das Schwimmen nicht mehr vernachlässigen.“ Nicht kürzer treten als Läuferin will hingehen die zwölfjährige Marie Luise Ledwig. Die Neuzeller Gymnasiastin hat zu Hause etwa zehn Pokale zu stehen, dieser vom Oder-Spree-Cup sagt ihr besonders zu. „Er ist groß und die schöne blaue Färbung gefällt mir.“ Das Laufen liegt in der Familie, ihre Eltern Beate und Torsten sind ebenfalls Gesamtsieger. Zweimal wöchentlich übt Marie Luise per Pedes, einmal als Reiterin.
Demnächst häufiger per Rad anzutreffen könnte auch der 60-jährige Andreas Müller sein. Der Eisenhüttenstädter nimmt am Dienstag bei der BSG Stahl im Inselbad gezieltes Schwimmtraining auf. „Mal sehen, was ich für Fortschritte mache. Vielleicht starte ich auch beim Triathlon. 2012 habe ich das erste Mal den Oder-Spree-Cup gewonnen, seitdem jedes Jahr“, erklärt der gertenschlanke Eisenhüttenstädter. Nach schwerer Krankheit hatte er im mittleren Alter mit dem Laufen begonnen. Inzwischen vergeht kein Tag ohne Sport, entweder laufend oder radfahrend. „Er ist auch täglich im Kraftkeller“, erzählt seine Frau Jaqueline. „Ich habe dafür vollstes Verständnis. Wenn er läuft und sich gut fühlt weiß ich, dass bei ihm gesundheitlich alles in Ordnung ist.“
Dabei gewann Andreas Müller nicht nur seine Altersklassen-Wertung, sondern zusammen mit der Familie Ledwig auch die Teamwertung als Diehloer Hügelläufer. „Das haben wir geplant, nachdem wir im vergangenen Jahr Zweiter waren. Dabei hatten wir sogar dass Handicap, dass für uns als Gaststarter von Bonava die Läufe in Rauen und Bad Saarow wegfallen“, erklärt Torsten Ledwig. Auf den großen Pokal müssen die Diehloer Hügelläufer sich noch etwas gedulden. Als Wanderpokal vorgesehen, ist er nach drei Siegen in Folge in den Besitz der WSG 81 Königs Wusterhausen übergegangen. Der Neue soll abwechselnd bei den Ledwigs im Ortsteil Diehlo und bei den Müllers im Ortsteil Schönfließ stehen. Fest steht bereits, dass die 1,5 Liter Flasche Sekt auf dem Balkon von Müllers geleert wird. Sowohl Andreas Müller als auch die Ledwigs haben sich für diese Serie erneut viel vorgenommen.
Holzäpfel führt Kinder-Cup ein
Allerdings betrifft sie dann die erste Neuerung weniger, mit der Jürgen Holzäpfel sich einbringt. Für die Altersklassen U 8, U 10 und U 12 ruft er eine Kinderserie ins Leben, die vor allem mit kürzeren Distanzen aufwartet als beim Cup. Diese wird im Rahmen des Oderpokallaufes (3. Mai), beim Europalauf (11. Mai), beim Groß Lindower Lauf (27. Juni), beim Lauf ohne Grenzen (4. Juli) und beim Müllroser Seelauf (6. September) ausgetragen. Außerdem plant Holzäpfel, die Oder-Spree-Cup-Serie im darauf folgenden Jahr mit dem Schlaubetalmarathon und dem Lauf ohne Grenzen auf zwölf Veranstaltungen auszuweiten.



