Leichtathletik: Moderator und Läufer mit Humor

Organisator beim Baltic-Run 2015: Eckart Broy (r.) mit Sieger Dirk Kiwus
MOZ/Sergej ScheibeMit dem Laufen begonnen hatte Broy 1968 als Halbwüchsiger in Angermünde. Übrigens fast zeitgleich mit seinem um knapp zwei Jahre jüngeren Freund Jürgen Holzäpfel. Trainer für beide war zum größten Teil Wolfgang Siegler. „Für mich war Ecky damals der Motivator, dass ich beim Laufen bleibe. Er hat immer an mein Talent geglaubt und mir den Trainingsfleiß vorgelebt“, sagt Holzäpfel, in den 1980er und 90er-Jahren der herausragende Läufer in Ostbrandenburg.
Kein begnadetes Lauftalent
Broy jedoch war das Lauf-Talent nicht ganz so in die Wiege gelegt worden, „doch mit seinem Willen und seinem Fleiß hat auch er einige Erfolge vorzuweisen. Vor allem hat er vieles notiert und statistisch aufbereitet, das habe ich von ihm übernommen“, erzählt Holzäpfel, der seit über zwei Jahrzehnten ein Sportartikelgeschäft in Frankfurt führt. Von Broys Ableben hatte er als einer der Ersten erfahren. Schließlich sind die Familien Holzäpfel und Broy in Angermünde befreundet. „Ecky war vor zwei Jahren zu meinem 60. Geburtstag gekommen, wir hatten noch regelmäßig Kontakt.“
Seinen robusten Körper hatte Broy hoch belasten können. 155 Marathons beziehungsweise darüber hinaus gehende Ultra-Läufe hat er insgesamt bestritten. 1992 gewann er den 100-Kilometer-Lauf von Grünheide in 7:47:41 Stunden, ein Jahr später war er Berliner Meister auf dieser Distanz. Über 24 Stunden stehen beachtliche 211 Kilometer zu Buche, im Marathon immerhin 2:43:55 Stunden.
Doch vor allem in Erinnerung bleibt der Vater eines Sohnes und einer Tochter als lebensfroher Zeitgenosse, der durch seine gesellige und humorvolle Art viele aufgemuntert und unterhalten hatte.
Dabei hatte das Leben auch für ihn einige Schattenseiten parat wie seine Degradierung als Offizier und später zwei Scheidungen. Das aber hatte er seinem Umfeld kaum anmerken lassen, dafür war er auch zu sehr Kämpfer. Beispielsweise hatte sich der Abiturient nach der Entlassung aus der Armee ab 1979 bei den Berliner Verkehrsbetrieben vom Hofarbeiter zum Verkehrsmeister, dann zum Ingenieur für Verkehrsinformation und schließlich als Sachbearbeiter für Verkehrskoordinierzung qualifiziert. Übrigens alles mit ähnlicher Akribie und Intelligenz wie bei seinen Laufstatistiken, die er bis zuletzt gepflegt hatte.
