Leichtathletik: Neue Namen in den Siegerlisten
Temperaturen um 5 Grad Celsius und trockener Untergrund – obwohl es für viele der 176 Starter beim 40. Metallurgenlauf der erste Wettbewerb des Jahres war, gab es einige persönliche Bestleistungen. Nicht unbedingt darauf aus war mit Zoltan Senczyszyn der Sieger des Hauptwettbewerbes über 15 Kilometer (54:28 min). Der Starter für den Triathlon-Regionalligisten TSV Cottbus war aus dem knapp 70 Kilometer entfernten Cottbus per Rennrad gekommen, zog per Pedes in gleichmäßigem Tempo seine drei Fünf-Kilometer-Runden und setzte sich anschließend wieder aufs Rennrad. „Die Strecke ist gut, man kann sich die Distanz gut einteilen. Es hat Spaß gemacht“, sagte der zweimalige Gewinner des Schlaubetalmarathons.
Ein Metallurgenlauf-Neuling hatte über 15 Kilometer auch die Frauenwertung gewonnen. Durchgesetzt hatte sich Daniela Pohl aus Borkwalde (Potsdam-Mittelmark) nach 1:06:57 Stunden. „Ich arbeite bei der Zentralen Ausländerbehörde in Eisenhüttenstadt. Da ich am Wochenende Zeit für meine Familie haben möchte, bestreite ich wenige Wettkämpfe. Eigentlich bin ich Schwimmerin, ich starte für die Steelmasters der BSG Stahl“, erklärt die 38-jährige Siegerin. So war sie in Eisenhüttenstadt nur beim Schlaubetalmarathon im Herbst gestartet und war Zweite über die Halbdistanz geworden. „Die Runden sind Geschmackssache, insgesamt waren die Bedingungen gut, wir hatten auch keinen Wind. Anfangs lief es bei mir schwer und dann immer besser.“
Erstmalig im Feld der 58 Starter über 15 Kilometer war auch der Cottbuser Frank Konzack. Der 59-Jährige lief nach 1:01:08 Stunden als Gesamtneunter ein und setzte sich damit in der Altersklasse M 60 durch. Dass er 1981 schon einmal auf einen Teil dieser Strecke im Rahmen eines 25-Kilometer-Wettbewerbes gelaufen war, daran konnte sich der DDR-Meister im Marathon von 1984 nicht mehr erinnern. 2:15:34 Stunden lautet seine Bestleistung im Marathon, gelaufen 1984 in Fukuoka. 1989 hatte er seine Laufbahn beendet. Seit einem Jahr zieht der selbstständige Versicherungsmakler wieder die Laufschuhe an. Als Jogger auf dem Spreedamm. „Eigentlich wollte ich nie wieder bei Wettbewerben starten und dafür auch noch Geld bezahlen. Doch nun habe ich Blut geleckt und will um den Niederlausitzcup mitlaufen.“ Fünf-, sechsmal trainiere er in der Woche und komme dabei auf etwa 100 Kilometer. Einen speziellen Trainingsplan habe er nicht. "Als Diplom-Sportlehrer weiß ich schon, was ich trainieren muss. Die Wettkampf-Höhepunkte werde ich mir noch heraussuchen.“ Mit 67 bis 68 Kilogramm habe der 1,74 Meter große Athlet zwar noch nicht sein einstiges Wettkampfgewicht erreicht, ist davon jedoch nur wenige Kilo entfernt. So wie früher gehöre zum Training das Lauf-ABC, streue er Steigerungsläufe ein und dehnt sich auch. Abstriche müsse er jedoch nach den Jahren an das Tempotraining machen. "Bei den schnellen Läufen habe ich Probleme“, sagt Konzack und fasst sich an die Rückseite des rechten Oberschenkels. „Vor kurzem musste ich zwei Wochen wegen eines leichten Muskelfaserrisses aussetzen.“
Trainiert wurde Konzack beim SC Cottbus einst von Dietmar Bittermann, der mittlerweile als Trainer bei Olympia Cottbus fungiert. Unter dessen Fittichen ist seit einem Jahr der 17-jährige Konstantin Gorodetzky. In zwei Wochen will der Oder-Spree-Cup-Sieger der Vorsaison Landesmeister mit der Mannschaft im Zehn-Kilometer-Straßenlauf werden. In Eisenhüttenstadt jedoch hatte er diese Distanz mit einem Handicap bestritten. Schließlich schob er während der gesamten Distanz im Babyjogger mangels Betreuungsalternativen seine dreijährige Schwester Daria. Mit 43:37 Minuten hatte er sich als Gesamt-Neunter in der Klasse U 18 durchgesetzt. Dabei war er vier Minuten schneller als Viktoriya Gorodetzka (W 40/47:46), die mit dem Babyjogger nie Gesamtsiegerin über zehn Kilometer geworden wäre. Schließlich hatte die Cottbuserin die Gesamtzweite Constanze Groeschke (W45/LTSV Forst) lediglich um sechs Sekunden distanziert.
Den Wettbewerb der Männer auf dieser Distanz hatte der 19-jährige Eisenhüttenstädter Marius Ziems in 38:36 Minuten gewonnen. „Anfangs habe ich mich an Christopher Klenner gehalten, dann kam Tobias Streit, ihn habe ich dann noch für die 15 Kilometer gezogen. Ich bin es ruhiger angegangen und zufrieden. Wahrscheinlich laufe ich bei den Landesmeisterschaften im Zehn-Kilometer-Straßenlauf in Falkensee mit.“
Über fünf Kilometer setzten sich der Magdeburger Tim Maihold (U23/22:10) und die Frankfurterin Nicole Hobe (W40/22:22) durch.
