Leichtathletik
: Vollmilchschokolade als Zugabe

Mit Carolin Mattern ist beim 39. Müllroser Seelauf über zehn Kilometer eine Frau am Schnellsten.
Von
Hagen Bernard
Müllrose
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  • Zeigt gleich am Start den übrigen Frauen die Hacken: die achtfache Gesamtsiegerin Carolin Mattern (rechts), mit Nummer 65 die Zweite Cathleen Meier

    Zeigt gleich am Start den übrigen Frauen die Hacken: die achtfache Gesamtsiegerin Carolin Mattern (rechts), mit Nummer 65 die Zweite Cathleen Meier

    michael benk
  • Ist eher schwüle Hitze in Hallen gewohnt: Bundesliga-Bowler Dennis Bennek vom BC Strike 99

    Ist eher schwüle Hitze in Hallen gewohnt: Bundesliga-Bowler Dennis Bennek vom BC Strike 99

    michael benk
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Ein Novum gab es beim 16. Frauenlauf über zehn Kilometer. Zum ersten Mal legte mit Carolin Mattern vom OSC Berlin die beste Frau die Seerunde schneller zurück (37:36 min) als mit Thomas Gogolin (MSV Tripoint/38:30) der schnellste Mann. Oft hat die 36–Jährige mit ihrem Mann Gogolin eine Wette zu laufen. Der Schnellere erhält eine dänische 150–Gramm–Tafel Vollmilchschokolade. „Dieses Mal bin ich gar nicht darauf gekommen, weil Thomas so gut in Form ist. Während unserer Kreuzfahrt haben wir auch in Schottland auf einer Bahn trainiert. Da war er schneller“, erklärt Mattern. „Wir trainieren oft das Gleiche und sind auch etwa gleich stark. Nur das Carolin eine Frau ist“, sagt Gogolin.

Wahrscheinlich hatte ihr die Hitze nach der gerade beendeten Kreuzfahrt in Nordeuropa weniger ausgemacht, obwohl auch sie stöhnte. „Bereits nach vier Kilometern war ich völlig durch, dazu noch die Schwüle. Außerdem waren die Wege sehr sandig. Bei solchen Distanzen  mache ich eigentlich keine Trinkpause, doch dieses Mal habe ich mir die zehn Sekunden dafür genommen.“

Nur wenigen ging es besser. Während beispielsweise die 13–jährige Liddi Klebon aus Königs Wusterhausen nach ihrer Bronzemedaille tags zuvor bei den Landesmeisterschaften über 800 Meter in 2:29 Minuten die Fünf–Kilometer–Distanz als Gesamtsiegerin souverän herunterspulte (23:38), störten auch die 14–jährige Gesamtdritte Tinka Creutzburg (25:45) die hohen Temperaturen nicht. „Es lief für mich super, wir hatten ja auch einigen Schatten“, während die Gesamtzweite in der Nachwuchswertung Marie–Luise Ledwig (12/25:40) die Hitze als störend empfand. So erklärte auch ihre Mutter Beate, immerhin in 50:15 Minuten Gesamtvierte über zehn Kilometer, „das Schönste ist jetzt ins Wasser zu gehen“.

Auf den Punkt für alle brachte es der Ziltendorfer Andreas Hell: „Ob wir zu Hause schwitzen oder hier, ist eigentlich gleich. So komme ich wenigstens raus und bewege mich.“ Auf Anhieb wieder zur Form hatte Andreas Müller gefunden, der sich als Gesamtzwölfter souverän in der Altersklasse M 60 durchsetzte (43:40). „Im Sommer hatte ich Rückenprobleme und fuhr hauptsächlich Rad. Heute lief es ganz gut“, so der Eisenhüttenstädter.

Am wenigsten mit der Hitze zu kämpfen hatten die Kinder über drei Kilometer, die als Erstes absolviert wurden. Hier war Erik Tiedge vom Start weg an der Spitze und hatte nach 9:54 Minuten mit drei Sekunden Vorsprung vor dem neunjährigen Mixdorfer Leo Brodhuhn das Strandbad wieder erreicht. Die Kondition holt sich der Elfjährige beim viermal wöchentlichen Training des 1. FC Frankfurt. Ähnlich viel — jedoch eigenständig — übt der 16–jährige Frankfurter Maximilian Meier. Über fünf Kilometer war er mit einer Minute Vorsprung der Schnellste (22:07 min). „Gestört haben mich nur die Wurzeln. Früher habe ich mal Leichtathletik beim SC Frankfurt trainiert.“ Jetzt läuft er für das Bohlig–Lauf–Team. Die Bohlig–Athleten waren in ihrem farbenprächtigen Hemd oft vorn auszumachen. So auch Cathleen Meier. Die 29–jährige Frankfurterin hatte zwar neun Minuten Rückstand auf die Siegerin, war jedoch als Gesamtzweite über zehn Kilometer mit sich zufrieden (46:41). „Wenn ich mich Caro hier bis auf fünf Minuten nähern könnte, wäre das gut. Heute musste ich mich auf die Wurzeln konzentrieren, aber durch die Hitze wird man schneller müde.“