Insgesamt hatten die 67 Läufer und sieben Walker bei Temperaturen um die 5 Grad Celsius und trockener Witterung für die Jahreszeit optimale äußere Bedingungen vorgefunden. Zwar lag teilweise auf dem Zwei-Kilometer-Rundkurs auf der Insel feuchtes Laub, doch so ernsthaft dürfte das die Athleten nicht behindert haben. Zumindest kamen die Starter nicht so ins Rutschen, dass jemand vorzeitig ausscheiden musste.
Während die Nachwuchsläufer der BSG Stahl Eisenhüttenstadt laut ihrem Trainer Holger Franke dieser Serie aus trainingsmethodischen Gründen komplett fernbleiben wollen und einige Beeskower Athleten wegen des zeitgleichens Deutsch-Polnischen Hallen-Meetings in Cottbus fehlten, hatte es unter den Erwachsenen einige neue  Gesichter gegeben. So Dr. Karl-Heinz Stühmer aus Frankfurt, als 83-Jähriger der älteste Starter überhaupt. Er nahm walkend die sechs Kilometer in Angriff und wies mit seinen 53:41 Minuten nur einen geringen Rückstand gegenüber den übrigen Mitstreitern auf. Er will auch die nächsten Wettbewerbe am 18. Januar und 1. Februar bestreiten, die zusammen mit dem Auftakt-Wettbewerb auch als Winterserie extra gewertet werden.
Das hat auch die Frankfurterin Cathleen Meier (W 30) vor, die mit 23:51 Minuten Fünftschnellste überhaupt unter den 34 Startern über sechs Kilometer war und damit auch als erste Frau den Start- und Zielbereich neben der Inselgaststätte erreichte. "Die Läufe sind gerade optimal für mich, da ich im Februar nach Perl zur Deutschen Polizeimeisterschaft im Crosslauf fahre. Für mich lief es heute super. Die Strecke ist sehr flach und schnell und obwohl es ein doch verhältnismäßig kleiner Lauf ist, gab es genug Leute die anfeuerten. Insgesamt ist es eine schöne familiär wirkende Veranstaltung. Ein total liebevoller Umgang vor Ort und das manuelle Stoppen haben einen tollen Charme", erklärt die Bundespolizistin. Bereits viereinhalb Minuten Rückstand wies die Seriensiegerin dieses Wettbewerbes Beate Ledwig (W50/Diehloer Hügelläufer/28:21) auf, die damit einmal mehr ihre gleichaltrige Hauptkonkurrentin Gudrun Bullack aus Beeskow distanzierte (29:49).
Vorbereitung auf Duathlon-WM
Den Frauen-Wettbewerb gewonnen hätte mit großer Sicherheit Carolin Mattern vom OSC Berlin. Während ihr Mann Thomas Gogolin souverän das Feld anführte, steckte sie zurück, um ihrer vierjährigen Tochter Ella Charlotte eine Startmöglichkeit zu ermöglichen. "Sie wollte dieses Mal unbedingt laufen, da habe ich verzichtet. Beim nächsten Mal laufe ich mit", erklärt Mattern, die dafür nach dieser Veranstaltung einige Kilometer aut der Insel abspulte. Wie in der vergangenen Saison bereitet sie sich für Bahnläufe über 5000 Meter vor. Die Deutsche Seniorenmeisterin auf dieser Distanz will sich erneut für die Deutschen Titelkämpfe der Elite qualifizieren. Eine Zeit unter 17 Minuten hält die 36-Jährige weiter für möglich. Sie ist für die in zwei Wochen ausgetragenen Hallen-Landesmeisterschaften über 3000 Meter gemeldet.
Gar die Welt- und Europameisterschaften auf der Mitteldistanz im Duathlon im April beziehungsweise Mai plant ihr Mann Thomas Gogolin ein. "Ich hätte nicht gedacht, dass es heute hier so gut läuft. Als ich die erste Runde in 7:01 Minuten anging, hatte ich mir vorgenommen, unter 21 Minuten zu bleiben." Das gelang. Nach 14:01 Minuten ausgangs der zweiten Runde zeigte die Stoppuhr im Ziel 20:55 Minuten an. "Dafür, dass ich gegenwärtig total unspezifisch trainiere, bin ich sehr zufrieden. Derzeit laufe ich in der Woche vielleicht 50 Kilometer, dazu mache ich mit dem Rad drei Einheiten. Hinzu kommt auch noch etwas Krafttraining."
Nach 300 Metern war Gogolin allein auf weiter Flur. Dahinter bemühte sich der spätere Dritte Torsten Ledwig (M 50/Diehloer Hügelläufer) um das Tempo, kurz vor dem Ziel löste sich der 20-jährige Marius Ziems (BSG Stahl/23:25). Viertschnellster war Christopher Klenner (M 35/Team Schlaubetraining/23:40) vor Cathleen Meier, Torsten Schlauß (M 30/LG Holzinger Sport/24:10) und Maximilian Liebig (M 20/Blau-Weiß Ziltendorf/24:13).
Ein Kanute rennt allen davon
Dass Kanuten auch genügend Puste zum Laufen haben, zeigte einmal mehr der elfjährige Oskar Reinus (8:04) über zwei Kilometer. Mit etwas Abstand folgte der um ein Jahr ältere Beeskower Jannis Bullack (8:15) vor den beiden Kanuten Bruno Diener (M 8/8:16) und Ben Dyx (M 10/8:51). Dann lief mit Marie-Luise Ledwig (W 12/Diehloer Hügelläufer) auch schon das schnellste Mädchen ein. Mit Liselotte Briesenick (W 6/9:39), Wanda Grzybek (W 8/11:03), Elisabeth Briesenick (W 6/11:04) und Kaena Sawade (W 8/11:17) folgten ihr in der Mädchen-Wertung gleich vier Starterinnen vom Verein Leichtathletik in Beeskow. "Wir versuchen, die Eisenhüttenstädter Stadtmeisterschaften im Laufen so gut wie möglich wahrzunehmen. Heute hatten wir das Hallensportfest in Cottbus, das geht dann für uns vor", erklärt die Beeskower Trainerin Beatrix Pohle. Darüber hinaus starteten einige Beeskower Nachwuchsathleten tags darauf bei einem Geher-Wettbewerb in Berlin, so dass auch bei den Kreisstädtern hinsichtlich der Teilnahme Luft nach oben ist.
Besonders einige Erwachsene begrüßten die dieses Mal frühen Termine. "Ich wollte hier schon immer mal mitlaufen. Jetzt ist es gut möglich", erklärt der Neuzeller Lukas Szywala. Der 33-jährige Sport- und Mathe-Lehrer an der Schönfließer Grundschule bereitet sich im Februar wieder auf die Saison mit dem Brandenburgligisten FC Eisenhüttenstadt vor. Als Gesamt-Zwölfter schlug er sich in 26:09 Minuten unter den Laufspezialisten beachtlich. "Ich finde es gut, dass wir jetzt einige Läufe haben, ansonsten gibt es ja in dieser Jahreszeit kaum Wettbewerbe. Das ist eine schöne Auflockerung des Trainings. Außerdem ist das Wetter derzeit dafür optimal", sagt der 60-jährige Eisenhüttenstädter Andreas Müller von der LG Rosenhügel. In 26:13 Minuten musste sich der Seriensieger beim Oder-Spree-Cup jedoch sputen, um den Altersklassensieg abzusichern, schließlich hatte der um ein Jahr jüngere ehemalige Frankfurter Ringer Peter Thätner nur 1:53 Minuten Rückstand.