Mauerfall
: Lichtermeer zur Erinnerung an historischen Tag in Müllrose

In der Region wurde mit Veranstaltungen, wie zum Beispiel einer Lichterkette, der Ereignisse vor 30 Jahren gedacht.
Von
René Matschkowiak
Müllrose
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  • Lichter der Hoffnung: Am Denkmal auf dem Marktplatz in Müllrose zündeten Müllroser in Erinnerung an den Mauerfall vor 30 Jahren Kerzen an. Danach wurde zu einem Kulturprogramm unter anderem mit einer Lasershow eingeladen.

    Lichter der Hoffnung: Am Denkmal auf dem Marktplatz in Müllrose zündeten Müllroser in Erinnerung an den Mauerfall vor 30 Jahren Kerzen an. Danach wurde zu einem Kulturprogramm unter anderem mit einer Lasershow eingeladen.

    René Matschkowiak
  • Mit Bezug zur Gegenwart: Bei der Andacht in der Müllroser Kirche spielen Schüler der Oberschule die Demonstrationen vor dem Fall der Mauer nach.

    Mit Bezug zur Gegenwart: Bei der Andacht in der Müllroser Kirche spielen Schüler der Oberschule die Demonstrationen vor dem Fall der Mauer nach.

    René Matschkowiak
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Jahrestag des Mauerfalls am 9. November, das ist nicht nur in Berlin sondern auch in Müllrose ein Grund zu feiern, dachte sich Bürgermeister Thomas Kühl und organisierte am Sonnabend mit vielen helfenden Händen ein kleines, feines Fest auf dem Marktplatz.

Schon zur Andacht um 18 Uhr zog es Dutzende Müllroser in die Kirche um an diesen historischen Tag vor dreißig Jahren zurückzudenken. „Pfarrer Hirsch ist derzeit in Israel mit vielen Mitgliedern der Müllroser Kirchengemeinde und hält zur selben Zeit die gleiche Andacht dort ab“, erklärt Christine Schawaller von der Müllroser Kirchengemeinde. Karsten Hase, Leiter des Posaunenchores, führte durch die musikalisch geprägte Andacht.

Höhepunkt im Gotteshaus war die demonstrierende Schülergruppe der Grund– und Oberschule Müllrose, die auf nachgestalteten Plakaten den Mauerfall nachempfunden hat. Für die Schüler war das kein ganz leichtes Unterfangen, denn längst ist für sie dieser Tag zwar geschichtsträchtig, aber doch weit weg.

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„So richtig vorstellen, kann man sich das nicht, wie es war“, sagte etwa Katja Burkhard. Leon Frenzel, findet es dennoch „krass was damals passiert ist“. Freilich gab es zum Ende einen kleinen Schlenker zu den Fridays–for–Future–Demonstrationen heutzutage, die sich für das Weltklima einsetzen. „Es ging zum Schluss darum, dass friedliche Revolutionen auch heutzutage stattfinden können“, sagte Lehrerin Dina Liesk, die das Stück mit den Schülern einstudiert hat.

Auch vor der Kirche wurden die Erinnerungen zu diesem Tag ausgetauscht und wohl ein jeder weiß, was er am Abend vor genau 30 Jahren gerade gemacht hat. Eher ein ernüchterndes Erlebnis hatte Liane Kemnitz. „Ich war gerade im Trainingslager während meines Sportstudiums“, erinnert sie sich. „Als wir von der Maueröffnung hörten, sind wir rüber nach Westberlin und ausgerechnet in Kreuzberg gelandet“. Das sah damals nicht wie der verlockende Westen aus. Besprühte und runtergewirtschaftete Häuser hießen die Besucher willkommen. „Wir sind dann wieder zurück und haben niemanden davon erzählt, dass wir da waren“, lacht sie heute über den ersten Eindruck.

Trickfilm zur Maueröffnung

Erfreut zeigte sich Karsten Bohlig über das Fest. „An den 9. November hat jeder eine Erinnerung, was man vom Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober nicht unbedingt sagen kann“, findet er. „Es ist eine gute Gelegenheit, Erinnerungen auszutauschen, allerdings ist die Zeit wirklich schnelllebig geworden“, so sein Eindruck. „Wo sind die letzten 30 Jahre geblieben?“, fragte er.

Pünktlich um 19.30 Uhr und zu den Klängen der „Aktuellen Kamera“ eröffnete die Rockband Blank mit Ostrockhits den kulturellen Teil des Abends. Für die folgende Lasershow wurde extra ein Trickfilm programmiert, der die Maueröffnung noch mal Revue passieren ließ, erklärte Robert Menzel von Lasertech. Natürlich hat auch er eine Erinnerung an die Zeit vor 30 Jahren. „Ich war ganz weit weg“, meinte er lachend. „Ich war im Kaukasus“.

Auch Bürgermeister Thomas Kühl rief sich noch einmal die Zeit vor 30 Jahren in Erinnerung. „Graue Häuser und kaputte Straßen, das war Müllrose vor 30 Jahren."  Heute sind nicht nur die Häuser und viele Straßen saniert, sondern auch der See, freute er sich. Organisiert vom Heimatverein wurde auch in Ziltendorf an den Fall der Mauer erinnert, unter anderem mit einer langen Lichterkette.