Mobile Bezahlsysteme
: Brötchen per Handy bezahlen

Brötchen oder Kaffee bequem mit dem Smartphone zahlen. Das geht vielerorts bereits, doch die wenigsten nutzen es.
Von
Patrizia Czajor
Eisenhüttenstadt
Jetzt in der App anhören

Einkaufen ohne Bargeld: Seit dem vergangenen Jahr ist das in den Filialen der Bäckerei Dreiíg möglich.

Patrizia Czajor

Thomas Richter findet es perfekt, dass er an der Kasse einiger Geschäfte nur sein iPhone oder seine Apple–Watch zücken muss. Kein lästiges Kramen nach Bargeld mehr, findet der Kunde, der sich gerade im Buchhaus Jachning umschaut. „Ich habe fast nie Bargeld dabei.“ So kommt es ihm nur entgegen, dass das dieser Service in immer mehr Geschäften möglich ist.

Das neue Bezahlsystem nutzt seit dem vergangenen Jahr etwa auch die Bäckerei Dreißig. „Das ist bei uns gang und gäbe“, sagt Iris Becker, die in der Filiale in der Lindenallee arbeitet. Dank der sogenannten Near Field Communication–Technik müssen Kunden ihr Handy nur noch in die Nähe des Lesegeräts halten, um dort Brötchen oder Kaffee zu kaufen. Je nach Anbieter können Beträge unter 25 Euro oder 50 Euro sogar ohne PIN–Eingabe autorisiert werden. Angewiesen ist das Bezahlsystem natürlich auf eine einwandfreie Verbindung des Kartenlesegeräts mit dem Internet. Laut Iris Becker gibt es da hingegen selten technische Probleme.

Zum ersten Mal genutzt hat Thomas Richter sein Smartphone zum Bezahlen im vergangenen Jahr, um sich eine Packung Shrimps bei McDonald’s holen. „Ich wusste nicht einmal, dass das dort geht.“ Und so hat er nach und nach immer mehr Filialen entdeckt, die ihm das Einkaufen leichter und bequemer machen. Noch gehört er hierzulande hingegen zu einer Minderheit. „Das ist eine Einstellungssache“, findet er hingegen.

So kann auch Britta Kauhs, die im Buchhaus in der Lindenallee arbeitet, durchaus verstehen, dass einige Kunden lieber Scheine und Münzen auf den Tresen lesen. „Man verliert so nicht so schnell den Überblick.“ Sie selbst kontrolliert etwa regelmäßig ihre Kontoauszüge. Würde sie alles nur noch elektronisch zahlen, wäre das, glaubt sie, kaum mehr zu überblicken. Im Buchhandel können Kunden bislang auch nur das kontaktlose Zahlen mit einer dafür freigeschalteten Bankkarte nutzen. Wie problemlos das – auch unbeabsichtigt – funktioniert, davon hat sich kürzlich eine Kundin im Buchhandel selbst überzeugen können. Noch bevor diese ihre Bankkarte in das Kartenlesegerät stecken konnte, war der Bezahlvorgang abgeschlossen. „Sie hatte die Karte schon am Sensor vorbeigeführt“, erläutert Britta Kauhs.

Möglich ist Zahlen mit dem Handy auch in den Marktkauf–Filialen. Doch Margit Paulenz, Marktleiterin bei Marktkauf in Eisenhüttenstadt, beobachtet, dass noch die wenigsten Kunden diesen Service nutzen. Dass, was in skandinavischen Ländern bereits normal, wird sich in ihren Augen jedoch auch hier allmählich etablieren. „Bargeldloses Zahlen wird sich irgendwann durchsetzen.“