Neuer Spielplan
: Eisenhüttenstädter Friwo will regelmäßig Kinofilme zeigen

Mitte August geht die Spielzeit im Friedrich-Wolf-Theater los. Eine Erlaubnis für den Filmbetrieb gibt es schon.
Von
Janet Neiser
Eisenhüttenstadt
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Alles vorbereitet: Doreen Hoffert vom Friedrich-Wolf-Theater in Eisenhüttenstadt steht vor der Kinoleinwand. Bei der Filmvorführung ist die Fläche noch größer. Der erste Film wird am 15. August "Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm" sein.

Janet Neiser

Dieser sei zumindest von Mitte August bis Ende Oktober total coronasicher, will heißen, Veranstaltungen, die in diesem Zeitraum geplant sind, werden definitiv stattfinden. Darunter sind zahlreiche Konzerte im Saal und – man höre und staune – auf der Freilichtbühne sowie Kinofilme.

„Wir haben die gleiche Anzahl von Veranstaltungen, wie sie vor Corona geplant waren“, erklärt Jens Zörner und fügt dankbar hinzu: „Ohne das Team hätte das alles nicht geklappt.“ Die Erfahrungen der Mitarbeiter habe er gern einfließen lassen. Einiges wurde von der Kleinen Bühne in den Saal verlegt, anderes vom Saal auf die Freiluftanlage in den Diehloer Bergen. Für die Freilichtbühne sind für das traditionelle Stadtfest-Wochenende Ende August, wo es diesmal kein Fest geben wird, drei bekannte Künstler gebucht: Am 28. August tritt der Schauspieler und Sänger Bernd Stelter mit seinem Programm „Wer Lieder singt, braucht keinen Therapeuten“ auf. Einen Tag später ist Stefan Gwildis mit „Best of – Live zu dritt mit Bläsern“ zu Gast. Und am 30. August singt Anna-Carina Woitschack.

Jens Zörner ist klar, dass die Anlage, die eine Kapazität für rund 2100 Besucher hat, nicht voll wird. Das soll und darf sie unter Corona-Bedingungen auch gar nicht. Stattdessen plant er mit jeweils 350 Personen. „Die Künstler machen das gern mit!“, sagt er. Auf die Frage, ob er die Freilichtbühne künftig wieder stärker mit in den Spielplan aufnehmen will, betont er nur: "Die Freilichtbühne nicht zu bespielen, wäre ähnlich fatal, wie  das Theater nicht zu bespielen.“ Der Fokus werde aber weiterhin auf dem Saal und der Kleinen Bühne liegen.

Der neue Theaterleiter ist durch die Covid-19-Pandemie gleich richtig ins kalte Wasser geworfen worden. Doch das empfindet er gar nicht als Nachteil. Weil es keine Veranstaltungen gegeben hat, lernte er das Traditionshaus und seine Struktur sogleich richtig von innen kennen. Es ist eine völlig neue Aufgabe, die der Theaterregisseur und Dramaturg, der zuletzt in der bayerischen Oberpfalz gearbeitet hat, in der einstigen Planstadt übernommen hat. Und er will sie gut meistern, das hört man in den Gesprächen schnell heraus. Er möchte dem Programm auch eine neue Handschrift verleihen, ohne dabei auf Bewährtes zu verzichten.

Einen großen Wunsch kann er den Eisenhüttenstädtern schon erfüllen: Im Friedrich-Wolf-Theater wird es wieder regelmäßig Kinofilme geben – jedenfalls so lange, wie es kein neues Kino in der Stahlstadt gibt. Zwei Tage in der Woche heißt es ab 15. August: Willkommen im Rangkino. Denn das Konzept sieht vor, dass die Zuschauer im Rang Platz nehmen. So könne auch die Bar im oberen Bereich genutzt werden, wie das beim Kino eben so sei. Getränke und etwas zu Knabbern gehören bei vielen zum Filmvergnügen dazu. Sollten es mal mehr Zuschauer werden, könnte man auch das Parkett öffnen. Aufgrund der Größe des Theaters hat das Friwo tatsächlich einen Vorteil gegenüber vielen gängigen Kinos. Viele machen aufgrund der Corona-Beschränkungen noch immer nicht auf.

Für das Friedrich-Wolf-Theater musste übrigens extra ein Kinobetrieb angemeldet werden. „Da bekommt man eine Betreiber- und eine Leinwandnummer“, erläutert Jens Zörner. Mal eben Kinofilme präsentieren, das geht jedenfalls nicht. Das Konzept sieht vor, dass jeweils am Sonnabend und Sonntag Filme gezeigt werden. Am Sonntag wird Familie groß geschrieben. Eine Einschränkung gibt es aber: Im Friwo erfolgt das Abspielen über eine Blu-ray-Disc und nicht per Digitalschlüssel. Da bräuchte man ganz neue Technik.

Tickets für Konzerte bis Ende Oktober sowie für das Jahr 2021 können erworben werden über: www.friwo.info oder www.reservix.de. Für Filme gibt es Tickets nur an der Abendkasse.

Das Filmprogramm im Friwo

15.8. – "Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm" (20 Uhr);16.8. – "Mina und die Traumzauberer" (15 Uhr);22.8. – "Lieber Antoine als gar kein Ärger" (20 Uhr);23.8. – "Die Winzlinge" (15 Uhr);6.9. – "Unsere große kleine Farm" (15 Uhr);12.9. – "Nationalstraße" (20 Uhr);13.9. – "Die sagenhaften Vier" (15 Uhr);20.9. – "Die Wiese – Ein Paradies nebenan" (15 Uhr);26.9. – "Besser Welt als Nie" (20 Uhr)27.9. – "Latte Igel und der magische Wasserstein" (15 Uhr)