Tierheim Eisenhüttenstadt: Pferd Biene wurde vernachlässigt – was sie jetzt dringend braucht

Gewinnt zunehmend das Vertrauen von Pferd Biene: Tierheim-Leiterin Jana Feister in Eisenhüttenstadt. Sie pflegt die Pony-Stute seit drei Monaten.
Jana FeisterSeit drei Monaten hat das Eisenhüttenstädter Tierheim am See einen nicht alltäglichen Gast. Mehrmals am Tag kümmert sich Tierheim-Leiterin Jana Feister um die Pony-Stute Biene. Sie bereitet das Pferd für eine Vermittlung vor.
Dafür ist Biene jedoch noch nicht reif. Schließlich lässt sie derzeit mehr oder weniger nur Jana Feister an sich heran. „Eigentlich ist es ein liebes Pferd. Vielleicht ist sie mal unfair behandelt worden, ich weiß es nicht. Aber es wird von Tag zu Tag mit ihr besser. Sie ist körperlich fit und mit ihren 30 Jahren noch nicht alt. Ich kenne über 50-jährige Ponys. Ein Kinder-Pony wird es sicherlich nicht mehr, eher etwas für Pferdekenner, die noch eine Herausforderung suchen“, erklärt die Tierheim-Leiterin.
Pony Biene war lange sehr einsam
Aufmerksam geworden ist Jana Feister auf dieses Pferd durch Anzeigen von Nachbarn. Es stand zuletzt längere Zeit einsam auf einem Grundstück. Früher war mit Biene Holz aus dem Wald transportiert worden, sie verfügt über einige Fähigkeiten. Einige Jahre hatte sie laut Jana Feister bei sich Artgenossen, doch die gibt es seit längerem nicht mehr.
„Ponys sind recht intelligent und wollen bis ins hohe Alter beschäftigt werden. Allein nur zum Rasenmäher taugen sie nicht. Aber wenn sie nicht gefordert sind, können Ponys auch eklig werden“, erklärt die Tierheim-Leiterin.

Benötigt noch viel Pflege: Die lange Vernachlässigung ist der 30-jährigen Pony-Stute Biene anzusehen.
Jana FeisterSo verhielt es sich auch mit Biene. Sie war allein, hatte kein optimales Nahrungsangebot und wurde auch aus medizinischer Sicht vernachlässigt. Zwar hatte das informierte Veterinäramt keinen Handlungsbedarf gesehen, Biene dem schon in die Jahre gekommenen Besitzer wegzunehmen, doch hatte Biene auch den herbeigerufenen Tierarzt nicht an sich herangelassen.
Das Pferd ist extrem berührungsempfindlich
„Sie ist extrem berührungsempfindlich. Dabei benötigt sie eine Behandlung. An ihren Füßen haben sich Schnabelhufe gebildet. Die Sehnen können sich extrem verkürzen und entzünden, im schlimmsten Fall muss sie eingeschläfert werden“, sagt Jana Feister.
Doch soweit will sie es nicht kommen lassen. Letztlich konnte Jana Feister den Besitzer überreden, sich von Biene zu trennen. Mit einigen Tricks bekamen die Tierheim-Mitarbeiter Biene zum Transport auf den Hänger, auf ihrer Wiese war dann Jana Feister von Biene völlig überrascht.
„Sie hat sich bei uns sofort gefreut, als wäre sie nie woanders gewesen. Sie ist hier völlig entspannt, neugierig und aufgeschlossen.“
Nur den direkten körperlichen Kontakt versucht Biene zu vermeiden. „Man merkt, dass Biene längere Zeit allein war. Sie ist an vielen Stellen recht kitzlig. Wenn ich sie bürste, dann gerate ich schnell mal an besonders empfindliche Stellen. Dann dreht sie den Hintern zu mir und versucht auszuteilen. Inzwischen verstehen wir uns aber ganz gut.“
Mit Männern hat die Stute Probleme
Besonders mit Männern scheint die Stute laut Jana Feister noch so ihre Probleme zu haben. „Sobald ein Mann hier auftaucht, ist alles Erlernte vergessen. Dann will sie niemanden an sich heranlassen und am liebsten ausschlagen.“
Jana Feister hofft, dass sich auch das bald legt. Doch erst einmal muss Biene einen Mediziner an sich heranlassen, damit ihre Hufe behandelt werden können. Auch stecken noch Kletten an ihrem Bauch und ist ein Teil ihrer Mähne verfilzt.

