Prävention
: Wenn sich Träume erfüllen - und Olympioniken in die Schulen kommen

„Olympia ruft: Mach mit!“, so heißt das Programm, bei dem Athleten an Kitas und Schulen olympische Werte vermitteln.
Von
Dietmar Puttins
Eisenhüttenstadt
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  • Gold und Silber: Der Ex-Bob-Sportler Kevin Kuske mit Goethe-Grundschülern in der Turnhalle in der Kastanienstraße. Mehr als 50 von insgesamt 163 HortKindern waren dabei. Einige von ihnen halten und tragen Kuskes schwere Gold- und Silbermedaillen.

    Gold und Silber: Der Ex-Bob-Sportler Kevin Kuske mit Goethe-Grundschülern in der Turnhalle in der Kastanienstraße. Mehr als 50 von insgesamt 163 HortKindern waren dabei. Einige von ihnen halten und tragen Kuskes schwere Gold- und Silbermedaillen.

    Dietmar Puttins
  • Durchtrainiert: Bei der Bundeswehr begann Kevin Kuske als Leichtathlet im Sprint. Seine Bestleistung über 100 Meter: 10,5 Sekunden.

    Durchtrainiert: Bei der Bundeswehr begann Kevin Kuske als Leichtathlet im Sprint. Seine Bestleistung über 100 Meter: 10,5 Sekunden.

    Dietmar Puttins
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Staunende Kinderaugen blic­ken auf Kevin Kuske, als dieser am Donnerstag die Turnhalle der Grundschule „Johann Wolfgang von Goethe“ in der Kastanienstraße betritt. Neugierig mustern über 50 Hortkinder aus 2. bis 4. Klassen den 40-jährigen Athleten. Kuske wird gleich zu den Kindern sprechen, doch für ein Foto mit ihnen reicht er erst einmal einigen der Jungen und Mädchen seine schweren Gold- und Silbermedaillen. Kurzer Haarschnitt, die Kleidung in Khaki und ein breites Lächeln – die Kinder sollen spüren: Kevin Kuske ist einer von ihnen. Dass er jetzt vor ihnen steht, kommt einer Sternstunde für Hort und Schule gleich.

„Wir haben uns Anfang 2019 als Hort bei dem Projekt ,Olympia ruft: Mach mit!‘ beworben und hatten das Glück, angenommen zu werden“, erzählt Erzieherin Lisa Böhmer (33), stellvertretende Hortleiterin. Die Deutsche Olympische Akademie Willi Daume (Frankfurt/Main), der Förderverein für Prävention und Gesundheit symbioun und die Techniker Krankenkasse organisieren dieses bundesweite Bildungs- und Bewegungsprogramm. Es beinhaltet Unterrichtsmaterialien für Kinder und Jugendliche und Weiterbildungen und Vorsorgeangebote für Pädagogen.

Sportler sprechen über ihr Leben

Wenn es klappt, besuchen Athleten wie der Bob-Sportler Kevin Kuske Kitas und Schulen, um olympische Werte wie Leistung, Respekt und Freundschaft zu vermitteln. Der Potsdamer beendete seine Karriere nach den Olympischen Winterspielen in Korea (2018). Wie kam er zu dem Termin an der Goethe-Grundschule? „Ich habe gleich nach der Olympiade in Korea vom Deutschen Olympischen Sportbund das erste Projekt in unserer Region bekommen“, erzählt Kevin Kuske. „Ich bin immer Brandenburger gewesen, deshalb liegt es mir sehr am Herzen, die Kinder hier bei uns zu motivieren und zu unterstützen, indem ich ihnen von meiner Kindheit erzähle.“ In einer Zeit, in der der Sportunterricht an Schulen ein wenig rückläufig sei, versuche er, sie zu animieren, mehr Sport zu treiben.“ Wie vermittelt er das? Kevin Kuske: „Motivation ist bei mir eine ganz große Sache. Dass man sich, auch wenn es einem einmal nicht so gut geht, trotzdem fokussiert. Das Thema Mobbing ist mir auch sehr wichtig, denn auch ich erlebte es oft in meiner Kindheit, dass ich wegen des Sports immer nicht so richtig zugehörig war. Ich denke, das hilft den Kindern – wenn da ein so großer, kräftiger Mann steht. Dass der das auch einmal so erlebt hat, obwohl man es ihm so nicht ansieht.“

Später erzählt er den Schülern in der Turnhalle von seiner Familie. Dass schon der Opa und seine Mutter davon träumten, zu den Olympischen Spielen zu fahren, doch die (welt-) politischen Umstände ihre Träume platzen ließen. „Der Traum ist dann in meiner Kindheit an mich weitergeben worden“, spricht er zu den Schülern. 1999 wechselte er – verletzungsbedingt – in den Bob-Sport und wurde zu einem der weltbesten Bobteam-Anschieber.

Als er gleich bei seinen ersten Olympischen Winterspielen in Salt Lake City (2002) gemeinsam mit dem Bob-Piloten André Lange Gold gewann, „war das erste Mal der Traum meiner Familie in Erfüllung gegangen“, glänzen seine Augen und die Kinder sind ganz leise. Kevin Kuske: „Wir haben diesen Familientraum zusammen geschafft, weil mich meine Eltern im Sport immer gefördert und unterstützt haben.“

Über Olympiasieger Kevin Kuske (40)

Der ehemalige Bob-Sportler Kevin Kuske wurde 1979 in Potsdam geboren. Vater Norbert Kuske war Speerwerfer und 1969 Jugendmeister der DDR. Kevins Mutter, Roswitha Berndt, eine Hürdensprinterin der DDR-Spitzenklasse. Sein Bruder Lucas Kuske fuhr bis 2009 Bob. Erstmals 2002 bei den XIX. Olympischen Winterspielen in Salt Lake City und bei vier weiteren Olympiaden errang Kevin Kuske als Anschieber in den Bobteams von André Lange, Maximilian Arndt, Thomas Florschütz und Nico Walther vier Gold- und zwei Silbermedaillen. Er gilt als erfolgreichster Bobsportler bei Olympischen Winterspielen.⇥dpu