Radsport
: Roger Kluge kehrt kurz zu seinen Radsport-Wurzeln zurück

Roger Kluge besucht kurzfristig das Eisenhüttenstädter Radsportzentrum. Start beim Giro und bei der Tour.
Von
Hagen Bernard
Eisenhüttenstadt
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Kurzbesuch im Radsportzentrum: Roger Kluge (hinten mit Tochter Jenna im Arm) beim Spontantreff mit Elke Möws, Klaus-Dieter Pohl, Detlef Möws, Horst Mainz, Bernd Fischer, Ramona Kluge, Klaus Szuszinski und Ralf Kluge (von links). Vorn liegen WM-Trikot und -Medaille.

Elke Möws

Ursprünglich hatten die Eltern von Roger Kluge, Ramona – Finanzer im Verein – und ihr Mann Ralf anlässlich des zweiten Weltmeistertitels ihren mittleren Sohnes im Madison die einstigen Eisenhüttenstädter Trainer, Funktionäre und Förderer geladen. Das waren unter anderem der Ehrenvorsitzende Horst Mainz, der stellvertretende Vereinsvorsitzende Klaus-Dieter Pohl, sein erster Trainer Detlef Möws zusammen mit Frau Elke, sowie die Mechaniker Bernd Fischer und Klaus Szuszinski.

Dass dann sogar noch Roger Kluge vorbei kommt, damit hatten nicht einmal seine Eltern gerechnet. Allerdings hatten sie ihren Sohn von diesem Treffen informiert. „So unberechenbar Roger seine Rennen fährt, so spontan ist er oft auch im Leben“, kommentiert der langjährige Landestrainer Möws den Besuch. Lieber wäre es Möws, wenn das Aushängeschild des Eisenhüttenstädter Sports sich angekündigt hätte, damit auch die Nachwuchsathleten ihn erleben. Das soll nun in einer gemeinsamen Trainingsfahrt auf dem Rundkurs des langjährigen Rennens Rund um Eisenhüttenstadt in der letzten Ferienwoche im August nachgeholt werden.

Zuvor ist der Anfahrer für Spurtankünfte bei Lotto Soudal gefordert. Das 1,92 Meter große und dabei nur 86 Kilo wiegende Bahn-Ass wird vom 15. Mai bis 2. Juni den Giro d’Italia bestreiten, wo er vor drei Jahren eine Etappe gewonnen hatte, und vom 6. bis 28. Juli zum dritten Mal die Tour de France. Gerade hatte Kluge eine kleine Pause eingelegt, um vom 14. bis 21. April die Türkei-Rundfahrt zu bestreiten. Schließlich verdient er seine Brötchen als Profi auf der Straße. Allerdings gelingt ihm dabei so gut wie keinem anderen der Spagat zu erfolgreichen Bahnauftritten. Ziel dabei sind die Olympischen Spiele im nächsten Jahr. Bereits vor elf Jahren hatte er seinen ersten Auftritt bei Olympia, damals hatte es in Peking gleich mit Silber im Punktefahren geklappt.  Zwar blieben ihm bei den folgenden olympischen Auftritten jeweils im Omnium „nur“ vierte und sechste Plätze, doch ein Medaillenkandidat sollte Kluge auch bei seinem vierten olympischen Auftritt sein. Schließlich war er auf der Bahn bereits zweimal Weltmeister, einmal Europameister sowie jeweils einmal Zweiter bei WM und EM.