Radsport: Vorreiter im regionalen Fourcross-Sport
Ohne Klaus Beige hätte der Eisenhüttenstädter Skihang am Rande der Diehloer Berge ein anderes Anlitz. Schließlich waren es hauptsächlich seine Aktivitäten als Fourcross-Fahrer ab dem Jahr 2004, die den von seinem Vater Jens geführten Verein MSV Diehloer Berge bewogen hatten, das einst verwaiste ehemalige Wintersportzentrum zu übernehmen. An der Fourcross-Strecke hat der 30-jährige Maschinenbau-Konstrukteur bei Heckmann Engineering großen Anteil. Zusätzlich leitet der Abteilungsleiter Mountainbike im Verein einmal wöchentlich das Training der Nachwuchsfahrer.
Außerdem bleibt der Eisenhüttenstädter seinem Sport auf hohem Niveau treu. Obwohl sein Beruf nicht mehr das konzentrierte Training wie beispielsweise als Student zulässt, fährt er weiter in der höchsten deutschen Fourcross-Klasse, der Elite.Und das recht erfolgreich. Im vergangenen Jahr gewann er die Serie um den German-Cup, nachdem ihm ein Jahr zuvor wegen eines Schlüsselbeinbruches der Gesamtsieg noch aus den Händen geglitten war. Dafür hatte er im Jahr 2017 bei den deutschen Titelkämpfen die Bronzemedaille geholt. Zweimal Silber war es bereits zuvor gewesen.
„Wir haben in Deutschland zwei Fahrer, die von unserem Sport leben können. Doch die fahren auch Rennen in anderen radsportlichen Disziplinen“, erklärt Beige. So zwischen Platz 4 und 6 schätzt er sich auf nationaler Ebene ein. Da es in den K.-o.-Runden immer wieder zu Stürzen kommt, hat aber auch er Jahr für Jahr eine realistische Medaillenchance. Bei der Heim-DM 2016 war er als Zweiter an Benedikt Last gescheitert wie im vergangenen Jahr, „als wir uns im Halbfinale gegenseitig rausgekickt haben“.
Dennoch hat sich Beige in den engen Duellen Routine erarbeitet. „Es gibt dabei noch Bessere, doch halte ich schon eher meine Linie als Jüngere. Manche benötigen den zusätzlichen Kick in diesen K.-o.-Runden, sind aber im Zeitfahren schlechter.“ Da der Eisenhüttenstädter auch mit diesen Qualifikationen gut zurechtkommt, die entscheidend sind für die Zusammensetzung der Vierer-Duelle, wird er regelmäßig für die Weltmeisterschaft nominiert. „Dort will ich im Zeitfahren die Runde der besten 32 erreichen und dann ein K.-o.-Duell zu überstehen. Mehr ist nicht drin.“ Dass er aber auch international gut dabei sein kann, hatte Klaus Beige im vergangenen Jahr mit seinem sechsten Rang beim Pro-Tour-Rennen in Winterberg gezeigt. Das war im Wettbewerb der allerhöchsten Kategorie sein bestes Abschneiden überhaupt. Leider gelang ihm solch ein Ritt noch nicht bei einer Weltmeisterschaft. Der Parcours im italienischen Val di Sole, wo seit Jahren die Welttitelkämpfe ausgetragen werden, liege ihm nicht so wie der in Winterberg.
Vier, fünf Jahre will Beige noch auf höchstem Niveau fahren. „Ich bemühe mich, jeden zweiten Tag auf dem Rad zu sitzen.“ Dazu gehört auch die Anfahrt vom heimischen Bomsdorf-Vorwerk nach Eisenhüttenstadt zu Heckmann in die Oderlandstraße. Dass Klaus Beige auch konditionell gut unterwegs ist, hatte er als Dritter beim Cross-County-Rennen in Eisenhüttenstadt bewiesen. „Diese profilierte Strecken liegen mir. Wenn ich bei solchen Wettbewerben in einer Runde bleibe, bin ich zufrieden.“
Fortan möchte sich Beige auf einzelne Wettbewerbe wie Meisterschaften konzentrieren. Der aus dem Mitteldeutschen Cup, den er zweimal gewonnen hatte, entstandene German-Cup ist in die Euro-Tour aufgegangen. Doch diese Serie ist dem Eisenhüttenstädter zu aufwändig, unter anderem wird auch in Slowenien gefahren. Aber für das Heim-Rennen in den Diehloer Bergen, das im Sommer ausgetragen wird, hat der 30-Jährige große Ambitionen: „Zu Hause fahre ich auf Sieg.“
Dabei plant Beige sogar im noch größerem Rahmen. „In drei, vier Jahren möchte ich in Eisenhüttenstadt ein Pro-Tour-Rennen haben.“ Ob dann noch mit ihm in einer Hauptrolle, lässt er offen, ist aber optimistisch, dass sich aus dem einen oder anderen einheimischen Athleten ein Elite-Fahrer entwickelt.
