Räumung in Wellmitz: Rumänische Familie ist wieder in der Heimat

Unwürdige Bedingungen: In diesem Haus lebten zahlreiche Rumänen, bis der Landkreis es räumen ließ.
Patrizia CzajorLandrat Rolf Lindemann hat dem Kreistag noch einmal erläutert, wie es zur Räumung und Sperrung eines Hauses in Wellmitz gekommen war. Der Landkreis hatte sich auf Bitten des Amtes Neuzelle mit dem Fall befasst. Lindemann selbst war vor Ort. In dem Haus hatte ein privater Vermieter, nach Angaben des Kreises ein in Berlin lebender Rumäne, immer wieder Landsleute untergebracht.
Dies sei unter menschenunwürdigen Bedingungen geschehen. Außerdem sei die Heizungsanlage nicht zugelassen gewesen, es habe die Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung bestanden. Deshalb die Räumung, so Lindemann. Er habe den Eindruck gehabt, die betroffenen Menschen hätten dies sogar als einen Akt der Befreiung angesehen. Sie hätten die verlangte „Wuchermiete“, so Lindemann, nicht aufbringen können, der Vermieter habe Zugriff auf die Konten der Menschen gehabt. Diese hat der Kreis zunächst in einem Übergangswohnheim untergebracht. Eine fünfköpfige Familie sei inzwischen nach Rumänien zurückgekehrt, da sie keinen Anspruch auf Sozialleistungen in Deutschland hat. Die Kosten dafür, knapp 3500 Euro, habe zunächst der Kreis übernommen. Man wolle das Geld von dem Vermieter, der die Menschen ins Land geholt hatte, zurückfordern, Anzeige sei erstattet worden.
Eine andere betroffene Familie erhalte dagegen weiter Sozialleistungen, weil ein Familienmitglied in Deutschland einer geringfügigen Beschäftigung nachgegangen sei und dadurch entsprechende Ansprüche erworben habe. Eine weitere Frau, die vor der Räumung zeitweise in Wellmitz gelebt habe, stehe kurz vor der Niederkunft und könne daher derzeit nicht nach Rumänien zurückkehren. Mit dem konsequenten Vorgehen gegen den Vermieter wolle man klar machen, dass man solches Handeln nicht dulde, so Lindemann. Jeder, der ähnliche Formen von Menschenhandel andenke, müsse wissen, dass man es mit einer Verwaltung zu tun habe, die konsequent einschreite, kündigte er an.