Run & Bike in Neuzelle: Zwölf Duos entscheiden über die Zukunft des Kultklassikers

Kürzer und jünger: Start über 25 Kilometer. Mit 157 Paaren hatte dieser Wettbewerb 2026 die meisten Starter.
Hagen Bernard- Neuzelle prüft die Rückkehr der 100 km beim Run & Bike – doch es fehlen Anmeldungen.
- Mindestvorgabe sind 25 Duos, bisher gibt es nach zwei Monaten erst 13 Meldungen.
- Meldeschluss ist der 30. September, Startgeld 150 Euro, Rückerstattung bei Absage.
- Der Aufwand ist hoch und das Interesse sinkt, kürzere Strecken stehen inzwischen im Fokus.
- Start wäre um Mitternacht. Kontakt und Anmeldung: Website und E-Mail des Vereins.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Von 2002 bis 2019 hat ein Ausdauerwettbewerb in Neuzelle weltweit für Furore gesorgt – nun droht er endgültig aus dem Wettkampfkalender zu verschwinden. Es geht um die 100 Kilometer beim Run & Bike von Neuzelle. Beim Absolvieren der Strecke wechseln sich zwei Athleten beim Laufen und Radfahren ab. Das Duo muss die Strecke stets gemeinsam bewältigen.
Die Idee zu dem Wettkampf hatten der inzwischen verstorbene Dietmar Türk und Dr. Karl-Heinz Klar. Türk, ein erfahrener Radsportler, hatte seinen laufenden Freund Klar einst beim 100-Kilometer-Lauf im schweizerischen Biel auf dem Rad begleitet. Das Problem: Der Radfahrer fühlte sich unterfordert, der Läufer hätte sich zwischendurch gern erholt. Daraus entstand eine neue Wettkampfform.
Zwar gab es damals bereits ähnliche Veranstaltungen, aber eher inoffizielle Formate. Außerdem waren sie keineswegs 100 Kilometer lang. So war der Hunderter von Neuzelle im Mai 2002 weltweit eine Premiere. Um mehr Sportler anzulocken, hatten die Veranstalter des dafür extra gegründeten Vereins Run & Bike Neuzelle e.V. noch einen Wettbewerb über 45 Kilometer eingeführt.
Interesse am 100-Kilometer-Wettbewerb schwindet
Der „lange Kanten“ war immer das Aushängeschild der Veranstaltung – aber auch ihr größter Kraftakt. Denn der organisatorische Aufwand ist enorm. Gleichzeitig ließ das Interesse nach. Der Reiz des Neuen war irgendwann verflogen, und viele Sportler scheuten die aufwendige Vorbereitung.
Hinzu kommt: Anders als im klassischen Langstreckenlauf gibt es im Run & Bike keine offiziellen Rekordlisten, keine Meisterschaften, keine übergeordnete sportliche Wertung. Trotz vieler Nachahmer blieb der Wettbewerb im Kern eine ambitionierte Freizeitveranstaltung.
2019 wurde die 100-Kilometer-Distanz deshalb vorerst zum letzten Mal ausgetragen. Inzwischen stehen ohnehin kürzere Formate im Mittelpunkt: Die 45 Kilometer geraten zunehmend ins Hintertreffen, seit Strecken über 25 und 5,5 Kilometer hinzugekommen sind.
Veranstalter fordern mindestens 25 Duos
Trotzdem wurde zuletzt immer wieder der Wunsch laut, den Hunderter zurückzuholen. Die Veranstalter, die mit insgesamt 600 Startern bei der 23. Auflage im Mai 2026 zufrieden waren, geben der Kultstrecke nun noch einmal eine Chance.
Seit dem 1. Juni können sich Teams für die 100 Kilometer anmelden. Die Startgebühr beträgt 150 Euro, Meldeschluss ist der 30. September. Doch der Wettbewerb findet nur statt, wenn sich mindestens 25 Duos verbindlich anmelden und bezahlen.
Genau daran hapert es bislang. Nach Angaben des Vereinsvorsitzenden Guido Thiele sind nach zwei Monaten erst 13 Meldungen eingegangen. „Wir haben in den sozialen Medien viel Werbung gemacht. Wenn sich jetzt nicht mehr Sportler melden, können wir die 100 Kilometer wegen des hohen Aufwandes nicht veranstalten. Wir brauchen Planungssicherheit“, sagt Thiele. Der Start würde – wie früher – um Mitternacht erfolgen.
Anmeldung ohne finanzielles Risiko
Für die Teilnehmer besteht dabei kein finanzielles Risiko: Kommt der Wettbewerb nicht zustande, wird das Startgeld zurückerstattet. Die Anmeldung sei unkompliziert, sagt der Vereinsvorsitzende. Auf der Internetseite stehen E-Mail-Adresse und Kontodaten bereit.
Fest steht aber auch: Wenn sich in den nächsten zwei Monaten nicht noch mindestens zwölf Teams finden, dürfte der Neuzeller Hunderter endgültig Geschichte sein. Und mit ihm würde ein Stück Sportgeschichte des Ortes verschwinden.
Der Sporttrend spricht dagegen
Denn der Trend geht seit Jahren klar zu kürzeren Distanzen. Im Radsport sind Mammutrennen längst selten geworden. In der Leichtathletik wurde selbst das traditionsreiche 50-Kilometer-Gehen auf 35 Kilometer verkürzt. Und während Marathonläufe noch viele reizen, sind längere Strecken oft nur noch im Freizeitbereich gefragt – ohne echten Wettkampfcharakter.
Auch in Neuzelle zeigt sich diese Entwicklung. Als lockere Herausforderung funktioniert Run & Bike weiterhin. Doch für einen Wettkampf, der monatelange Vorbereitung verlangt, scheint die Zahl der Interessenten immer kleiner zu werden.
Kontakt Run & Bike Neuzelle e.V.: www.run-and-bike.com und info@run-and-bike.com



