Soziales: Landkreis schließt Flüchtlingsheim
Eigentlich war der Würfelblock in der Mittelschleuse 31 schon längst für den Abriss bestimmt, es gab sogar schon Fördermittel dafür. Doch als vor vier Jahren die Flüchtlingszahlen stark gestiegen waren, geriet auch das leer gezogene Gebäude in den Blick. So hatte zunächst das Land Interesse, in den 30 Wohnungen eine Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes einzurichten. Schließlich mietete der Landkreis das Objekt an, zunächst für drei Jahre. Dabei ging es nicht darum, dort nur Flüchtlinge unterzubringen. Vielmehr setzte der Landkreis ein Modellprojekt um unter der Überschrift „Trainingswohnen“.
Betreut von Sozialarbeitern des Vereins Bumerang aus Beeskow sollten Geflüchtete gezielt auf das selbständige Leben in einer eigenen Wohnung vorbereitet werden. „Im Rahmen dieses Trainingswohnens unterstützten die Mitarbeiter des Trägers die Bewohner dabei, in fremder Umgebung fit für das Wohnen in den eigenen vier Wänden zu werden“, sagt Kreissprecher Mario Behnke. „Sparsamer Umgang mit Wasser und Strom oder die Betriebskostenabrechnungen waren praktische Fragen, die besprochen wurden.“ Geschaffen wurden aber auch Gelegenheiten zum Austausch mit der Nachbarschaft und den Migranten wurde das Ankommen im für sie neuen Alltag in Eisenhüttenstadt ermöglicht.
„Der Erfolg des von vornherein befristeten Projektes zeigt sich darin, dass der Großteil der Bewohner in der Stadt bleiben wollte. Ihnen konnte dezentraler Wohnraum in Wohnverbundswohnungen des Landkreises angeboten werden“, erklärte Katja Kaiser, Leiterin des Amtes für Ausländerangelegenheiten und Integration der Kreisverwaltung. Darüber hinaus haben sich einige Familien eigenständig um Wohnraum bemüht und diesen angemietet. Allen Betroffenen werde weiterhin eine unterstützende Begleitung angeboten. Als „optimal“ schätzt die Amtsleiterin die mit dem Wohnungswechsel verbundene Übergabe der Betreuung der Vereins Bumerang auf die Sozialarbeiter der AWO und Volkssolidarität ein.
Mario Behnke teilte mit, dass die positiven Projekterfahrungen den Landkreis darin bestärkt haben, das Projekt des Trainingswohnungen weiterhin umzusetzen. „Hierdurch sollen auch in anderen Teilen des Landkreises Personen, die derzeit noch in den kreislich betriebenen Einrichtungen untergebracht sind, für das Wohnen in einer eigenen Wohnung gerüstet werden“, sagte der Kreissprecher. „Aktuell wohnen in den acht Gemeinschaftsunterkünften im Kreisgebiet 671 Menschen.“
Die Gebäudewirtschaft prüfe nun, ob sich für das Objekt noch einmal Bedarf abzeichnet, sagte Oliver Funke, Geschäftsführer der städtischen Gebäudewirtschaft. Wahrscheinlich ist allerdings, dass der Block abgerissen wird. „Nich dieses Jahr. Wir nehmen es in die mittelfristige Planung mit auf“, so Funke.


