Steelbruch Eisenhüttenstadt
: Erst DDR-Punk, dann Bands aus Griechenland und Sachsen

Punk wird im Club Steelbruch in Eisenhüttenstadt großgeschrieben. Erst werden Punks, und hier speziell Frauen, in der DDR beleuchtet, dann folgen Bands aus Griechenland und Torgau.
Von
Janet Neiser
Eisenhüttenstadt
Jetzt in der App anhören
Bei der Lesung aus dem Buch „Untergrund war Strategie“ von und mit Geralf Pochop über Punk in der DDR am Sonnabend im Sozialen Zentrum Horte Strausberg: Vorn der Desktop der Livestream–Aufzeichnung, links oben Geralf Pochop und auf dem Foto ist der Autor mit einem selbst gehäkelten Netzhemd zu sehen, das er zur Lesung mitgebracht hatte.

Lesung über das Buch "Untergrundwar Strategie" von und mit Geralf Pochop über Punk in der DDR am 19.12.2020 imSozialen Zentrum Horte Strausberg als Livestream-Aufzeichnung  mit dem Gitarristen Alüt. Auf dem Foto ist der Autor mit einem selbst gehäkelten Netzhemd zu sehen, das er zur Lesung mitgebracht hatte.

Geralf Pochop – hier bei einer früheren Lesung zu Punk in der DDR – ist Anfang 2026 in Eisenhüttenstadt und stellt im Steelbruch seinen „Tanz auf dem Vulkan. Widerständige Punk-Frauen in der DDR“ vor.

Jens Sell
  • Lesung und Konzert zu Punk in der DDR am 16. und 17. Januar 2026 im Steelbruch Eisenhüttenstadt.
  • Geralf Pochop stellt sein Buch „Tanz auf dem Vulkan: Widerständige Punk-Frauen in der DDR“ vor.
  • Buch beleuchtet die Rolle von Frauen in der DDR-Punkszene – 23 Frauen kommen zu Wort.
  • Nina Hagen lobt das Buch, das nach Erscheinen 2025 schnell ausverkauft war.
  • Live-Musik mit den Bands Omixlh (Griechenland) und Starts (Torgau) folgt am zweiten Abend.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mutig, laut, provozierend und ungepasst – all das passt zum Club Steelbruch in Eisenhüttenstadt und zur Punksszene. Punk als Protestkultur hat es auch in der DDR gegeben. Dort galten die Rebellen als Staatsfeinde, wurden verfolgt und auch inhaftiert.

Geralf Pochop aus Halle, ein Punk der ersten Stunde, Jahrgang 1964, hat es selbst erlebt und sogar darüber geschrieben („Untergrund war Strategie. Punk in der DDR“, 2018). Doch aufgerabeitet ist die Geschichte noch lange nicht. Also hat Pochop nachgelegt. 2025 erschien sein „Tanz auf dem Vulkan: Widerständige Punk-Frauen in der DDR“.

Sechs Wochen nach dem Erscheinen beim Hirnkost-Verlag war das Buch bereits ausverkauft. Nun werden Spenden gesammelt, um eine zweite Auflage drucken zu können.

Sogar Nina Hagen meldet sich zu Wort

„Die packenden Geschichten der Punk-Frauen in Pochops Band sind allen mutigen Frauen gewidmet, die sich auf dem Vulkan tanzend in den Diktaturen dieser Welt zur Wehr setzen. Und davon braucht es gerade eher mehr als weniger“, schreibt Thomas Hummitzsch von Intellectures.de.

Beim Hirnkost-Verlag heißt es: Dieses Buch sei seit 36 Jahren überfällig, „denn in der Aufarbeitung der Punk-Geschichte der DDR sind die Frauen der DDR-Punkszene bisher absolut unterrepräsentiert, obwohl sie existent und sichtbar waren, obwohl sie genauso aktiv und denselben Repressionen ausgesetzt waren und denselben Widerstand leisteten wie ihre männlichen Wegbegleiter“.

23 Frauen lässt Geralf Pochop zu Wort kommen. Nina Hagen, die gern als deutsche „Godmother of Punk“ bezeichnet wird, wird auf der Internetseite des Verlags wie folgt zitiert: „Ich freue mich riesig über & auf das neue Buch von und mit und über Euch & Eure Punk-Erfahrungen in der DDR! Ich werde es verschlingen!“

Steelbruch in Eisenhüttenstadt lädt ein zu Lesung und Konzert

Am 16. Januar 2026 wird Pochop für eine multimediale Lesung seines neuen Buches ab 21 Uhr im Club Steelbruch in Eisenhüttenstadt, einem Ort für subkulturelle und künstlerische Begegnung,  zu Gast sein, gemeinsam mit Kim und musikalisch begleitet von Alena.

„Geralf ist ein jahrzehntealter Freund von uns“, betont Thomas Zimmermann vom Steelbruch. Und er ist auch nicht das erste Mal in dem Club an der Werkstraße, um über und mit Punks zu reden.

Am 17. Januar 2026 hat der Steelbruch passend zum Thema einen Nachschlag vorbereitet. Da gibt es Punk-Musik live auf die Ohren mit den Bands  Omixlh aus Griechenland und Starts aus Torgau. Tickets zum Preis von 15 Euro gibt es vorab online bei Steeltownrecords.