Strohhaus
: „Wir haben hier eine Menge Kohle“

Peter Kaufmann nimmt Interessierte am Montag mit auf die Suche nach fossilen Brennstoffen in der Region.
Von
Janet Neiser
Neuzelle
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Interessiert an Geschichte: Peter Kaufmann

Bettina Winkler

Wer sich für die Historie der Region interessiert, der ist im Strohhaus Neuzelle bestens aufgehoben. Die dortige Vortragsreihe ist voller Geschichte(n). In diesem Jahr ging es unter anderem schon um den Stiftsatlas, die Spreewald–Kleinbahn sowie Malerei und Restaurierung. Am kommenden Montag wird im wahrsten Sinne des Wortes im Erdreich gegraben. Da lautet das Thema: „Braunkohleabbau im Stiftsgebiet“. Peter Kaufmann wird dazu referieren und sprach vorab mit .

Herr Kaufmann, was haben Sie denn mit Braunkohle zu tun?

Ich habe dazu tatsächlich schon mal etwas im „Heimatkalender“ veröffentlicht. Die Unterlagen von damals habe ich nun wieder hervorgeholt, denn das ist ein spannendes Thema. In Henzendorf, Wiesenau, Vogelsang, Lawitz, Schönfließ – überall spielte zeitlich versetzt der Kohleabbau eine Rolle. Manch einer wird sich vielleicht auch noch an das Jahr 1974 errinnern, als es um das Tagebau–Dreieck Wellmitz, Steinsdorf, Reicherskreuz ging. Und auch in Richtung Oderwiesen wurde nach Kohle gebohrt.

Ein riesiges Kohlegebiet also?

Ja, das zieht sich von Senftenberg hoch bis Bad Freienwalde. Auch im Raum Frankfurt gab es etliche Kohlengruben, am heutigen Spitzkrug Center in Richtung Lebus beispielsweise. Wir haben hier tatsächlich eine ganze Menge Kohle.

Können Sie etwas zur zeitlichen Einordnung sagen?

Der Kohleabbau bei Henzendorf und Schönfließ begann um 1860, bei Kobbeln ging es erst nach dem Ersten Weltkrieg los. Auch die Versuchsschächte bei Lawitz stammen aus dieser Zeit. In den 1930er–Jahren brach das dann alles zusammen, weil die großen Tagebaue im Senftenberger Revier aufgemacht wurden. Da lohnte sich das andere bis auf Ausnahmen nicht mehr. In Finkenheerd und Rießen gab es noch Gruben. Im heutigen Eisenhüttenstadt hat man bis 1952 noch mal Kohle gefördert, da hat man die Schächte aus den End–Zwanzigern leer gepumpt und noch mal Kohle rausgeholt.

Das wissen viele doch gar nicht.

Genau, deshalb dachte ich, der Vortrag ist interessant. Allein Schönfließ hatte acht Schächte von 1860 bis 1924. Wir hatten hier also ganz schön Betrieb, da wurde jede Menge gefördert. Die Region wird ja auch immer noch von der Bergbaubehörde überwacht wegen möglicher Einbrüche.

Haben Sie am Montag Bildmaterial dabei?

Ja, das wird eine richtige Präsentation mit einer Menge Fotos und Karten. Und natürlich beantworte ich gern auch Fragen.

„Braunkohlenabbau im Stiftsgebiet Neuzelle“, Vortrag im Strohhaus Neuzelle, 30.9., 19.Uhr