Tag des Baumes
: Kinder gehen pflanzen

Die Goethe-Grundschule pflanzt seit zwei Jahren Bäume für den Klimaschutz. Jetzt unter dem Motto „Thursday für Future“.
Von
Patrizia Czajor
Eisenhüttenstadt
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Baum angelegt: Siegfried Walther, der regelmäßig Bäume für die Goethe-Grundschüler sponsert, wird tatkräftig von Tim Barganz (v.l.), Marie Vowie und Felix Minack unterstützt. Sie pflanzen gemeinsam einen Baum in der Nähe des Waldes am Fürstenberger Stadion.

Patrizia Czajor

Derzeit protestieren Schüler vielerorts jeden Freitag für den Klimaschutz. In Anlehnung an die Umweltbewegung, bekannt unter dem Namen „Fridays für Future“, hat auch Simona Schmöche, Rektorin der Goethe-Grundschule, den Donnerstag zum „Thursday for Future“ erklärt. Statt mit Transparenten waren ihre Schüler hingegen mit Schippen unterwegs. Mit ihnen buddelten sie am Wald in der Nähe des Fürstenberger Stadions Löcher, bis diese groß genug waren, um dort kleine Bäumchen hineinzulegen. Dann wurde das Loch zugeschüttet und der Boden festgetreten.

Hört sich an, als könnte hier nichts schief gehen. Und ob, sagt Olf Hempel. „Einige Kinder wollten die Bäumchen auch schon einmal verkehrt herum reinstecken“, sagte der Revierförster, der die Wälder in Eisenhüttenstadt und Fünfeichen betreut und als Waldpädagoge regelmäßig mit Schülern unterwegs ist. Das ist in seinen Augen auch wichtig, denn die Kinder kämen immer seltener mit der Natur in Kontakt, so sein Eindruck. Aus diesem Grund pflanzt die Goethe-Grundschule seit zwei Jahren regelmäßig Bäume, und zwar nicht nur für den Klimaschutz. „Die Schüler haben Spaß und lernen auch noch etwas dazu“, sagte die Schulleiterin Simona Schmöche. Gerade ihre Schul-AG Naturfreunde sei hier sehr aktiv. Die Aktion am Donnerstag sei auch in Hinblick auf den bevorstehenden Tag des Baums durchgeführt worden, der am 25. April begangen wird. Ausgewählt hat die Schulleiterin zu der Aktion am Fürstenberger Stadion bewusst einige Drittklässler, die so etwas noch nicht gemacht haben, wie sie erläutert.

Orientiert haben sich die Mädchen und Jungen jedoch schnell. Einige schnappten sich Gießkannen, andere halfen beim Graben der Löcher oder holten die kleinen Bäumchen aus dem Eimer. Diese sind laut Olf Hempel sogenannte Wildlinge. „Ich habe sie aus dem Wald geholt.“ Anstatt in der Nähe ihrer Mutterbäume, aus deren Samen sie entstanden sind, gedeihen sie jetzt in der Nähe der Gärten der Sparte Eichenwald. An dieser Stelle habe sich zuvor eine Kompostanlage für die Gartenbesitzer befunden, erläuterte Bärbel Riehn, die Vorsitzende der Gartensparte, die an diesem Vormittag ebenfalls mit anpackte. Dem Revierförster fiel beim Buddeln zudem die ungewöhnliche Festigkeit des Bodens auf. Er vermutet, dass an dieser Stelle wahrscheinlich öfter Autos geparkt worden seien.

In einigen Jahrzehnten sollen hier dann 60 neue Bäume in die Höhe ragen. Gepflanzt haben die erwachsenen Helfer und die Schüler dort Rotbuchen, Roteichen sowie auch den Baum des Jahres 2019, die Flatter-Ulme. Charakteristisch für sie sei, dass sie besonders alt werde, erklärte Olf Hempel. Aufgrund der kräftig goldenen Laubfärbung im Herbst werde sie auch oft in großen Parks angelegt.

Beim Einpflanzen müssten sie darauf achten, dass die Wurzel nicht angestaucht werde, erläuterte der Revierförster den Kindern. „Das Loch muss groß genug sein.“ Weil die Bäumchen nun nicht ständig gegossen werden können, sollen sie demnächst noch mit geschreddertem Holz bedeckt werden. „Das hält sie feucht.“ Für den heutigen Tag ist die Arbeit jedoch erst einmal erledigt. Zufrieden können die Schüler die Handschuhe abstreifen.