22 Hunde und 30 Katzen kann Tierheim-Leiterin Ute Valentin derzeit vermitteln. Zwar gab es zum Jahreswechsel einen regen Besucherverkehr, doch im Januar ist es trotz der vorherrschenden milden Witterung auf diesem Anwesen an der Oderlandstraße recht ruhig geworden. Fünf Urlaubshunde tummeln sich in der Pension – zusätzlich zu den Heim-Hunden, die auf neue Halter warten.
Das kann sich täglich ändern. So hofft die Leiterin auch für die acht Monate alte Mischlings-Hündin Jacky, dass sie bald ein neues und schönes Zuhause findet.
Leider ist momentan das Interesse der Hundeliebhaber nicht allzu groß, sich ein Tier aus dem Tierheim zu holen. „Die Leute sind vorsichtig, vieles ist teurer geworden wie der Tierarzt. Seit etwa einem Jahr vermitteln wir weniger Tiere.“

Tierheimleiterin wünscht sich für Jacky viel Fürsorge

Völlig eingeschlafen ist die Vermittlung ihrer Heimtiere immerhin nicht. So hat sich gerade ein alleinstehender Mann eine Katze geholt, die eine demenzkranke Frau abgeben musste. Auch der sogenannte „Küchenkater“ des Heimes, nämlich Oskar, habe jetzt ein Frauchen gefunden, die ihn rund um die Uhr betreuen kann.
So viel Fürsorge wünscht sich die Tierheimleiterin auch für ihre Hunde. Beispielsweise für Jacky, die im Juli aus Bulgarien kam. Zu diesem Transport hatten damals auch die Geschwister Lux, Lion, Laila und Loke gehört, von denen noch ein Trio geblieben ist.
Jacky sieht ähnlich aus wie sie, also weiß-schwarz, und ist ebenso wie ihre Transportgefährten verspielt und recht zugänglich. Sie stammt aus dem Raum Sofia. „Es sind sehr soziale Hunde, sie sind sehr gelehrig. Sie eignen sich gut für eine Familie“, urteilt Ute Valentin.

Inzwischen einiges im Tierheim gelernt

Auch gelernt haben sie mittlerweile einiges. Die agilen und gesunden Tiere hören zwar noch nicht unbedingt auf ihren Namen, doch mittlerweile nehmen sie sich beim Gassigehen ganz gut aus. Auch hinsichtlich der Futteraufnahme sind sie recht pflegeleicht. Egal, ob nass oder trocken, das ihnen Servierte ist ratzfatz verdrückt. Sicherlich gibt es bei diesen freundlichen Tieren noch einigen Spielraum hinsichtlich der Erziehung, doch Ute Valentin ist da ganz optimistisch. Schließlich sind sie noch in einem sehr gut aufnahmefähigen Alter.
Dazu ist Jacky gechippt, geimpft, und kastriert und hat einen Pass. Selbst Fremden gegenüber ist sie sehr aufgeschlossen, sucht schnell den körperlichen Kontakt und lässt sich streicheln.

Tierschützerin nahm sich der mutterlosen Waisen an

Ursprünglich war der Hündin ein hartes Los in Bulgarien als Straßenhund bestimmt. Straßenhunde werden verfolgt, haben Probleme zu überleben, denn offiziell ist dort auf der Straße das Füttern verboten. Doch als die Hunde-Mutter erschossen wurde, nahm sich eine Tierschützerin der Welpen an.
Da sie jedoch als Privatperson maximal fünf Hunde halten darf, ohne eine Strafe zu zahlen, hatte sie einen großen Teil ihrer Lieblinge nach Deutschland geschickt. Sie hofft, dass die Hunde dort bald ein angenehmes Zuhause finden. Schließlich können sich die fünf Tierheim-Mitarbeiter nicht intensiv um jedes Tier kümmern, so wie es vielleicht in einer Familie beziehungsweise bei einer Einzelperson möglich wäre.
Tierpension, Oderlandstraße 3, Eisenhüttenstadt, Tel. 03364 283442