Tierheim Eisenhüttenstadt
: Dreibeiniger Hund Wuschel – endet seine Odyssee schon bald?

Der Mischlings-Hund Wuschel hat eine turbulente Zeit hinter sich. Nachdem der dreibeinige Rüde aus diversen Gründen mehrere Male wieder zurückgekommen war, holt ihn nun eine Familie mit Kindern ab.
Von
Hagen Bernard
Eisenhüttenstadt
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Haben sich schnell angefreundet: Ariane Radecke und Wuschel

Hagen Bernard

Die Odyssee des etwa sechsjährigen Mischlings-Hundes Wuschel könnte am Samstag (27. April) ihr glückliches Ende gefunden haben. Dann will eine Familie aus Biesenthal den kastrierten Rüden aus dem Eisenhüttentenstädter Tierheim an der Oderlandstraße abholen.

„Es ist eine Familie mit Haus, Hof und Garten. Wuschel wird es dort sicherlich gut haben“, ist sich Tierheimleiterin Ute Valentin sicher, dass dann dieser kuschlige und sehr kontaktfreudige Hund endgültig sein Zuhause gefunden hat.

„Eine Bekannte hat mir ein Foto von Wuschel gezeigt. Ich habe seine Augen gesehen und zwei Stunden später war er meiner“, sagt Ariane Radecke aus Biesenthal, die mit Tochter und Enkel nach Eisenhüttenstadt gekommen war. „Ich bin spontan aus dem Urlaub gekommen. Vielleicht wird er auch ein Bürohund und ich nehme ihn mit zur Arbeit. So einen menschenfreundlichen Hund habe ich noch nie erlebt.“

Abschied aus dem Tierheim Eisenhüttenstadt: Vor dem sechsjährigen Rüden liegt der Pass mit den Eintragungen. Wird der dreibeinige Hund Wuschel endlich dauerhaft glücklich?

Hagen Bernard

Eisenhüttenstadt: Ostern 2021 kam Wuschel aus Rumänien

Am Ostersonntag 2021 hatte der Ziltendorfer Jörg Herrmann im Rahmen des Vereins „Helden für Tiere – Tierhilfe international“ Wuschel aus Rumänien vorbeigebracht.

Wuschel hatte zwar einen gültigen Pass, war wie erforderlich bei Grenzübertritten innerhalb der EU gechippt und geimpft, doch sein Alter musste für den Pass nach dem Zustand seiner Zähne geschätzt werden. Wuschel war in Rumänien angefahren worden, ein hinteres Bein musste daraufhin amputiert werden.

Kurz nach seiner Ankunft in Deutschland war trotz seiner gut vernarbten Wunde noch mal eine Operation notwendig, versehentlich war Mull in der Wunde geblieben.

Trotz seines Handicaps hatte sich Wuschel die Herzen der Tierheim-Mitarbeiter im Sturm erobert. Schließlich ist der recht agile Rüde dort zu jedermann freundlich, sehr anhänglich und lässt sich für sein Leben gern kraulen. Bei seinem dichten und weichen Fell haben auch die Zweibeiner viel Spaß daran.

Tierheim Eisenhüttenstadt: Wuschels lange Odyssee

So war es auch wenig verwunderlich, dass nach einem Monat eine junge Frau mit zwei kleinen Kindern den Hund aufnahm. Leider hielt das Glück nicht lange. Nach einem Streit mit ihrem Lebensgefährten zog sie mit ihren Sprösslingen in die alten Bundesländer. Dabei nahm sie Wuschel mit.

Doch im Herbst erreichte das Tierheim ein Anruf von Kollegen aus Bremerhaven, dass Wuschel in ihrem Tierheim abgegeben wurde. Da jedoch das Eisenhüttenstädter Tierheim bei einer Vermittlung jeweils vertraglich fixiert, dass der Hund in solch einem Fall wieder zurück in das Tierheim an die Oderlandstraße muss, kam Wuschel wieder in das von Ute Valentin geführte Tierheim.

Eisenhüttenstadt: Hund Wuschel kam mehrmals ins Tierheim

Dort musste er glücklicherweise nicht lange warten. Der ehemalige Lebensgefährte der verzogenen Mutter nahm ihn zu sich. Leider währte das Glück nur knapp zwei Jahre. Herrchen verstarb überraschend.

Neckt Wuschel mit einem Leckerli: Ariane Radecke aus Biesenthal holt gerade den Hund aus dem Tierheim in Eisenhüttenstadt ab.

Hagen Bernard

So musste Wuschel erneut an die Eisenhüttenstädter Oderlandstraße. Obwohl er dort wieder der Schmusehund für alle ist, hoffen nunmehr alle Mitarbeiter, dass sein Fernbleiben von Dauer ist. Nach einer Fünf-Fach-Impfung und einer erneuten Vorstellung beim Tierarzt einen Tag vor dem Abhol-Termin sollte er zumindest aus gesundheitlicher Sicht dafür fit sein. Nun hoffen alle, dass die neuen Halter mit ihren beiden kleinen Kindern noch viel Spaß mit Wuschel haben. Bei seinem freundlichen Charakter ist Wuschel der ideale Familienhund.

Dabei will Ariane Radecke ihrem Schützling auch gewisse Grenzen aufstecken. „Mir ist vor vier Wochen mein Mops gestorben. Doch so wie er wird Wuschel nicht in mein Bett dürfen. Auch nicht auf die Couch. Vom Tierheim hat er sein Bettchen mitbekommen. Darin wird er schlafen“, sagt die neue Halterin.

Tierpension Eisenhüttenstadt, Oderlandstraße 3b, Eisenhüttenstadt, Tel. +49 3364 283442

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