Tierheim Eisenhüttenstadt
: Hoffnung für Angst-Hund Emma – eine Frau und Wurst sollen helfen

Mischlings-Hund Emma lebt seit zwei Jahren im Tierheim Eisenhüttenstadt. Sie ist ein sogenannter Angsthund. Viktoria Klose aus Frankfurt (Oder) möchte nun bei der Vermittlung helfen.
Von
Hagen Bernard
Eisenhüttenstadt
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Holen die Hündin Emma aus dem Tierheim in Eisenhüttenstadt ab: Hunde-Pensions-Betreiberin Viktoria Klose (links) und ihre Praktikantin Jule Feldtner

Hagen Bernard

Die dreijährige Mischlingshündin Emma kam mit acht Monaten aus Rumänien ins Tierheim an der Oderlandstraße nach Eisenhüttenstadt. Doch sie kann ebenso wie Bibbi, die mit ihr und einem weiteren Hund im selben Transporter saß, nicht vermittelt werden. Alle sind Angsthunde.

„Manchmal passiert auf dem Transport etwas, was wir nicht nachvollziehen können. Doch zuletzt gab es bei den Fahrern aus Rumänien und Bulgarien nichts zu beanstanden. Sie waren freundlich und sind mit den Tieren behutsam umgegangen“, sagt Tierheimleiterin Ute Valentin. Leider jedoch war es nicht immer so, schließlich leben bei ihr einige nicht vermittelbare sogenannte Angsthunde aus dem Balkan.

Emma kann auf Vermittlung hoffen

Immerhin kann jetzt Emma Hoffnung schöpfen, dass sie bald ein neues Zuhause erhält. Seit zwei Monaten kümmert sich Viktoria Klose gezielt um sie. Die Frankfurterin hat seit November 2019 eine eigene Hunde-Pension namens Vickydogs. Auf dem Grundstück an der Grubenstraße 1 betreut sie derzeit zusammen mit bis zu zwei Mitarbeitern 30 bis 40 Hunde.

„Ich habe Emma bei einem Besuch im Tierheim gleich in mein Herz geschlossen. Beim ersten Mal hatte sie es nach zehn Minuten zugelassen, dass ich sie anfasse. Nun kennt sie mich bereits besser, doch einmal wöchentlicher Besuch reicht nicht. Nun möchte ich intensiveren Kontakt mit ihr in meiner Hunde-Pension, damit sie ihre Scheu ablegt und an der Leine gehen lernt“, erklärt die 35-jährige Hunde-Liebhaberin.

Der Trick mit einem mit Leberwurst bestrichenen Kleidungsstück

Sechs oder sieben Mal sei sie in Eisenhüttenstadt gewesen, um das Vertrauen von Emma zu erhalten. Beim vorletzten Mal hatte sie ein mit Leberwurst bestrichenes und von ihr getragenes Oberteil in Emmas Unterkunft gelegt, damit sich die Hündin an ihren Geruch gewöhnt und ihr dann besser in die Transport-Box folgt. „Das war ein noch intaktes Stück aus meinem Kleiderschrank. Den Tipp habe ich von einer Tierfreundin aus Berlin. Vielleicht hilft es.“

Der Trick mit dem Leberwurst-Kleidungsstück funktionierte. Als die Hündin zum Transport nach Frankfurt in die Box musste, hatte sie zunächst zwar gezögert, jedoch letztlich keinerlei Aggressionen gezeigt. Nach wenigen Sekunden hatte sie in der Box Platz genommen. Zwar pullerte sie anscheinend aus Angst dort noch ein, doch letztlich ließ Emma sich ohne jeglichen Spektakel von Viktoria Klose und ihrer Praktikantin Jule Feldtner zum Auto bringen.

Emma ist nicht aggressiv

„Emma schnappt nicht, das ist das Gute an ihr“, sagt Tierheimleiterin Ute Valentin. Viktoria Klose hält privat drei Hunde und hat bei schwierigen Vierbeinern auch anderen schon privat geholfen. „Ich habe zwei Problem-Hunde hinbekommen. Das jetzt ist mein erster Angsthund. Ich denke, das klappt auch.“

Wenn Emma genug gelernt hat, dann sucht Viktoria Klose für sie einen Halter. Befragt, ob sie Emma vielleicht behält, erklärt Viktoria Klose: „Man ist nie dagegen gefeit, dass man sich in einen Hund verliebt und ihn behalten möchte. Im Normalfall wird Emma vermittelt, die Schutzgebühr würde dann das Tierheim erhalten.“

Für Viktoria Klose, der bereits als Kind eine eigene Tierpension vorschwebte, ist dieses Engagement auch eine Sache des Tierschutzes. Bis zur Vermittlung kommt sie für Unterbringung und Verpflegung auf, das Tierheim würde in diesem Zeitraum etwaige Tierarztkosten tragen.

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