Tierheim Eisenhüttenstadt
: Hund Akiri hat Angst vor Fremden – zu früh von Mutter getrennt

Der erst wenige Wochen alte Welpe Akiri ist in einer Pflegestelle des Eisenhüttenstädter Tierheimes am See untergebracht. Nach seiner schweren Kindheit benötigt er eine hundeerfahrene Familie, die möglichst keine Kleinkinder hat.
Von
Hagen Bernard
Eisenhüttenstadt
Jetzt in der App anhören

Kam als kleiner Welpe ins Tierheim nach Eisenhüttenstadt: Akiri. Derzeit lebt der Rüde in einer Pflegestelle in Beeskow.

Jana Feister

Akiri benötigt viel Aufmerksamkeit und Zuwendung. Er ist ein wenige Monate alter Hundewelpe, der anscheinend viel zu früh von seiner Mutter und seinen Geschwistern getrennt wurde.

Ins Tierheim am See kam er als etwa zehn Wochen alter Welpe durch einen Anruf besorgter Nachbarn. Sie gaben an, dass die Halter ihn sehr viel allein lassen würden und mit dem Hund überfordert seien.

Derzeit lebt Akiri in einer Beeskower Pflegestelle des Eisenhüttenstädter Tierheimes am See. Tierheimleiterin Jana Feister ordnet Akiri der Rasse Carolina Dog beziehungsweise einem Mischling dieser Rasse zu. Der Carolina Dog lebt sowohl in Menschenhand als auch verwildert in den Sümpfen von South Carolina. Er gilt als eine recht ursprüngliche Rasse, die bereits bei den amerikanischen Ureinwohnern geläufig war. Der australische Dingo ist eng verwandt mit ihm.

Kam völlig verängstigt ins Tierheim

Laut Jana Feister sind Vertreter dieser mittelgroßen Hunde-Rasse, die bis zu 20 Kilogramm schwer werden können, in Deutschland sehr selten. Derzeit wiegt Akiri um die sechs Kilogramm und weist eine Schulterhöhe von 30 Zentimetern auf. Damit gibt es einigen Spielraum nach oben, was bei seinem Alter normal ist.

Auf alle Fälle hat Akiri seine Wurzeln irgendwo in Polen. Als er ins Tierheim kam, war der Welpe völlig verängstigt und hatte vor Angst um sich gebissen.

Die Mitarbeiter mussten Akiri in eine Decke wickeln, um ihn überhaupt aus dem Fahrzeug holen zu können. Jana Feister führt das auf eine nicht einfache Kindheit und eine fehlende Sozialisation durch das Muttertier zurück. Sie hat einen weiteren Verdacht: „Da er als so junges Tier solch ein krasses Verhalten gezeigt hat, nehme ich an, die Halter waren von ihm hin und wieder genervt und haben ihn auch geschlagen. Seine Verlustängste deuten darauf hin, dass er oft allein gelassen wurde. Es hat einige Zeit gedauert, bis er mich an sich heran gelassen hat.“

Andererseits habe Akiri einen recht verträglichen Charakter und gehe offen auf andere Hunde zu. Auch Katzen lehne er nicht ab. Jana Feister beschreibt Akiri als ein kleines Energiebündel. Der Welpe benötige eine Familie mit viel Hundeerfahrung, die aber keine kleinen Kinder mehr hat.

Zu früh von der Mutter getrennt

Aufgrund der frühen Trennung von seiner Mutter kenne er laut Jana Feister noch nicht seine Grenzen und könne beim Spielen durchaus auch mal grob werden. Auf fremde Menschen reagiere Akiri oft ängstlich, sodass er in Stress-Situationen auch mal zuschnappen könne.

Doch diese Eigenschaften dürften bei einer liebevollen und geduldigen Betreuung schnell in den Hintergrund treten. Denn Akiri präsentiert sich laut der Tierheimleiterin auch „als ein ganz lieber und verschmuster kleiner Kerl“. Doch zunächst müsse er erst einmal zu einem Menschen Vertrauen gefasst haben.

Allerdings mag es der junge Akiri auch jetzt noch nicht, wenn er alleingelassen wird. Sobald er niemanden mehr sehe, gerate er aus dem Gleichgewicht. Akiri möchte Herrchen beziehungsweise einen Artgenossen möglichst ständig um sich haben, schließlich habe auch er noch die Bedürfnisse eines Welpen.